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25.10.2006

Von ganzem Herzen

Anna Netrebko, Von ganzem Herzen

Die Zeit ist reif. Man kennt Anna Netrebko inzwischen als Donna Anna oder Violetta. Sie singt Mozart, Verdi, Donizetti, Puccini, Gounod, mit klarem, engelshaftem Sopran. Man sieht sie in Salzburg und Los Angeles, London und New York auf der Bühne und doch liegen ihrer Wurzeln in St. Petersburg, am Mariinski-Theater. Denn dort fing 1994 alles an, als der Dirigent Valery Gergiev der gerade mal 23jährigen Newcomerin die Partie der Susanna im "Figaro" anvertraute. Und dorthin kehrte sie im vergangenen Frühjahr zurück, um sich mit einem Arien- und Liedprogramm der zumeist schwermütigen Schönheit der russischen Opernwelt zu widmen. "Russian Album" heißen die Aufnahmen kurz und knapp und sie stecken voller Emotionen: "Es bedeutet für mich sehr viel, russische Musik mit diesem wunderbaren Orchester und Valery aufzunehmen. Ich empfinde es als Ehre, eine Aufnahme dieser herrlichen Sopranarien in meinem Heimatland machen zu dürfen. Viele der Arien sind lange nicht eingespielt worden - das macht die Ehre umso größer".

Die Verbundenheit ist eng. Offiziell ist Anna Netrebko noch immer ein Ensemblemitglied des Mariinski-Theaters. Soweit es ihr möglich ist, versucht sie auch für Aufführungen zur Verfügung zu stehen. Allerdings hat sich die Welt für sie wie auch für ihren Mentor Valery Gergiev in den vergangenen Jahren sehr verändert. Beide gehören zu den Künstlern, die die politische Wende der Neunziger als Chance verstanden haben und es mit einer Kombination aus Talent, Perfektion und harter Arbeit an die Spitze der internationalen Klassikwelt beschafft haben. Beide habe aber auch ihre Ursprünge nicht aus den Augen verloren. Vor allem Gergiev kümmert sich als Dirigent und Leiter des St. Petersburger Opernhauses (neben zahlreichen anderen Funktionen auf dem internationalen Parkett) kontinuierlich darum, dass das musikalische Erbe seines Heimatlandes nicht nur erhalten bleibt, sondern auch in der Wertschätzung der westlichen Welt die angemessene Würdigung erfährt. Seine Einspielungen von Tschaikowsky über Glinka bis Schostakowitsch gehören zu den Referenzen der gegenwärtigen Musikkultur und auch bei einem Projekt wie dem "Russian Album" hofft er auf mehr als nur den in Verkaufszahlen messbaren Erfolg: "Vor 200 Jahren gab es die Gattung der russischen Oper praktisch nicht. Heute aber ist es möglich, nicht nur von den fünf oder sechs berühmten Werken zu sprechen, sondern auch von den unglaublich schönen Opern Rimski-Korsakows oder Glinkas oder den weniger bekannten Tschaikowsky-Opern". Die Wahrnehmung verändert sich, bislang unterschätzte oder aus ideologisch-politischen Gründen der Vergangenheit kaum beachtete Kulturkreise fordern ihr Recht auf einen Platz im Bewusstsein der künstlerischen Welt ein und finden ihn schon aufgrund ihrer inhaltlichen Qualität und den unermüdlichen Überzeugungsarbeit von Pionieren wie Gergiev.

So kommt dem "Russian Album" in mehrfacher Hinsicht eine besondere Bedeutung zu. Zu einen ist es natürlich die lang erwartete musikalische Stellungnahme einer Weltklasse-Sopranistin und eines Weltklasse-Dirigenten zur Klangwelt ihrer Heimat. Darüber hinaus kann es aber auch durch die Kombination von berühmten Namen, ausgesuchtem Repertoire, künstlerischem Gehalt und genreübergreifender Popularität wesentlich dazu beitragen, dass seltenere Opern aus der Feder Rachmaninows, Tschaikowskys oder Rimski-Korsakows wieder häufiger auf den Spielpläne der internationalen Bühnen landen. Eines wird dabei schon nach den ersten Takten von Prokofiews "Krieg-und-Frieden"-Bearbeitung klar: Hier kommt wunderschöne, melancholische, leidenschaftliche Musik auf den Hörer zu. Anna Netrebko fühlt sich in ihrem Element und interpretiert ihre Rollen aus dem Gefühl einer tiefen Zufriedenheit heraus mit der nötigen Umsicht, um nicht persönlichen Sentimentalitäten zu folgen: "Ich brauche Zeit, um meine Stimme in die richtige Form zu bringen. Die Rollen, die ich singe, sind zwar nicht zu gewichtig für mich, aber russische Musik ist sehr emotional und braucht einen großen Klang. Daher muss man an der Atemkontrolle arbeiten. Man muss die Stimme gut stützen, sonst hält man nicht bis zum Ende der Oper durch." Manche der Partien waren Netrebko bereits bekannt, die meisten jedoch hat sie eigens für die Aufnahmen einstudiert. Stilistisch schlendert die Zusammenstellung vor allem durch die zweite Hälfte des vorvergangenen Jahrhunderts, von Prokofiews "Krieg und Frieden" bis hin zu Rachmaninows "Francesca da Rimini" und bietet Musik, die zu Tränen rühren kann. Anna Netrebko wiederum singt mit einer Intensität und Überzeugungskraft, dass sehr schnell klar wird: Die russischen Opern und Melodien müssen schnellstens wiederentdeckt werden. Und die idealen Botschafter für diese Ausgabe sind Valery Gergiev und Anna Netrebko.

Weitere Informationen zum Russian Album von Anna Netrebko finden Sie hier.


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