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18.06.2009

Biografie - Andreas Gabalier

„Da komm‘ ich her – da gehör‘ ich hin“

Andreas Gabalier oder es lebe der Unterschied

Man hat, wenn man Steirer, in diesem Fall Grazer ist und den Nachnamen Gabalier trägt, stets Erklärungsbedarf. Nein, es ist kein Künstlername und ja, die frankophile Ader trägt Andreas Gabalier tatsächlich im Körper. Man spricht seinen Familiennamen daher nicht mit „langem I“ sondern so wie es sich gehört: Ga-ba-liä. Andreas (Andy) Gabalier und der Grund, weshalb er nicht Müller, Maier oder Huber heißt, hat mit dem kleinen Korsen zu tun, der dereinst die Idee zum vereinten Europa hatte und daher mit seinen Truppen auch in die Steiermark kam. 1797 besetzten die Franzosen unter Napoleon Leoben, Bruck und Graz. Nach dem Waffenstillstand von Leoben am 4. Mai 1797 verließen sie das Land, aber offenbar fand es zumindest einer der Soldaten schöner bei Kern-Öl, Schilcher und knorrigen Leuten zu leben als mit Marschgepäck, schlechter Verpflegung quer durch den Kontinent zu latschen. Der Ur-Gabalier blieb und zeigte den Steirern wie gut Schilcher und Camembert zusammen passen. Schließlich wuchs in solch einer Stimmung eine ganze Familie heran.

Andreas Gabalier, 24 Jahre jung, Student an der Uni Graz. Juristerei. ‚Weil ich auf Ehrlichkeit und Gerechtigkeit nahezu programmiert bin‘, sagt er und schon die Art wie er sich im Gespräch darstellt zeigt, der Mann ist kein Showman. Gabalier holt zuerst Luft bevor er antwortet, es dauert auch diesen Hauch von kurzer Pause bevor er sich zu etwas äußert. Man merkt, dass er überlegt. Er sprudelt seine Antworten nicht heraus, er verschickt sie nicht mit einem Dauergrinsen und schreit anschließend rustikal ‚Wo sind die Hände?!‘. Der Mann ist anders. Er ist erfrischend anders und daher eine Wohltat in einer nach Aufmerksamkeit gierenden Show-Welt.

Aber wieso taucht dieser Andreas Gabalier auf einmal auf? Wieso passt gerade dieser Typ in eine veränderte Welt? ‚Ich habe bei mir im Keller ein kleines Studio, in dem ich an meinen Songs arbeite.  Ich hab‘ schon zwei Maxi-CDs gemacht und einer meiner Verwandten hat mir gesagt, dass er jemand kennt, der sich im Musikgeschäft auskennt und der mich gerne berät…einfach weil ich keine Ahnung vom Geschäft habe und ein bisschen Beratung sicher nicht schaden kann‘. Andreas Gabalier lernte Klaus Bartelmuss kennen. Der Steirer ist erfolgreicher Unternehmer, Entdecker und Förderer von Nik P. Bartelmuss erkannte sofort das Potential des jungen Musikers und bot die Zusammenarbeit an. ‚Dann ging es irgendwie rasend schnell‘, erinnert sich Gabalier, der sich auf einmal mitten im Geschehen fand. Plattenfirma, Management, Promotoren… ‚Vor einiger Zeit habe ich meine CDs noch ganz allein im Internet verkauft und jetzt bereite ich mich schon auf große Fernsehshows vor. Eigentlich unglaublich!‘, sagt er und in der Tat sind sowohl der Musikantenstadl als auch der Grand Prix der Volksmusik Sprungbretter mit breiter Publikumsbeteiligung. Da wird sich dann zeigen, ob das Publikum bereit ist einen Musikus zu akzeptieren, der mit Sicherheit nicht der Liga der Dauergrinser angehört. Keine Fönfrisur, kein Klischeebild des kreuzfidelen Harmonika-Spielers. Der Mann ist vom Scheitel bis zur Sohle echt. Sein Instrumentenspiel hat er sich seit jeher so gut wie selbst beigebracht. Die Harmonika hat er für sich entdeckt ‚weil genau sie das Instrument ist, mit dem ich meine Lieblingsstimmung finde und die so gut wie überall verfügbar ist, wo ich mich am liebsten aufhalte – am Berg, in der Hütte‘. Nein, das ist kein schön gepflegtes Postkartenbild eines cleveren Werbestrategen, sondern es ist wie er es sagt. Andreas Gabalier liebt es auf Berge zu steigen. Es ist sein Leben mit den Bergen zu leben. Auf seiner Internetseite findet sich ein Foto, wo er mit nacktem Oberkörper in der Lederhose steckt. ‚Ein Zufall‘, wie er sagt, aber nachdem es keine Zufälle gibt ist es genau dieses Foto, auf das er immer wieder angesprochen wird. ‚Wenn ich da oben bin und es ist heiß, dann zieh ich mir das Hemd aus und wasch mich am Brunnen. So einfach ist das‘. Klar, ganz einfach. Der Dachstein, ein großes Badezimmer halt…

