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25.11.2015

Ado Kojo, "Reise X", 2016

Nicht alle Pfade im Leben führen sofort ans Ziel. Manchmal muss man mühsame Umwege gehen, durch Einbahnstraßen, findet sich in engen Gassen wieder und hat vielleicht zwischendurch das Gefühl, dass es an einem bestimmten Punkt absolut nicht mehr weiter geht. Genau so einen mit Hindernissen gepflasterten Weg hat auch Ado Kojo hinter sich. Auf seinem neuen Album "Reise X" erzählt der R'n' B-Shootingstar aus der Nähe von Köln nun von seiner ganz persönlichen Entwicklung zu einem der spannendsten Künstler innerhalb der deutschsprachigen Musikszene.

Schon mit seinem ersten Single-Outtake, dem Remake von Sabrina Setlurs Top 1-Hit "Du liebst mich nicht (feat. Shirin David)" hat sich der Sänger mit den ghanaischen Wurzeln einen hervorragenden Namen in der heimischen R`n B- und HipHop-Community gemacht, knackte die deutschen YouTube-Charts auf Platz 1 sowie die Single-Charts auf Platz 6. Mittlerweile verzeichnet das Video fast 14 Millionen Views auf YouTube. Ado Kojo war als gefeierter Support mit seinem langjährigen Kollegen Eko Fresh auf Tour, flashte die Massen auf Open Airs wie dem Helene Beach Festival, dem Splash! und war kürzlich live vor über 15.000 Zuschauern in der Kölner Lanxess Arena bei den Video Days zu sehen. Und spätestens seit seinem Duett mit Teenie-Star Mike Singer auf "Mein Herz" (fast 80.000 YouTube-Views) zählt Ado Kojo zu den angesagtesten Acts in Deutschland. Doch das war nicht immer so.

Schon früh hat der Sohn einer deutschen Mutter und eines aus Ghana stammenden Vaters lernen müssen, sich nach oben zu kämpfen. Ado Kojo wuchs bei seiner Mutter und seiner Schwester in einfachen Verhältnissen auf und begann schon in jungen Jahren, sich seinen eigenen Weg zu suchen. Die Kindheit in seinem Viertel hatte einen großen Einfluss auf den Heranwachsenden, der während seiner Jugend viel erlebt hat. Nicht immer nur Schönes, wie er auf seinem neuen Album "Reise X" durchblicken lässt. "Ich bin mit wenig aufgewachsen, wir hatten bei uns Zuhause nie viel", erinnert sich Ado. Geprägt von der väterlichen Plattensammlung mit Scheiben von Reggae-Ikone Bob Marley sowie ghanaischer Musik und natürlich den Clips auf VIVA wurde ihm schon schnell klar, dass er eines Tages selbst Sänger werden wollte. "Als kleiner Junge haben mich meine Eltern immer zu Reggae-Konzerten mitgenommen. Bei einer Show war ich auf einmal verschwunden – sie fanden mich dann später Backstage bei den Musikern wieder, wo ich die ersten Erfahrungen mit richtigen Instrumenten machte. Dort begann eigentlich alles."

Heute ist Ado Kojo ein echter Perfektionist, wenn es um seine Musik geht. "Future R'n'B" nennt er selbst seine authentische, unverschnörkelte Mischung aus R'n'B, Pop, viel Soul, ein wenig HipHop und natürlich seiner unvergleichlichen Samtstimme, mit der er bereits nationale, wie auch internationale Rap-Acts wie Eko Fresh, Farid Bang, Al-Gear oder Erick Sermon auf sich aufmerksam machen und viel beachtete Kollaborationen an Land ziehen konnte. Auf "Reise X" erzählt Ado Kojo nun seine Geschichte(n): Von der Reise ins Ungewisse und davon, langsam wieder Mut zu fassen, lässt das Publikum in seinem vertonten Tagebuch blättern und an seiner künstlerischen wie auch persönlichen Entwicklung teilhaben. "Reise X" ist Ados ureigene Lehrstunde, wie man Wut in Kreativität, Aggressionen in positive Energie und Hoffnungslosigkeit in Produktivität verwandelt! "Früher habe ich sehr viel Mist gebaut", so Ado weiter über den Grundstein und die Inspiration zu "Reise X". "Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich so nicht mehr weiter machen konnte und endlich den geraden Weg einschlagen musste. Ich habe mein Leben dann komplett geändert und mich nur noch auf das konzentriert, was mir am wichtigsten war: Meine Musik. Mit diesem Album habe ich viele Dinge verstanden. Ich bin sehr stolz auf das, was ich geschaffen habe. Und ich kann heute viel besser einschlafen. Seitdem ich 15 war, konnte ich wegen meines schlechten Gewissens nicht schlafen..."

