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Alisa Weilerstein BACKSTAGE EXCLUSIV

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Biografie

26.05.2014

ALISA WEILERSTEIN ‒ BIOGRAPHIE

Die amerikanische Cellistin Alisa Weilerstein erregt weltweit Aufsehen mit ihrer Virtuosität
und technischen Präzision im Verein mit leidenschaftlicher Musikalität. Gelobt wird immer
wieder die Intensität ihres Spiels, ebenso die Spontaneität und Sensibilität ihrer
Interpretationen. Nach ihrem Debüt als Solistin in der Zankel Hall schrieb das New York
Magazine: „Was auch immer sie spielt, klingt, als wäre es eigens für sie komponiert, denn
sie besitzt zu allem eine natürliche Affinität.“


Weilerstein wurde 1982 in eine angesehene Musikerfamilie geboren (Donald, ihr Vater, war
Erste Violine im Cleveland Quartet; ihre Mutter ist die bekannte Pianistin Vivian Weilerstein).
Ihr öffentliches Debüt gab Alisa mit dreizehn Jahren mit dem Cleveland Orchestra, im März
1997 trat sie – mit dem New York Youth Orchestra – zum ersten Mal in der Carnegie Hall
auf. 2000 erhielt sie ein Avery-Fisher-Stipendium, und 2000/01 wurde sie für zwei
renommierte Programme für junge Künstler ausgewählt: die Solokonzertreihe ‚Rising Stars‘
der ECHO (European Concert Hall Organization) und die Konzerte der Lincoln Center’s
Chamber Music Society Two. Im Mai 2004 beendete sie ihr Studium an der Columbia
University in New York mit einem Diplom in russischer Geschichte. 2006 gewann sie den
Leonard Bernstein Award, 2008 wurde sie mit dem Martin-E.-Segal-Preis für herausragende
Leistungen ausgezeichnet. Als Absolventin des Young Artist Program am Cleveland Institute
of Music, wo sie bei Richard Weiss studiert hatte, ernannte sie das Institut zum Artist-in-
Residence ab August 2009.


Im November 2009 wurde Alisa Weilerstein ausgewählt, zusammen mit vier weiteren
Künstlern im Weißen Haus an einem Programm mit klassischer Musik teilzunehmen, das
Workshops für Studenten enthielt und von der First Lady, Michelle Obama, veranstaltet
wurde; zu den Gästen gehörten der Präsident und die Familie des Präsidenten. Im
Dezember 2009 war sie die Solistin auf einer Tournee des Simón Bolívar Symphony
Orchestra mit Gustavo Dudamel durch Venezuela.
Ein weiterer Meilenstein in Alisa Weilersteins Karriere war ihr Debüt im Frühjahr 2010 mit
den Berliner Philharmonikern, bei dem sie das Elgar-Konzert unter Daniel Barenboim spielte;
das Konzert wurde in Oxford wiederholt, weltweit im Fernsehen übertragen und erschien
danach auf DVD. Der Rezensent des Guardian schrieb über das Konzert in Oxford: „Alisa
Weilerstein bot die technisch vollkommenste und emotional berührendste Interpretation des
Elgar-Cellokonzerts, die ich je live erlebt habe.“ Im August 2010 debütierte die Cellistin dann
bei den BBC Proms mit Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1 mit dem Minnesota Orchestra
und Osmo Vänskä; dieses Konzert spielte sie auch im Frühjahr 2011 mit den St.-
Petersburger Philharmonikern unter Juri Temirkanow auf einer USA-Tournee.
Alisa Weilerstein unterzeichnete 2011 einen Exklusivvertrag mit Decca Classics. Ihre erste
Einspielung im Rahmen dieser Vereinbarung, eine Kopplung der Konzerte von Elgar und
Elliott Carter mit Barenboim und der Berliner Staatskapelle, erschien im Januar 2013. Die
New York Times rühmte „die hervorragende Kontrolle der Solistin, die durch den Dirigenten
eine gleichermaßen einfühlsame Unterstützung erfuhr.“ Im April 2014
(Vorabveröffentlichung im Januar in den USA) wird Decca ihre neue Einspielung von Dvořáks
Cellokonzert mit Jiří Bělohlávek und den Tschechischen Philharmonikern herausbringen, und
im Oktober soll ihr erstes Soloalbum erscheinen.


Alisa Weilerstein ist bereits mit allen großen Orchestern Nordamerikas und Europas
aufgetreten, mit Dirigenten wie Marin Alsop, Pablo Heras-Casado, Sir Andrew Davis, Sir Mark
Elder, Christoph Eschenbach, Manfred Honeck, Marek Janowski, Paavo Järvi, Jeffrey Kahane,
Lorin Maazel, Zubin Mehta, Ludovic Morlot, Tadaaki Otaka, Peter Oundjian, Matthias
Pintscher, Juri Temirkanow, Juraj Valčuha, Simone Young und David Zinman. Sie gastiert
auch als Solistin und Kammermusikerin auf großen Musikfestivals in aller Welt, u.a. als Teil
einer Kerngruppe von Musikern beim Spoleto Festival in USA und ist als Weilerstein Trio mit
ihren Eltern, Donald und Vivian Hornik Weilerstein zu hören.


In ihrem Engagement für die Erweiterung des Cellorepertoires ist Alisa Weilerstein eine
glühende Verfechterin neuer Musik. Sie hat Osvaldo Golijovs Azul für Cello und Orchester in
aller Welt aufgeführt; häufig spielt sie auch Golijovs Omaramor für Cello solo. 2008 spielte
sie beim Caramoor Festival zusammen mit der Komponistin die Welturaufführung von Lera
Auerbachs 24 Preludes für Cello und Klavier.


Höhepunkte von Alisa Weilersteins Saison 2012/13 waren ihre Tourneen durch Nordamerika
und Europa mit dem Pianisten Inon Barnatan sowie ihr Debüt mit der Academy of St. Martin
in the Fields auf einer 16-City-Tournee. Sie gab Konzerte in Berlin, wo sie Elliott Carters
Cellokonzert mit Daniel Barenboim und der Berliner Staatskapelle aufführte, trat mit
Gianandrea Noseda und dem Philadelphia Orchestra auf, debütierte mit dem Dirigenten
Lionel Bringuier und dem Atlanta Symphony und spielte im Kennedy Center mit Christoph
Eschenbach und dem National Symphony Orchestra. Zu ihren Festspielauftritten im Sommer
2013 gehörten Ravinia, Vail, Aspen, Grand Teton, das Bonner Beethovenfest, Tivoli und
Aarhus.


In der Saison 2014 ist Alisa Weilerstein Artist-in-Residence beim Cincinnati Symphony
Orchestra und hat Engagements mit den Symphonieorchestern in Toronto, San Francisco,
Boston, Dallas sowie Chicago, den Philharmonikern in New York, Los Angeles, Oslo und dem
Israel Philharmonic. Weitere Pläne beinhalten Auftritte mit dem Australian Chamber
Orchestra, dem Philharmonia, Hallé und dem Orchester der Züricher Tonhalle, dem
Netherlands Philharmonic und dem NHK Symphony Orchestra sowie Solokonzerte in Europa
und Nordamerika.


10/2013