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18.02.2009

Netrebko, Bellini und der Liebesmythos

Anna Netrebko, Netrebko, Bellini und der Liebesmythos © Gabo

Die Opernstars Anna Netrebko und Elina Garanča haben in Wien mit Vincenzo Bellinis „I Capuleti e i Montecchi" das Publikum förmlich von den Sitzen gerissen. Die Aufnahme des umjubelten Bühnenereignisses aus dem Jahr 2008 sind nun auf CD erschienen und macht nun auch außerhalb des Konzertsaals klar, warum die Menschen so aus dem Häuschen waren.

Alt wurde Vincenzo Bellini (1801-1835) nicht. Kaum zehn Jahre blieben dem Komponisten aus Sizilien, um seine Meisterwerke des Belcantos zu vollenden, bevor er im Herbst 1835 in der Nähe von Paris, für die meisten seiner Zeitgenossen überraschend, an den Folgen eines Leber- und Darmleiden starb. Manch einer munkelte sogar von einer Vergiftung, jedenfalls war die Bestürzung groß und die  Trauerfeier im Invalidendom nahm Ausmaße eines Staatsbegräbnisses an. Vincenzo Bellini ähnelte damit aus heutiger Perspektive einem Popstar, zumindest wurde er wegen seiner Fähigkeit, bewegende und betörende Melodien zu schreiben, von den Opernfans der frühen Romantik inbrünstig verehrt.

Noch heute geht eine ungebrochene Faszination von ihm aus. Bellini, über Jahrzehnte hinweg von der Nachwelt vergessen und seit Mitte des 20.Jahrhunderts Oper um Oper wiederentdeckt, ist nach Meinung des Dirigenten Fabio Luisi „der Komponist, der am meisten zur Entwicklung der Stimme und der Melodie beigetragen hat. Niemand vor ihm und wohl auch niemand nach ihm hat seine Leistung erreicht". Tatsächlich hat Bellini während des kurzen Schaffenszeitraumes famose Dauerbrenner der Opernbühne wie „I Puritani", "Norma", „La Sonnambula" oder „I Pirati" geschaffen, zumeist in Kooperation mit dem Librettisten Felice Romani und inspiriert von den Stimm-Größen seiner Jahre wie der Sopranistin Maria Malibran und dem eng mit ihm befreundeten Startenor Giovanni Battista Rubini.

Weniger bekannt als die vier Hitopern, für viele Opernkenner jedoch das eigentliche Highlight aus Bellinis Oeuvre ist dabei das 1830 entstandene Melodram „I Capuleti e i Montecchi". Basierend auf der gleichen Vorlage wie Shakespeares „Romeo und Julia", allerdings über die dramatische Vermittlung einer erfolgreichen italienischen Bearbeitung von 1818 adaptiert, nahm der Komponist das berühmte Liebesdrama und verarbeitete es innerhalb nur weniger Wochen im Auftrag des Teatro La Fenice in Venedig zur Opernfassung. Uraufgeführt am 11.März 1830 kam der Stoff deutlich besser an als die vorangegangenen „Zaira" und hat, wie die Einspielung mit den Stars der heutigen Opernwelt Anna Netrebko, Elina Garanča und Joseph Calleja zeigt, reichlich musikalische Qualitäten, die den Aufwand einer Neuaufnahme rechtfertigen.

Festgehalten wurden die Wirren um die unglücklichen Liebenden im April 2008 im Saal des Wiener Konzerthauses gemeinsam mit dem Chor der Wiener Singakademie und den Wiener Symphonikern unter der Leitung von Fabio Luisi. Voran gegangen waren umjubelte Aufführungen in Wien mit Anna Netrebko als Julia und Elina Garanča in der Hosenrolle des Romeos, „Die hauptsächliche Aufmerksamkeit galt selbstredend den beiden Sängerinnen", meinte dazu der Rezensent der Wiener Zeitung und führte aus. „Der einzigartige, mädchenhafte Ton, den Netrebko ihrer dunkel gefärbten, wohlig warmen und trotzdem leicht geführten Sopranstimme für die Giulietta entlockt, ist schlicht fabelhaft. Romeo, ihr 'männliches' Gegenüber erhielt in Elina Garanča eine ideale Interpretin: Die nordische Schönheit beherrschte ihren ausladenden, zu sämtlichen dynamischen Abstufungen fähigen, in der Höhe herrlich metallisch leuchtenden Mezzo gewohnt virtuos".

Dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen, außer, dass die Aufnahme dieses Opernereignisses nun mit einer exquisiten Doppel-CD auch all jenen Belcanto-Fans den Zauber dieser Abende vermitteln kann, die keine Gelegenheit hatten, das faszinierende Starensemble live auf der Bühne zu erleben.

Auf den Künstlerseiten von Anna Netrebko und Elina Garanča finden Sie das aktuelle Video zu "I Capuleti e i Montecchi"

Seite von Anna Netrebko auf KlassikAkzente
Seite von Elina Garanca auf KlassikAkzente


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