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19.10.2005

Die Großartige

Anna Netrebko, Die Großartige

Es war eine Sensation. Als Höhepunkt der Saison 2005 hatten die Salzburger Festspiele eine Neuproduktion von Giuseppe Verdis La Traviata angesetzt. Und sie hatten drei Stars der internationalen Opernszene verpflichten können, die das Augenmerk der musikkulturellen Weltöffentlichkeit unweigerlich auf Salzburg richteten. In die Rolle der Violetta schlüpfte die bedeutendste junge Sopranistin ihrer Generation Anna Netrebko, ihren Liebhaber Alfredo mimte der als aufgehender Stern am Musikhimmel gefeierte Tenor Rolando Villazón und dessen Bühnen-Vater Georgio wurde der renommierte Bariton Thomas Hampson.

Kein Wunder, dass bei solch einer Besetzung die Karten für die sieben Aufführungen nicht nur in Windeseile ausverkauft waren, sondern sogar astronomische Liebhaberpreise dafür geboten wurden. La Traviata jedenfalls wurde ein gewaltiger, von Presse und Publikum umjubelter Erfolg. Und die Aufnahme dieser jetzt schon legendären Aufführungen ist ein Dokument einer Sternstunde der zeitgenössischen Operngeschichte.

Verdi hatte einiges gewagt. Obwohl er die venezianische Zensur in schlechter Erinnerung hatte - sein "Rigoletto" war 1851 auf heftige Kritik von öffentlicher Seite gestoßen - ließ er sich von der Direktion des Teatro La Fenice dazu überreden, noch einmal eine Oper für die angesehene Bühne zu komponieren. Als Stoff allerdings wählte er eine Handlung, die mit Sicherheit wieder auf Protest stoßen würde. Verdi adaptierte Alexandre Dumas' "La Dame aux camélias" und machte mit Violetta eine Kurtisane zur Hauptfigur des Bühnengeschehens. Das Buch kannte er bereits, seitdem es erschienen war, eine Theaterfassung hatte er 1852 während eines Parisaufenthaltes gesehen. Beeindruckt von der Thematik, die die wahre Liebe im Umkreis der käuflichen Erotik an ihre Grenzen kommen ließ, brach er mit dem Grundsatz der Stilhöhenregel, nach der nur Figuren von Stand das tragische Scheitern erlaubt war. Damit überschritt Verdi eine wesentliche Grenze zu modernen Bühnenstoffen und machte La Traviata zu einem Meilenstein der Opernentwicklung, die mit den Klischees der Vergangenheit abschloss. Allerdings sollte es mehr als ein Jahr dauern, bis das venezianische Publikum diese Qualitäten auch zu schätzen wusste. Die Premiere am 6. März 1853 fiel trotz einiger wohlwollender Besprechungen bei den Menschen im Saal durch, vor allem wohl wegen der mäßigen Besetzungen der Hauptpartien. Erst eine gründlich revidierte und sorgfältiger erarbeitete Inszenierung am 6. Mai 1854 sorgte für den Jubel im Saal, der seitdem anhält und "La Traviata" zu einer der beliebtesten Opern überhaupt hat werden lassen.


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