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15.11.2016

Faszination Stimme - Der Kinofilm "Florence Foster Jenkins" widmet sich der Kunst des Singens

Der charmante Film über die exzentrische Sängerin Florence Foster Jenkins erzählt von der Kraft der Musik und Sehnsucht nach dem Rampenlicht.

Alexandre Desplat, Faszination Stimme - Der Kinofilm Florence Foster Jenkins widmet sich der Kunst des Singens © Nick Wall / Pathé UK

Berühmte Opernsängerinnen eint die Kombination von Talent und Fleiß. Es gehört viel dazu, um sich in der Klassikwelt durchzusetzen.Nachdem die russische Sopranistin Aida Garifullina die Musikszene bereits für sich erobert hat, stellt sie im aktuellen Kinofilm "Florence Foster Jenkins" nun auf der Kinoleinwand ihr schauspielerisches Talent unter Beweis. Bereits seit April wird der Film in den britischen Kinos gezeigt, Ende November ist es nun auch in Deutschland soweit.

Amüsantes Filmvergnügen

Im Mittelpunkt der Handlung, die der britische Regisseur Stephen Frears mit viel Charme fürs Kino aufbereitet hat, steht die reale amerikanische Sängerin Florence Foster Jenkins, die von 1868-1944 gelebt hat und mit ihren glamourösen, aber musikalisch miserablen Auftritten für Aufsehen sorgte. Im Film übernimmt Meryl Streep mit vollem Einsatz die Rolle der vermutlich schrulligsten und schlechtesten Opernsängerin aller Zeiten. Aida Garifullina ist ganz in ihrem Element, wenn sie die erfolgreiche Opernsängerin Lily Pons verkörpert und in einer Szene mit der "Glöckchen-Arie" aus Léo Delibes Oper "Lakmé" auftritt.

Kompositorisches Kunststück

Ebenso faszinierend und unterhaltsam wie der Kinofilm ist der Soundtrack zum Film geraten, den der Oscar-prämierte französische Komponist Alexandre Desplat geschaffen hat. Das Album erscheint am 18. November und sprüht nur so vor musikalischen Farben. Alexandre Desplat verknüpft charmanten amerikanischen Swing der 1930er Jahre mit virtuosen klassischen Klängen und entführt die Ohren musikalisch in die Atmosphäre der damaligen Zeit. Das London Metropolitan Orchestra verströmt sinfonischen Charme und untermalt die gesanglichen Eskapaden der Darbietenden mit schmeichelndem Wohlklang.

Herrlich schräg

Meryl Streep hat sich für ihre Gesangseinlagen intensiv mit den Originalaufnahmen von Florence Foster Jenkins auseinander gesetzt und stellt im Film und auf dem Album ein differenziertes Gespür für die Persönlichkeit der Sängerin unter Beweis, ohne dass ihr mangelndes Talent dabei ins Lächerliche gezogen wird. In Titeln wie der Arie der Adele aus der Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauß jr. oder der Arie der Königin der Nacht aus Mozarts Oper "Die Zauberflöte" intoniert die Schauspielerin mit ihrer eigenen Stimme so anrührend grotesk, schief und falsch, dass man beim Hören unwillkürlich schmunzeln muss. Zugleich wird noch einmal hervorgehoben, wie außergewöhnlich und künstlerisch beeindruckend das Talent einer Opernsängerin ist, die sich wie Aida Garifullina stimmlich mühelos in die Höhe schraubt. Auch die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter bereichert das Album mit einer formvollendeten Interpretation von Johannes Brahms’ Wiegenlied. Der reizvolle Kontrast von schief und schön macht den Soundtrack zu einem spielerischen Ausflug in die faszinierende Welt der Stimme.


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