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07.05.2008

Das Triumvirat - La Bohéme mit Anna Netrebko und Rolando Villazón

Anna Netrebko, Das Triumvirat - La Bohéme mit Anna Netrebko und Rolando Villazón

Mimi und Rodolfo, die beiden verzweifelt Liebenden in der Pariser Dachkammer, gehören zu den schönsten Paaren der Operngeschichte. Das liegt nicht nur daran, dass Giacomo Puccini herrlich emotionale Arien für diese traurig intensive Liaison verfasst hat, sondern auch an den herausragenden Künstlergespannen, die diese Paraderollen des Verismo verkörpert haben. Nellie Melba und Enrico Caruso gab es da, Maria Callas und Giuseppe di Stefano, Renata Tebaldi und Carlo Bergonzi. Und seit vergangenem Jahr muss man noch ein weiteres in diese Riege der faszinierenden Besetzungen aufnehmen. Denn da brillierten Anna Netrebko und Rolando Villazón an der Münchner Oper als Mimi und Rodolfo - eine Kombination, die nun auch in der CD-Version ihren bewegenden Charme entwickelt.

Es waren glanzvolle Abende im April des vergangenen Jahres. Da fand sich das neue Traumpaar der Oper Anna Netrebko und Rolando Villazón gemeinsam mit einem aufsteigenden Weltstar, der Sopranistin Nicole Cabell, an der Münchner Oper ein, um eine de bekanntesten und noch immer mitreißendsten Opern des klassischen Repertoires umzusetzen. La Bohéme stand auf dem Programm, die Vorstellungen waren selbstredend Monate zuvor bereits ausverkauft und sie hielten musikalisch und interpretatorisch, was die grandiose Besetzung versprach: "Gestern Abend aber ging es ausschließlich um Musik. Und die funktionierte so hinreißend, dass alle Skeptiker in die Knie gehen mussten", wog der Rezensent der Abendzeitung Promi-Faktor und künstlerisches Resultat gegeneinander ab.
 
Tatsächlich wurde großes Kino geboten, wunderbare Klänge in zeitgemäßem Gewand, und das lag nicht nur an den Interpreten, sondern auch an der Stimmigkeit von Form, Personen und Inhalt. "La Boheme" ist eine Oper über junge Liebende, ein Werk für Menschen, die ihr Leben noch vor sich haben und nur durch einen unglücklichen Zufall in ihrem Glück ausgebremst werden. Es wirkt umso überzeugender, je näher die Darsteller an der theatralischen Lebenswirklichkeit der Figuren und damit in der Lage sind, sich glaubwürdig in deren Situation zu versetzten: "'La Bohéme' ist etwas für junge Leute, die diese Geschichte wirklich nachempfinden. Und für uns war sie genau richtig", meinte Anna Netrebko in einem Interview und brachte damit die Besonderheit der Münchner Aufführungen auf den Punkt.
 



Überhaupt stimmte in diesen bayerischen Apriltagen alles, die Interpreten, das Ensemble, das ausgezeichnete Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Bertrand de Billy und auch die positive Grundstimmung, die über der ganzen Produktion schwebte. Schließlich hatte man es nicht nur mit einem betörenden Werk zu tun, sondern auch mit einer Bühne, die für Netrebko und Villazón mit angenehmen Erinnerungen verbunden ist. Denn ebendort waren sie vier Jahre zuvor erstmals gemeinsam vor Publikum erschienen, damals in Verdis "La Traviata". "Wir spürten sofort, dass die Chemie stimmte, dass es ganz etwas Besonderes war", erinnert sich die Sopranistin und dieses Gefühl der künstlerischen Gemeinsamkeit hat sie seitdem nicht mehr verlassen, bis hinein in die Detailarbeit an Puccinis Meisterwerk.
 
"Für mich ist der schöne Moment in 'La Bohème', wenn Mimi im letzten Akt Rodolfo gesteht, dass er die Liebe ihres Lebens ist", erläutert Rolando Villazón seine Faszination. "Es ist eine der ausdrucksvollsten Passagen in Puccinis ganzem Oeuvre. Und in unserer Produktion haben wir versucht, eine besonders eindringliche Szene daraus zu machen." Mit Anna Netrebko auf der einen Seite - die übrigens unlängst wegen ihrer "Mischung aus stimmlichem Glanz und dramatischer Intensität" vom amerikanischen Time Magazin in die Liste der "100 Männer und Frauen, deren Macht, Talent oder moralisches Beispiel die Welt verändern" aufgenommen wurde - und Nicole Cabell als reizvolle Musetta auf der anderen kann Villazón seine ganze pathetische Kraft entfalten. Das Dreigespann der Stimmen triumphiert durch die Kunst und eine Aufnahme ist entstanden, die die Musikwelt hinreißen wird.


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