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10.06.2009

„Das Tagebuch der Anne Frank“ – eine Mahnung zu Frieden und Freiheit

Anne Frank, Das Tagebuch der Anne Frank – eine Mahnung zu Frieden und Freiheit

Am 12. Juni 2009 wäre Anne Frank 80 Jahre alt geworden. Das Schicksal des deutschen Mädchens jüdischer Herkunft, das mit ihrem Tagebuch eines der bewegendsten historischen Dokumente des Holocaust hinterlassen hat, berührt die Menschheit bis heute und mahnt die Nachwelt, sich Hass und Gewalt couragiert entgegenzustellen. Mit der Hörbuchausgabe der Rowohlt-Monographie "Anne Frank", dem in Koproduktion mit DeutschlandRadio/RIAS Berlin entstandenen Hörspiel "Das Tagebuch der Anne Frank" sowie einer Zusammenstellung von Szenen aus ihrem Tagebuch und dem der polnischen Holocaustüberlebenden Janina David soll ein Teil zur Erinnerung an diese bemerkenswerte und außergewöhnliche junge Frau beigetragen werden, die trotz der Grausamkeit in ihrer Welt immer an das Gute im Menschen geglaubt und an ihrer Liebe zum Leben bis zuletzt festgehalten hat.

Annelies Marie Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. Kurz nach Hitlers Machtergreifung am 13. März 1933 verließ die Familie Deutschland und zog nach Amsterdam. Dort leitete Annes Vater Otto Frank die Niederlassung einer deutschen Lebensmittelfirma. Noch nach der Pogromnacht vom 9. November 1938 hielt er an seinem Optimismus fest, dass es sich bei den antisemitischen Ausbrüchen nur um einen „Fieberanfall“ gehandelt habe, der bald vorbei sein werde. Doch nach dem Einmarsch der Deutschen in den Niederlanden wurde Familie Frank schnell klar, dass sie auch in Amsterdam nicht länger vor nationalsozialistischen Übergriffen sicher sein würde. In rasender Schnelle änderte sich das Lebensumfeld der Schwestern Anne und Margot, denn immer neue Judengesetze nahmen ihnen grundlegende Rechte wie das Besuchen einer regulären Schule, die Nutzung von Bibliotheken, Kinos, öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrädern und brandmarkten sie mit dem Judenstern.

Zu ihrem 13. Geburtstag bekam Anne ein rot-weiß kariertes Tagebuch, in das sie am selben Tag zu schreiben begann. Ihre imaginäre Freundin „Kitty“ begleitete sie von nun an täglich, ihr vertraute Anne ihre Gedanken zum Tagesgeschehen, zum Glauben an Gott und zur Liebe an. 

Keinen Monat nach ihrem Geburtstag, am 6. Juli 1942, musste die Familie Frank viel früher als befürchtet in das vorsorglich schon vorbereitete Versteck im Hinterhaus von Otto Franks Firma umsiedeln, da Margot am Tag zuvor eine Anordnung zu ihrer Deportation in ein Arbeitslager erhalten hatte. Ihr völlig überstürztes Verschwinden tarnten sie mit der Finte, sie seien in die Schweiz ausgereist. Die Hoffnung, sich nur ein paar Wochen, höchstens Monate verstecken zu müssen, erwies sich allerdings als vergeblich. Mehr als zwei Jahre lebten sie eingeschlossen und unter größten Sicherheitsvorkehrungen im Hinterhaus, versorgt und beschützt von der Firmensekretärin Miep Gies, deren Mann und drei weiteren Mitarbeitern Otto Franks.

In den zwei Jahren ihres Verstecks entwickelte sich Annes Begeisterung für das Lesen und Schreiben schnell weiter. Ihr eigenständiger Stil und das Selbstbewusstsein einer Schriftstellerin schlugen sich in ihren Aufzeichnungen auf beeindruckende Weise nieder. Trotz ihrer starken Einschränkungen erlebte sie den Beginn ihrer Jugend mit den gleichen verwirrenden Stimmungen wie viele andere Heranwachsende und erfreute sich mit dem Sohn der zweiten dort versteckten Familie, Peter van Pels, erster Anflüge einer – allerdings nur kurz andauernden – Jugendliebe.

Während dieser an sich schon aufregenden Zeit war sie mit ihren Eltern eingesperrt und musste sich des Überlebens willen diszipliniert verhalten. Anne beschrieb die Situation im Achterhuis zunehmend beklemmend; ihre Mutter Edith verlor zusehends den Mut und aufreibende Konflikte führten ständig zu Unruhen.

Nach einem bis heute nicht aufgeklärten Verrat wurden die Versteckten am 4. August 1944 verhaftet und Anne und Margot nach Auschwitz und schließlich in das KZ Bergen-Belsen gebracht. Im März starben die Schwestern im Abstand von nur wenigen Tagen an einer Typhusepidemie. Wenige Wochen später, am 15. April 1944, wurde das Lager von britischen Truppen befreit.

Als einziger Überlebender der Familie zog Otto Frank nach Basel, von wo er sich dem von Miep Gies aufbewahrten Tagebuch seiner Tochter Anne widmete und dessen Botschaft in aller Welt verbreitete.


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