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09.07.2003

So viel Talent

Anna Netrebko, So viel Talent

Anna Netrebko war zwanzig Jahre alt, als sie im Petersburger Marientheater die Treppen putzte. Über Umwege wurde der Leiter der Bühne Valery Gergiev auf die junge Studentin am Konservatorium aufmerksam, die bei ihm im Haus als Aushilfe jobbte. Denn immerhin gewann sie 1993 den Glinka-Gesangswettbewerb in Moskau und wirkte bei eine Vorstellung im Bolschoi-Theater mit. Gergiev bat sie zum Vorsingen, engagierte sie für sein Ensemble und entdeckte auf diese Weise einen Star am Opernhimmel.

Ihre Lehrerin Renata Scotto ist begeistert: "Anna ist eine fantastische Sängerin und ein wunderbarer Mensch. Es ist eine Freude, sie zu kennen. Ich wünsche ihr nur das Beste!". Zur Zeit kommt Lob von allen Seiten. Große Magazine wie Spiegel, Stern, Focus widmen ihr Geschichten, Auftritte wie bei den Münchner Opernfestspielen sorgen für Aufmerksamkeit. Nach den überwiegend auf die russische Szene bezogenen Anfangserfolgen, begibt sich die junge Sängerin mehr und mehr in die weite Welt.

 

Ein paar Eckdaten zur Orientierung: Anna Netrebko kommt 1971 im südrussischen Krasnodar zur Welt. Das Mädel singt gerne und so gut, dass sie zur Gesangsausbildung nach St Petersburg geschickt wird. 1993 der Glinka-Wettbewerb, das Engagement am Mariinski-Theater, ein Jahr später ihr Debüt auf der berühmten Petersburger Bühne als Susanna im "Figaro". Erste kleine Tourneen, 1995 Diplom am Konservatorium, kurz darauf die USA-Premiere als Ludmilla aus Glinkas "Ruslan und Ludmilla" an der San Francisco Opera. Begeisterte Presse, seitdem geht es stetig bergauf (Covent Garden, Scala, Salzburg, Wien etc.). "Mann kann ihrem weichen, lyrischen Sopran stundenlang fasziniert zuhören. Sie gehört zu den vollendetsten und zugleich anregendsten Sängerinnen ihrer Generation", meint der Rezensent der Washington Times und die San Francisco Chronicle fügt hinzu "Es gibt keinen Zweifel mehr. Anna Netrebko hat das Zeug, ein ganz großer Opernstar zu werden".

 

Doch was hat die Sängerin, das die Musikwelt sie derart enthusiastisch feiert? Da ist zum einen ihre Stimme. Netrebkos Sopran schafft die Verbindung von Leichtigkeit und Fluss mit Deutlichkeit und Ernst. Sie kann wunderbar klar über den Dingen schweben, sich aber genauso lasziv in den unteren Lagen tummeln. Nichts wirkt gestellt, im Gegenteil: Netrekbos Partien sprudeln nur so vor Natürlichkeit. Und das liegt an der Sorgfalt, mit der sie die Rollen auswählt: "Es muss etwas mit Substanz sein. Das gefällt mir. Zerlina zum Beispiel mag ich überhaupt nicht. Meine schlechteste Rolle. Es ist für mich schwierig, etwas darin zu finden. Ich kann nicht das niedliche kleine Mädchen vom Lande sein. Das liegt mir einfach nicht. Ich mag es, wenn ein Hauch von Gefahr dabei ist". Das ist nicht die femme fatale, sondern die femme consciente, die selbstbewusst den vermeintlichen Zwängen des Geschäfts gegenüber tritt und sich durch eine klare eigene Linie behauptet. Schon deshalb ist ihr am Montag erscheinendes Platten-Debüt unter eigenem Namen etwas Besonderes.

 

"Opera Arias" entstand mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Gianandrea Noseda. Und es vereint Melodien von Mozarts "Idomeneo" und "Don Giovanni" über Gounods "Faust" bis hin zu Dvoracs "Rusakla" und Berlioz' "Benvenuto Cellini". Es ist ein fulminanter Einstieg in den nächsten Abschnitt ihrer Karriere, vom Bühnenstar zur Plattenkünstlerin. Und Anna Netrebkos Erfolg ist kaum aufzuhalten. "Opera Arias" ist dafür der Beweis.


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