Die Lieder des Andreas Gabalier sind in ihrer Art auch anders als man es aus einer auf Glückseligkeit gebuchten Branche kennt. ‚Sie finden mich‘, sagt er und wenn man genau hinhört, dann stellen sie einen Spiegel seiner Seele dar. Nein, er singt nicht zuckersüß, sondern hat ein charakteristisches ‚Reiben‘ in der Stimme welches das melancholische Spiel der Harmonika noch verstärkt. Kleine Arrangements, handgemachte Musik und schon gar kein ‚Ballermann-Feeling‘. ‚Nein, das bin ich nicht. Wo sind die Hände? Ich weiß wo die Hände sind…am Ende der Arme, da brauch‘ ich die Leute nicht danach zu fragen‘, sagt er und man versteht durch solche Sätze seine Welt. Man hört in seinen Texten immer viel über die Steiermark, man spürt Heimatverbundenheit weit ab von Nationalismus oder Volkstümelei. Die Musik des Andreas Gabalier ist sehr ehrlich. Sie gibt nicht vor etwas anderes zu sein als sie ist: Gefühlsbetont. Sie hat sehr viel Alpin-Blues in sich. ‚Da komm‘ ich her, da gehör ich hin‘ hat Reinhard Fendrich gesungen und in Andreas Gabalier findet sich diese Feststellung in ihrer reinsten Form wieder. So wie das Land und die Menschen, so sind seine Lieder. Er, der sich nicht nach einem Tal oder einer Alm benennt sondern so heißt wie er heißt, weiß ganz genau, dass der Grund, weshalb den Menschen bei manchen seiner Lieder Tränen in die Augen steigen, der ist, weil er so schreibt und komponiert wie er fühlt. ‚So bin ich, so bleibe ich‘, sagt er und ergänzt, fast leise und in sich gekehrt: ‚Ich bin kein Star, sondern hab‘ nur die Gnade mitbekommen, dass meine Lieder zu mir kommen‘.

Kein Werbeguru kann solche Sätze erfinden und jemandem überstülpen. Menschen wie Andreas gehen ihren Weg. Man kann ihnen dabei helfen weiter zu kommen, aber niemals sollte man versuchen, diese kreative Einheit die der Mann darstellt, mit irgendwelchen Branchen-Rezepten zu versalzen. Der Zuhörer spürt die Authentizität die Andreas ausstrahlt. Menschen mit Gefühl erkennen, dass das keine Show ist sondern einfach ein Weg, der sich abzeichnet. ‚Mir ist lieber ich weiß, dass die Leute sich bei meinen Liedern gegenseitig die Hände geben und sich umarmen, als dass sie auf mein Kommando die Hände in die Höhe reißen‘, sagt er und schon die Art wie er das sagt, dieser ruhige Blick den er dabei in den Augen hat, signalisiert ‚Es lebe der Unterschied‘.

-az-


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