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14.11.2007

Von Antonio bis André

Anne-Sophie Mutter, Von Antonio bis André

In regelmäßigen Abständen ist es an der Zeit, ein Zwischenresümee zu ziehen. Die Geigerin Anne-Sophie Mutter gehört zu den bekanntesten Instrumentalistinnen ihrer Generation. Ihre Interpretationen sind Maßstab, ihr Spiel inspiriert das Publikum ebenso wie zeitgenössische Komponisten, die ihr eigens neue Werke auf den Leib schreiben. Mutters stilistisches Spektrum ist immens, doch es ist fest in den Klassikern des Repertoires verwurzelt. Deshalb liegt es nahe, dass die Weltklassekünstlerin auch einmal in die Schatzkiste der berühmten Melodien greift und für "Simply Anne-Sophie" ein Programm zusammenstellt, dass von Vivaldi über Beethoven bis Previn einen Querschnitt durch ihr Können bietet. Angefangen hat vieles mit Herbert von Karajan, der früh schon das Talent der jungen Geigerin erkannte und sie unter seine Fittiche nahm. Dabei ging es zunächst nicht nur darum, sie als Solistin zu präsentieren, sondern vor allem um Stil-, Geschmacks- und Persönlichkeitsbildung, die für einen Newcomer ebenso zentral sind wie das pure instrumentale Können. So erinnert sich Anne-Sophie Mutter noch aus der Distanz mit viel Respekt an diese frühen Jahre der Karriere:

"Herbert von Karajan hat mich in die Partituren hineingezogen und mir aus der Vogelperspektive gezeigt, wo die Geige ist, wie sie sich in das Orchester einfügt. Vor allem aber, wie großartig es ist, wenn ein Geigensolo aus einem Oboensolo herauswächst und man versucht, auch klanglich so abzuschattieren, dass eine Partnerschaft entsteht".
 
Im Anschluss an die außergewöhnliche musikalische Ausbildung, startete Mutter von den achtziger Jahren an eine internationale Bühnenkarriere, die ihresgleichen sucht. Und doch waren es genau diese Phasen der intensiven Arbeit mit einem erfahrenen Meister der Gestaltung, die ihr eigenes künstlerisches Selbstverständnis prägten, bis hin zur Gründung einer eigenen Stiftung, mit der sie den Gedanken der kompetenten und umfassenden Förderung über das unmittelbar Musikalische hinaus an die nächste Generation weiter gibt: "Ich gehe mit den Stipendiaten meiner Stiftung auch schon mal in ein Museum und zeige ihnen die französischen Impressionisten, wenn sie die Debussy-Sonate spielen. Es geht nicht um technische Meisterschaft, die setze ich sowieso voraus. Ein bedeutender Künstler muss ein umfassendes Stilempfinden entwickeln, das sich nicht nur aus dem Partiturstudium ergibt".
 
Vor diesem Hintergrund wird auch verständlich, dass ein Programm wie die Zusammenstellung "Simply Anne-Sophie" keine inhaltlichen Grenzen kennt. Im Mittelpunkt steht das Stilempfinden, das die persönliche Kompetenz des Interpreten mit dem Genius der Kompositionen zusammenbringt und das, bei radikaler Neugier auf die Dinge hinter der Erscheinung, auch neue Aspekte in scheinbar Altbekanntem wie Vivaldis "Vier Jahreszeiten" entdeckt: "Vivaldi interessiert mich, weil er so früh mit Klangfarben experimentiert hat. Ich habe versucht, den Bogen zur zeitgenössischen Malerei zu schlagen, denn diese Komposition ist eine endlose Spielwiese für die Klangfarbenpalette eines Musikers. Eigentlich ist es eine Tondichtung, in der ich versuche, mit meinem Instrument eine Geschichte zu erzählen". Für "Simply Anne-Sophie" hat sie gemeinsam mit den Trondheim Solists das Kapitel "First Allegro" aus dem Frühlings-Konzert aufgeschlagen, mit dem sie ihre Vorstellung von melodischer Klangentwicklung demonstriert.

Dazu kommen zahlreiche weitere großartige Beispiele aus dem Repertoire der vergangenen Geigenjahrhunderte, Klassiker wie Beethovens "F-Dur-Romance", Massenets "Meditation aus Thaïs", Kreislers "Liebesleid" und Gershwins "Summertime", ergänzt um persönliche Werke wie den "Song" aus "Tango Song and Dance" des Komponisten André Previn, mit dem Mutter bis 2006 verheiratet war. Eine Bonus-DVD präsentiert sie außerdem in verschiedenen Musikvideos mit Musik von Vivaldi, Mozart und Beethoven, so dann "Simply Anne-Sophie" sich als Einführung in die künstlerische Welt einer großen Geigerin eignet, darüber hinaus aber schlicht einen Wegweiser durch die Ausdrucksmöglichkeiten zeitgemäßer Interpretation darstellt.


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