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22.02.2013

Das neue Album von Allen Stone - Soulig, aber ganz und gar nicht blauäugig.

Allen Stone, Soulig, aber ganz und gar nicht blauäugig © Lonnie Webb

Das Massenblatt USA Today hat Allen Stone als ein stimmliches “Kraftpaket mit perfekter Intonation” bezeichnet, die New York Times verglich seine sozialkritischen Songs mit denen von Stevie Wonder, Marvin Gaye, Donny Hathaway und Bill Withers. “Schade, dass sich Allen Stone in das altbekannte [...] Schema pressen lassen muss”, befindet hingegen Reinhard Köchl in seiner Jazzthing-Rezension. “Wäre er vor all diesen stilbildenden Ikonen zur Welt gekommen, man hätte ihn zwangsläufig selbst zum Maßstab erheben müssen. Der Soul hätte dann womöglich auch ein weißes Gesicht bekommen.” Und mit Soul ist hier nicht etwa die weiße Variante gemeint, der man einst das Etikett “Blue-Eyed Soul” verpasste, sondern der authentische, der seine Wurzeln in der schwarzen Gospelmusik hat. Denn Allen Stone orientiert sich an den klassischen Scheiben aus den 1960er und 1970er Jahren.

Perfekte Mischung aus Sozialkritik und guter Laune

“Diese Musik war damals ein wichtiger Bestandteil einer kulturellen Bewegung. Und genau daraus beziehe ich meine Inspiration”, sagt der 25-Jährige, der mit seinem schulterlangen, lockigen Blondhaar und der wuchtigen Hornbrille eher wie ein Abkömmling der Hippie-Bewegung aussieht. Auf seinem Album, das er in den USA schon Ende 2011 im Selbstverlag digital veröffentlichte und das hier nun mit einigen Bonus-Tracks erscheint, wirft Stone ein Licht in einige der etwas dunkleren Ecken seines eigenen Zeitalters. In “Contact High” singt er in beeindruckender Manier darüber, wie die heutigen Technologien Beziehungen beeinträchtigen. Und im sinnlich klingenden “Unaware” setzt er sich verschmitzt mit der gegenwärtigen Wirtschaftskrise auseinander. Während ihn einerseits die Kraft der Musik, Veränderungen auszulösen, mit Ehrfurcht erfüllt, begeistert ihn andererseits ihre Fähigkeit, Leuten einfach nur zu guter Laune zu verhelfen - davon zeugen auf diesem Album Lieder wie “Celebrate Tonight” und “Say So”. Tanzen gehört bei seinen Shows zum guten Ton!

Ein Künstler, der daran glaubt, dass die Kraft der Musik die Welt verändern kann

Stone hat die letzten vier Jahre damit verbracht, seinem einzigartigen Stil in traditioneller Weise den richtigen Schliff zu geben: Er ist in diesem Zeitraum mit einem Wohnmobil und seiner fantastischen Band kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten gereist und in jedem kleinen Club aufgetreten, der ihm dazu Gelegenheit bot. Das Album katapultierte ihn in die Top 10 der Heatseekers-Charts von Billboard und in die Top 5 der Rhythm’n’Blues/Soul-Charts von iTunes. “Es sind gerade die Gegensätze, die bei Stone faszinieren: Weiß singt pechschwarz, Unterhaltung und gute Laune transportieren selbst schwierigste Botschaften”, heißt es abschließend in der Jazzthing-Kritik. “Da ist wieder einer, der daran glaubt, dass die Kraft der Musik die Welt verändern kann.” Und auch wenn man daran selbst so seine Zweifel haben mag, wird man sich der Kraft und Schönheit seiner Musik doch nicht entziehen können.


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