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14.03.2014

"Home Sweet Home Live" - das grandiose Konzert aus der Olympiahalle München

Servas die Madeln – Griass euch die Buam! This ist the way of Volks Rock’n’Roll!

Andreas Gabalier, Home Sweet Home Live - das grandiose Konzert aus der Olympiahalle München

Es ist eine halbe Stunde bevor die Show beginnt, ich montiere die In-Ears und höre über die Halle. Ah, die Mikros sind schon aktiv. Aus Hören wird da umgehend Spüren. Da sind die Menschen, da ist die Erwartungshaltung des Publikums die nahezu in der Luft zu flimmern scheint. Die Schwingungen die mir da direkt ins Ohr übertragen werden sind ein unglaubliches Gefühl. Das ist der Moment, an dem ich beginne mich komplett abzukoppeln. Der ganze Showbetrieb rund um mich, bleibt draußen aus meinem Kopf. Ein kleines kühles Bier, die Harmonika vor der Brust, die Augen geschlossen gehe ich langsam, ganz für mich alleine hinter der Bühne auf und ab. Der Adrenalinspiegel ist Oberkante Unterlippe…

 

Zwei, drei Minuten vor der Show holen mich die Techniker zurück ins hier und jetzt. Noch ein kurzer Check - 1, 2… ja, ein kleines bisschen lauter, bitte. Ja, danke, passt! Im In-Ear höre ich jetzt ganz deutlich die ersten Reihen. Aus Gemurmel werden klare Worte. Die ersten Reihen sind der Hammer. Das ist echt das allergeilste was da abgeht.

 

Der Stage Manager klopft mir auf die Schulter. Deutet mit dem Daumen: Noch eine Minute. Hallenlicht aus.  Die Finger auf der Harmonika werden leicht feucht. Ich stehe im Dunkel. Über mir die Bühne. Die Leute beginnen zu kreischen. Ich steige auf die Hebeplattform und wachse förmlich aus dem Bühnenboden. Alles ist finster und dann das Licht! Ein Spot, direkt auf mich und wenn sich der Kegel des Scheinwerfers in die Halle frisst, Köpfe aus dem Dunkel schält, dann zeigt sich erst die Dimension. Die Größe der Halle, die krieg ich da erst so richtig mit. Bist du deppert! Was für ein Moment! 13.000 schauen dich an. Die Handys gehen in die Höhe. Die ersten 1 1/2 Minuten sind das Stahlbad. Ganz alleine. Nur die Harmonika, meine Stimme und die 13.000. Am Anfang der Deutschland-Tour 2013 war genau das meine Angst. Ob in diesem Moment die Stimme hält, denn das war ja eine echte Herausforderung. Jeweils drei Tage am Stück eine Show spielen und ich hocke ja nicht gerade 2 1/2 Stunden irgendwo still und singe vor mich hin… Einmal hat einer der Techniker gesagt, als sie mich raufgeschickt haben: „Wir lassen ihn jetzt von der Kette“ und genauso fühlt sich das bei mir an. Nach acht, neun Shows aber, da hat sich gezeigt dass die Stimme hält und hier und jetzt in München, hat es überhaupt eine besondere Stimmung. Das letzte Konzert der Deutschland-Tour. Ausverkauft. Olympiahalle. Das als Künstler erleben zu dürfen macht fast demütig aber jetzt ist keine Zeit für Demut. Jetzt kommt der Volks Rock’n’Roll über Minga!

 

Servas die Madeln – Griass euch die Buam. This ist the way of Volks Rock’n’Roll!

 

Nach 1 1/2 Minuten ist die Band mit dabei. Das Kraftwerk fährt hoch und gibt mir Rückhalt. Über zwei Stunden Show liegen vor uns und der Stimmungspegel in der Halle schießt sofort in die Höhe. Dann die Kameras. Wir zeichnen auf. Soll eine DVD werden. Meine zweite Live-DVD und der Unterschied zu der Show in der Wiener Stadthalle ist erkennbar. Damals, vor anderthalb Jahren, da war ich irgendwie wie der Bergbauern-Bua der von der Alm gestiegen ist und in der Hauptstadt haben sie plötzlich alle Dirndl und Lederhosen getragen. Alles war so ungeheuerlich frisch. Neuland, für mich und das Publikum. Fast Volksfest-Stimmung. München 2013, das ist 40 Konzerte, zahlreiche Open Airs später. Die Band ist noch mehr zusammen gewachsen, neue Songs sind im Programm, die Bühne wurde adaptiert und wir sind um einige Erfahrungen reicher.

 

Die Show in München macht extremen Spaß und mit jedem Song auf der Setlist der ausgeklungen ist, macht sich in mir ein wenig Wehmut breit.

 

 

Die Deutschland-Tour 2013 ist schon wieder auf der Zielgeraden. Herrjeh, wie die Zeit vergeht. Na klar, das war alles für mich eine Herausforderung. Mit dem Volks Rock’n’Roll von der Steiermark aus raus auf Wanderschaft zu gehen. Raus aus der Heimat, über die Grenzen und alles ohne Untertitel, weil so sicher ist es ja nicht, dass mein steirisch überall so leicht verstanden wird. Ob die Deutschen wissen was ein Bauernschmaus ist? Oder dass das Eisbein bei uns in Österreich Stelze heißt? Egal, sie werden‘s schon lernen.

 

Zugabe. Die Show neigt sich dem Ende zu und ich habe mittlerweile völlig das Zeitgefühl verloren. Eigentlich will ich die Bühne gar nicht verlassen und auch im Publikum gibt’s keine Bewegung Richtung Ausgang. Man hat ja als Musiker immer auch ein wenig die Angst, dass bei der Zugabe die Halle leerer wird weil sich viele bei der Garderobe nicht anstellen oder dem Stau am Parkplatz vermeiden wollen. Aber da war nix dergleichen. Viel mehr spürte ich immer wieder die Erwartungshaltung der Leute, dass ich mir wieder und wieder die Harmonika umhänge und noch einmal anspiele. Ich will nicht gehen, die Leute wollen nicht gehen aber irgendwann ist es vorbei. Danke München! Es war ein unvergessliches Erlebnis.

 

Weitere Informationen unter www.andreas-gabalier.at

 


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