Backstage
Andrea Bocelli BACKSTAGE EXCLUSIV

Aktuelles Album

Facebook

News

31.07.2015

Schlaflos in Peking - Neueinspielung von Puccinis "Turandot"

Bei allem Erfolg seiner Streifzüge durch die Welt der Popmusik: In der italienischen Oper ist Andrea Bocelli zuhause. Das stellt er nun auch mit einer brillanten "Turandot"-Gesamtaufnahme unter Beweis, die am 31. Juli bei Decca erscheinen wird.

Andrea Bocelli, Schlaflos in Peking - Neueinspielung von Puccinis Turandot © Giovanni de Sandre

Andrea Bocelli liefert seine Arien nicht mit sportlichem Ehrgeiz ab oder bemüht sich um makellose Perfektion - es ist vor allem die große Emotionalität mit der er auf dem neuen Doppelalbum in der Oper Turandot pausenlos Gänsehautmomente schafft. Maestro Zubin Mehta erweist sich am Pult des spanischen Orquestra de la Comunitat Valenciana als der perfekte Mitstreiter, wenn es darum geht, eine gefühlvolle und dichte musikalische Interpretation des hochromantischen Opernstoffs von Giacomo Puccini zu kreieren.

Bestens besetzt

Von Andrea Bocelli interpretiert, lernt man eine solch bekannte Tenor-Arie wie "Nessun dorma" noch einmal völlig neu kennen, denn er singt Puccinis berühmte Aufforderung "Keiner schlafe!" so inbrünstig, dass man hellwach jeden einzelnen Ton genießt. Doch natürlich hat das Album noch viel mehr zu bieten, als diese eine berühmte Nummer. Neben Andrea Bocelli, der als Prinz Calaf ohne Frage durchweg mit großer stimmlicher Ausdruckskraft überzeugt, sind auch die anderen Rollen der Oper auf den Punkt besetzt. Die amerikanische Sopranistin Jennifer Wilson debütierte 2002 als chinesische Prinzessin Turandot an der Oper in Connecticut und ist bis heute international eine gefragte Besetzung für die anspruchsvolle Rolle. Mit Zubin Mehta verbinden Jennifer Wilson bereits zahlreiche Wagner-Produktionen, in denen sie die dramatischen Facetten ihrer silbrigen Sopranstimme perfekt in Szene setzen konnte. In "In questa reggia" oder "So il tuo nome" kommen diese Stärken auch in Puccinis letzter Oper beeindruckend zur Geltung.

Von bestechender Schönheit sind jedoch vor allem auch die ruhigeren Momente der Oper - dann wird musikalisch gezaubert. Andrea Bocellis herrliche Tenor-Arie "Non piangere, Liù" folgt im ersten Akt auf die Sopran-Arie "Signore ascolta", in der die erst 30jährige italienische Sopranistin Jessica Nuccio als Sklavin Liù dem Prinzen Calaf mit schimmerndem Vibrato und warmer Klangschönheit ihre Liebe gesteht. 

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Die Aufnahme des Doppelalbums ist im Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia entstanden. Es ist ein Ort, der Maestro Zubin Metha bestens vertraut ist - jahrelang war er Generalmusikdirektor der Oper von Valencia. Der junge mexikanische Bariton Germán Olvera und der italienische Tenor Valentino Buzza, die zwei der drei Minister Ping, Pang und Pong singen, werden dort zur Zeit im Centre de Perfeccionament Plácido Domingo im Palau de les Arts Reina Sofía ausgebildet. Mit hörbarem Erfolg: Das Trio "Ho una casa nell'Honan" aus dem zweiten Akt der Oper ist musikalisch ein echter Höhepunkt des Albums.

Herrlich zart begleiten die hohen Streicher den Cor de la Generalitat Valenciana in "O giovinetto! Grazia, grazia!" Zubin Mehtas gestalterische Vision am Pult des Orquestra de la Comunitat Valenciana ist vollendet vielfarbig - von "hauchzart getupft" bis "leidenschaftlich stürmisch" und "verzweifelt aufbrausend" hat der Maestro alles auf der Palette - und die Instrumentalisten und Gesangssolisten um Andrea Bocelli setzen es freudig um.

Musik, Ort und Besetzung - wie Zahnräder eines Uhrwerks greift bei dieser Produktion alles ineinander. Die Musiker entführen die Hörer ins exotische alte China, dem die romantischen italienischen Klänge sehr gut zu Gesicht stehen.


KOMMENTARE

Kommentar speichern