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23.03.2010

Magisches Russland

Das neue Album "In the still of Night" von Anna Netrebko und Daniel Barenboim

Anna Netrebko, Magisches Russland Harald Hoffmann

Die russische Seele, so das Klischee, ist leidenschaftlich und melancholisch. Und etwas Wahres ist da wohl dran, zumindest mit Blick auf die musikalische Kunst. „Wir Russen sind sehr schwermütig“, meint Anna Netrebko, „und selbst unsere Volkslieder sind meistens traurig. Sie erzählen durch und durch traurige Geschichten, sind aber trotzdem wunderschön“. Nun hat sie sich mit dem Programm „In The Still Of Night“ nicht dem Volkston allein zugewandt, sondern den Transformationen der Stimmungen durch Komponisten wie Nikolai Rimsky-Korsakow und Peter Tschaikowsky. Das Resultat dieses famosen Recitals, das die Star-Sopranistin gemeinsam mit Altmeister Daniel Barenboim aufgenommen hat, ist gerade deshalb von dieser speziellen intensiven Atmosphäre geprägt, die die russische Romantik geprägt hat.

Auf der Opernbühne hatten Anna Netrebko und der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim bereits zahlreiche gemeinsame Stunden verbracht. Im Sommer 2009 aber stand etwas Neues auf dem Programm. Im Rahmen der Salzburger Festspiele waren die beiden Stars des internationalen Musikbusiness gebeten worden, einen gemeinsamen Recital-Abend zu gestalten. Und das war durchaus eine Herausforderung, auch wenn sich die Zusammenarbeit in der kleinen Form von Anfang an als rundum harmonisch herausstellte. „Es war ganz anders“, erinnert sich Anna Netrebko an die Erarbeitungsphase von „In The Still Of Night“, „denn diesmal brachte ich die Noten mit. Meine Auswahl gefiel ihm sehr gut und ich fragte, wann wir proben könnten. Er lächelte und sagte: 'Wir brauchen nicht zu proben – wir werden ganz einfach zusammen musizieren.' Genauso war es, und am Ende genügten einige, aber sehr intensive Proben. Alles war ganz logisch, wir haben uns perfekt verstanden. Er hat unglaublich viel Erfahrung, und es war eine wunderbare Zusammenarbeit“.

Darüber hinaus aber lag es auch an dem ungewöhnlichen und ebenso anspruchsvollen wie überraschenden Repertoire, mit dem Netrebko und Barenboim das Salzburger Publikum entzückten. Denn im Zentrum standen zwei russische Komponisten, Nikolai Rimsky-Korsakow und Peter Tschaikowsky, die beide weniger für ihre Kammermusik als für sinfonischen und virtuose Werke bekannt sind. Um so mehr gab es an diesem Augustabend im Schauspielhaus für Künstler und Zuhörer zu entdecken. „Einige der Lieder von Rimsky-Korsakow habe ich schon früher gesungen, aber noch nie die von Tschaikowsky, da sie sehr schwer sind. Ich hätte mich niemals an diese Stücke gewagt, als meine Stimme noch nicht fertig ausgebildet war. Es war ein Vorschlag von Maestro Barenboim, sie hier zu singen. [...] Bei den Tschaikowsky-Liedern muss man sich mehr anstrengen, aber jedes dieser Lieder ist wie eine kleine Geschichte, die man erzählt. Das macht sie so spannend, so dramatisch. Ich meine, sie sind in sich abgeschlossen, da fehlt nichts mehr“.

Außer vielleicht die Übersetzung der poetischen Texte aus dem Russischen in die Muttersprachen der Zuhörer. Deshalb ist „In The Still Of Night“ nicht nur eine edel edierte Aufnahme eines herausragenden Musikereignisses, sondern auch ein kleines Brevier russische romantischer Lyrik, dem neben den Originalversen im Booklet der CD die deutschen, englischen und französischen Übersetzungen beigefügt wurden. Ein Genuss ist dieses Album, von der betörenden Stimmung des Abends bis zur literarischen Kraft der lyrischen Kunstwerke, die von Dichtern wie Alexander Puschkin, Apollon Maykov oder auch Ivan Kozlov ersonnen wurden. 

Weitere Informationen zu Anna Netrebko finden Sie auf ihrer Künstlerseite.


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