Geschlafen wird auf "Reise X" selbstverständlich nicht. Im Gegenteil. Fast 24 Stunden am Tag verbrachte Ado Kojo während der Aufnahmen täglich in seinem selbst gebauten Kellerstudio, um die Geister auszutreiben, die er in den vergangenen Jahren selbst herbei rief. Um mit seiner Vergangenheit abzuschließen, sich gewisse Dinge von der Seele zu schreiben und endlich ganz neu anzufangen. Tatkräftige Vocal-Verstärkung erhielt er von der Creme de la Creme der deutschen HipHop-Szene; namentlich MCs wie Eko Fresh, Summer Cem, MoTrip, Elmo, Tatwaffe, Capkekz, Caput, Sinan G, Massiv, ApeCrime, Ali As, Serc und anderen. "Alles Jungs, die ich schon ewig kenne und mit denen ich gerne abhänge", so Ado Kojo. "Ich glaube, sie haben diese Tracks in etwas ganz Besonderes verwandelt. Ich hatte Eko Fresh zur Listening-Session eingeladen. Während die Songs liefen, hat er keinen Ton gesagt und auch keine Miene verzogen. So langsam wurde ich echt nervös, warum er sich nichts anmerken lässt. Als die Platte zu Ende war, meinte er dann völlig begeistert, dass er so etwas auf Deutsch noch nie zuvor gehört hätte und das Zeug richtig geil finden würde!"

Zusammenhalt, eines der großen Schlagwörter auf "Reise X". Und ein Motto, unter dem auch der Track "Westside (feat. Eko Fresh, Summer Cem, MoTrip, Elmo, Tatwaffe, Capkekz, Caput, Sinan G)" steht, mit dem Ado Kojo seinem Heimatbundesland Nordrheinwestfalen und der dortigen Rap-Community Tribut zollt. Auf "Africano" begibt er sich zurück zu seinen Wurzeln, stimmt mit "Cheguevara (feat. Serc)" einen Song an, der Spaß beim Zuhören macht, bevor es mit "Freiheit" wieder ernst wird – ein Stück, das in diesen Tagen traurige Aktualität besitzt. "Es geht um Gerechtigkeit. Und um den Respekt voreinander. Ich sehe mich als Sprachrohr meiner Generation. Reine Partysounds sind mir zu flach; mir sind klare Botschaften wichtig. Ich habe keine Angst davor, in meiner Musik auch unbequeme Themen anzusprechen." Und dann wäre da natürlich noch Ados Superhit, das gefeierte Cover von Sabrina Setlurs "Du liebst mich nicht". Inklusive einer fast unglaublichen Entstehungsgeschichte. "Meine Steuerberaterin hat fünf Jahre umsonst für mich gearbeitet. In einer Zeit, in der ich nur verschwindend wenig Geld verdiente, hat sie immer an mich geglaubt. Ich feilte an diesem Album und hatte immer noch keinen echten Hit in Sicht, als im Radio in ihrem Büro plötzlich das Original von `Du liebst mich nicht` lief – ich spürte sofort, dass ich meine eigene Fassung machen musste. Also habe ich mich nachts hingesetzt und eine Version aufgenommen. Ich habe sie auf gut Glück Moses P. auf Facebook geschickt, der sie absolut klasse fand. Ich bin fest davon überzeugt, dass es so etwas wie Schicksal oder einen vorgezeichneten Weg gibt."

Einen Weg, den Ado Kojo nun mit "Reise X" weiter geht. Mit klarem Ziel vor Augen: "Ganz nach oben! Ich habe extrem viel geopfert und harte Lektionen gelernt. Ich wusste zum Zeitpunkt der Aufnahmen nicht, wohin die Reise geht. Ich hatte keinen Plattendeal und keine echte Perspektive. Heute weiß ich, dass man für seinen Erfolg hart arbeiten muss. Man darf im Leben ruhig straucheln oder stolpern. Man darf hinfallen oder sich verirren. Es ist einzig und allein wichtig, dass man wieder aufsteht. Vielleicht muss man sogar Fehler machen und vom Weg abkommen, um sich weiter zu entwickeln und mit gewissen Situationen im Leben klar zu kommen. Erfahrungen machen, um von der schiefen Bahn wieder auf den geraden Weg zu gelangen. Ich will meinen Fans mit diesem Album Perspektiven vermitteln. Mut zusprechen. Jeder von uns hat seine Talente und seine Qualitäten. Und jeder kann alles erreichen, wenn er nur will!" 


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