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25.06.2010

Biografie

Anna Maria Jopek kam am 14. Dezember 1970 als Tochter eines bekannten polnischen Folkloresängers und einer Tänzerin in Warschau zur Welt. Als klassisch geschulte Pianistin machte sie 1994 ihren Abschluß an der Fryderyk-Chopin-Musikakademie in Warschau. Anders als ihre Schwester Patricja, die Konzertviolinistin wurde, schlug Anna Maria jedoch keine klassische Karriere ein. Bei einem kurzen Studienaufenthalt in den USA, wo sie 1989 an der Manhattan School of Music einige Kurse besuchte, hatte sie ihre Leidenschaft für den Jazz entdeckt. Und so beschloß sie nach ihrem klassischen Studienabschluß die Musik von Mozart und Ravel gegen jene von Keith Jarrett auszutauschen sowie die großen Bühnen der Philharmonien (zunächst) gegen kleine, verrauchte Jazzclubs und Theater.
“Ich würde mich freue, wenn man meine Musik nicht unter Jazz einordnen würde”, meint Anna Maria Jopek, “aber auch nicht unter Pop, Folk oder wo auch immer. Meine Musik weist schließlich eine Menge verschiedenster Einflüsse auf. Den bedeutendsten Einfluß hatte sicherlich der Jazz mit seiner Freiheit, seinen Harmonien und seinem Sinn für Time. Aber aufgewachsen bin ich mit polnischer Volksmusik. Meine Wurzeln habe ich hier in der slawischen Landschaft und all ihren Klängen.”
Seit sie 1997 mit “Ale Jestem” debütierte hat Anna Maria Jopek vierzehn Alben unter eigenem Namen veröffentlicht und mit den bedeutendsten polnischen Künstlern (darunter der legendäre Trompeter Tomasz Stanko), aber auch internationalen Größen (etwa Joe Lovano) Aufnahmen gemacht oder auf der Bühne gestanden. 2008 arbeitete Sie im Rahmen des Warschauer “Summer Jazz”-Festivals mit einem weiteren ihrer Idole zusammen: dem Vokalakrobaten Bobby McFerrin.
Nach wie vor zieht sie die intime Atmosphäre kleiner Clubs den großen Konzerthallen vor. Auch wenn sie dort längst wieder angekommen ist. Bei Open-Air-Auftritten in ihrer Heimat zieht sie mühelos ein mehrtausendköpfiges Publikum an. Nicht weniger gefragt ist sie mittlerweile aber auch im Ausland. Ein besonders denkwürdiges Konzert gab sie im Januar 2004 in der ehrwürdigen New Yorker Carnegie Hall, die bei weitem nicht jedem Künstler ihre Bühne zur Verfügung stellt.
Nicht nur von ihren weltweiten Fans schlägt Anna Maria Jopek stürmische Begeisterung entgegen. Schon 1994 erhielt sie für einen Auftritt bei einem Festival im polnischen Witebsk eine Auszeichnung von Michel Legrand, während ihr 1998 mit dem “Fryderyk” einer der wichtigsten polnischen Musikpreise verliehen wurde. In ihrer Heimat wurden außerdem fast alle ihre Alben entweder mit Gold oder Platin veredelt. Dennoch behauptet Anna Maria Jopek ganz bescheiden: “Die Musik selbst ist für mich die höchste Auszeichnung. Und die größte Herausforderung.”
“Anna ist ursprünglich, einzigartig, anders”, meldet sich noch einmal Pat Metheny zu Wort. “Sie ist wagemutig, sie ist bescheiden, sie ist offen. Sie ist eine großartige Musikerin. Seit sie Musik macht, hat sie stets versucht, immer nur den richtigen Ton zu treffen.”


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