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02.05.2011

Andreas Bourani

"Ich kann in drei Sekunden die Pop-Welt erobern" - Ganz so weit ist es noch nicht. Und doch, "Nur in meinem Kopf" ist der Überraschungshit des Frühjahrs 2011. Wer aber ist der Mann hinter dieser bezaubernden Ode an alle Tagträumer? Mit seinem Debütalbum "Staub und Fantasie" präsentiert sich Andreas Bourani als Deutschlands großes Pop-Talent.

Eine glasklare Stimme. Die Bühnenpräsenz eines alten Meisters. Und die seltene Gabe textlichen Tiefgang mit der dreiminütigen Leichtigkeit des Pop zu verbinden. So außergewöhnlich die Talente des Andreas Bourani, so gewöhnlich begann vor 15 Jahren die musikalische Laufbahn des gebürtigen Augsburgers mit deutsch-ägyptischen Wurzeln. Er besuchte das musische Gymnasium, also musste ein Instrument her. Andreas verliebte sich in den Klang des Klaviers und seine Vielseitigkeit. Parallel sang er am Stadttheater in "Tosca" und "Die Zauberflöte". Die Bühne, das merkte er schnell, war sein natürlicher Lebensraum. Am Wochenende veranstaltete er auf dem Dachboden seiner Eltern Konzerte und Theateraufführungen für die Nachbarskinder.

So kam es wie es kommen musste: Mit 17 hatte Andreas die Faxen gründlich dicke und tauschte die regelmäßigen Lernüberprüfungen gegen den guten, alten Rockstar-Traum ein. "Ich hatte keinen Bock mehr auf Klassik, ich wollte lieber der coole Typ aus der Rockband sein", erinnert sich der heute 27-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln. Die Schule brach er ab, erwartungsgemäß zur großen Freude seiner Eltern. "Aber ich konnte nie etwas wirklich gut außer Singen. Beim Fußball zum Beispiel hatte ich zwei linke Füße. Ich wusste immer, dass Musik mein Weg ist." Andreas hatte ein Ziel. Eine Mission.

Er spielte mit seiner Band, sang, erst auf Englisch, später auf Deutsch, inspiriert von großen Stimmen wie Seal, Bono, Chris Martin oder Jeff Buckley, dessen Alben er noch heute liebt. Auch Nena, Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg zählten bereits in jener Zeit zu seinen Idolen.

"Was ich die letzten zehn Jahre gemacht habe? Nichts als scheitern eigentlich!" Heute kann Bourani lachen über jene Zeit, in der sich die Puzzleteile für ihn partout nicht zusammenfügen wollten. Einfach aber war es nicht immer. Er schrieb Songs, arbeitete mit verschiedenen Produzenten, meistens den falschen. Sogar eine Platte nahm er auf, die jedoch nie veröffentlicht wurde. Er zog nach Berlin, schrieb mehr Songs, arbeitete mit mehr falschen Leuten, machte mehr Fehler und betäubte die langsam aufkommenden Zweifel mit dem Hochgefühl einer perfekten Melodie, einer passgenauen Textzeile, eines packenden Beats. "In der Musik aufzugehen und etwas zu erschaffen, das hatte immer viel zu große Bedeutung für mich, als dass ich einfach hätte aufgeben können. Daraus habe ich meine Kraft bezogen. Das mag kitschig klingen, aber Musik war immer ein Zuhause für mich." In diesem Zuhause lernte Andreas Bourani auf die harte Tour. Und wurde so zu dem Künstler, der er heute ist.

13 Stücke hat Andreas Bourani auf seinem Debütalbum versammelt. "Staub und Fantasie" ist Popmusik auf höchstem Qualitätsniveau, wie sie immer noch selten ist in diesem Land. Eingängige Melodien treffen auf klare Arrangements und einprägsame Texte, die das Leichte im Schweren finden, die berühren und beflügeln. "Musik muss für mich immer etwas Leichtes haben", sagt Bourani, und das kann man förmlich spüren – auch wenn er sich vielschichtigen Themen widmet wie Zusammenhalt, innerem Frieden, der Oberflächlichkeit des Großstadtlebens oder dem grotesken Schauspiel namens Liebe. Die großen Fragen des Lebens, sie haben in Bouranis Liedern etwas zutiefst Menschliches, Unmittelbares, Berührbares. Und sie lassen dem Hörer stets genug Raum, um die Antworten selbst zu geben und den Kreis selbst zu schließen. "Ich finde Fragen generell wichtiger als Antworten. Sich selbst mit gewissen Dingen auseinander zu setzen, die Ruhe zu finden, um sich zu fragen, wo man eigentlich gerade steht."

Die erste Single "Nur in meinem Kopf" ist ein perfektes Beispiel für diesen Anspruch. Ein Lied über die Kraft der Gedanken, eine Ode an Fantasie und Schwärmerei. "Ich war immer schon ein Träumer, besonders in der Schule. Ich bin fasziniert von dem Gedanken, dass man mit seiner Vorstellungskraft alles schaffen kann. Es gibt keinerlei Grenzen, und deswegen wollte ich dazu unbedingt einen Song machen." Stücke wie "Eisberg", "Sicher" oder "Zusammen untergegangen" spielen ähnlich geschickt mit der Macht des Subjektiven: Themen, die jeder aus eigener Erfahrung kennt. Und die Andreas Bourani dennoch auf einzigartige Weise behandelt. "Mich inspirieren hauptsächlich Menschen. Und obwohl es mich eigentlich eher ins Grüne zieht, ist Berlin dafür fantastisch: Man sieht in so viele verschiedene Gesichter, lernt so viele verschiedene Leute kennen, bekommt so viele Ideen."

Aufgeschrieben hat Bourani diese Ideen in Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Julius Hartog. Ihn lernte er in der WG eines gemeinsamen Freundes kennen. Die Chemie stimmte auf Anhieb, schon bei der ersten Jam Session entstand der Song "Wunder", der auch auf "Staub und Fantasie" gelandet ist. Eine weitere Zusammenarbeit war also nur folgerichtig.

Produziert wurde das Album von Andreas Herbig und Peter "Jem" Seifert. Das Echo-prämierte Gespann konnte in der Vergangenheit bereits mit Ich + Ich, Udo Lindenberg, Cassandra Steen und Jochen Distelmayer große Erfolge feiern. Die Mischung aus Herbigs Erfahrung und Seiferts Hunger hat nun auch das Soundbild von Andreas Bourani geprägt: Es klingt souverän und energetisch, melancholisch und euphorisch zugleich.

"Als Fan habe ich, gerade nach guten Livekonzerten, oft eine unglaubliche Energie verspürt. Die Musik hat mich bekräftigt und inspiriert. Nun will ich selbst diese Energie vermitteln, Leute dazu inspirieren, an sich zu glauben und ihr Ding durchzuziehen."

Ganz einfach. Mit Staub und Fantasie und der Kraft zeitloser, guter Musik.


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