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Traces of You

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Biografie

09.02.2016

Anoushka Shankar Biografie

Die Sitar-Spielerin und Komponistin Anoushka Shankar ist eine einzigartige Persönlichkeit in der Welt der klassischen indischen Musik und der modernen Weltmusik. Ihre spirituelle Musikalität trug ihr mehrere renommierte Auszeichnungen ein, darunter sind fünf Grammy-Nominierungen, der "House of Commons Shield" des britischen Parlaments, den sie als jüngste und erste weibliche Preisträgerin erhielt, die Wahl zum "Asian Hero" durch das Magazin TIME und den Preis als "Beste Künstlerin" der Zeitschrift Songlines. Vor nicht langer Zeit wurde sie als eine von fünf Komponistinnen in den Lehrplan der britischen Abiturkurse im Fach Musik aufgenommen.

Tief verwurzelt in der indischen klassischen Musik, studierte sie seit ihrem neunten Lebensjahr ausschließlich bei ihrem Vater und Guru Ravi Shankar und gab mit 13 Jahren ihr professionelles Debüt als klassische Sitaristin. Bis zu ihrem 20. Lebensjahr hatte sie drei klassische Sitar-Alben für EMI/Angel eingespielt und ihre erste Grammy-Nominierung erhalten – sie war die erste indische Frau und jüngste Musikerin überhaupt, die in der Kategorie "Weltmusik" nominiert wurde. 2005 veröffentlichte sie ihr bahnbrechendes, selbst produziertes Album "Rise", das ihr eine zweite Grammy-Nominierung eintrug, woraufhin sie als erste indische Künstlerin bei der Grammy-Verleihung auftrat.

Als Solistin ist Anoushka Shankar an vielen angesehenen Spielstätten aufgetreten, beispielsweise Carnegie Hall, Barbican Centre, Opernhaus Sydney, Wiener Konzerthaus, Salle Pleyel, Royal Festival Hall, Alte Oper Frankfurt, Théâtre des Champs-Elysées, Palais des Beaux-Arts und KKL Luzern. Hinzu kommen Auftritte beim Festival in Verbier, "Prager Frühling", Boom Festival und bei den BBC Proms in London. 

Sie hat die vier Sitar-Konzerte ihres Vaters mit führenden Orchestern wie dem London Symphony Orchestra, London Philharmonic Orchestra, MDR Sinfonieorchester, Luzerner Sinfonieorchester  und Orpheus Chamber Orchestra aufgeführt, die Leitung hatten angesehene Dirigenten wie Zubin Mehta, Kristjan Järvi und Jakub Hrůša.

2011 unterzeichnete Anoushka Shankar einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon. Damit begann eine künstlerisch fruchtbare Zeit, die drei weitere aufeinanderfolgende Grammy-Nominierungen mit sich brachte. Das von der Kritik gefeierte Album "Traveller" (produziert von Javier Limon) ging der Beziehung zwischen klassischer indischer Musik und spanischem Flamenco nach. Es folgten "Traces of You" (produziert von Nitin Sawhney, als Gesangssolistin wirkte Anoushkas Halbschwester Norah Jones mit) und "Home", ein Album mit klassischer indischer Musik, mit dem sie zu den Ragas zurückkehrte, die sie bei ihrem Vater gelernt hatte.

Mit ihrer mutigen, partnerschaftlichen Arbeit als Komponistin hat sie den Dialog zwischen Kulturen gefördert und zugleich die Vielseitigkeit des Sitar in unterschiedlichen musikalischen Richtungen unter Beweis gestellt. So hat Anoushka ein lebendiges Œuvre geschaffen, das in Zusammenarbeit mit prominenten Musikern wie Sting, M. I. A., Herbie Hancock, Pepe Habichuela, Karsh Kale, Rodrigo y Gabriela und Joshua Bell entstand.

Höhepunkte ihrer Arbeit waren in letzter Zeit die Leitung eines Tagore-Festivals am Globe Theatre in London, das dem legendären bengalischen Künstler und Universalgelehrten Rabindranath Tagore galt, sowie eine "Zeitinsel" im Dortmunder Konzerthaus, wo sie freie Hand hatte, in vier abendfüllenden Programmen verschiedene Aspekte ihres künstlerischen Lebens zu präsentieren.

Neben ihrer Laufbahn als Komponistin und Interpretin schrieb sie das Buch Bapi: The Love of My Life, ein biografisches Porträt ihres Vaters, und zudem war sie regelmäßige Kolumnistin für Neu-Delhis Zeitschrift First City und die Hindustan Times. 

In ihrer künstlerischen Arbeit versucht Anoushka Shankar zunehmend ihrem Engagement für die Rechte der Frauen und für soziale Gerechtigkeit Ausdruck zu geben. Als Reaktion auf die schreckliche Massenvergewaltigung von Jyoti Singh Pandey in Delhi 2011 hat sie sich mit ihrer ganzen Kraft für die Kampagne One Billion Rising auf Change.org eingesetzt. Zur Unterstützung der Kampagne veröffentlichte sie ein Video, in dem sie ein Ende der Verbrechen gegen Frauen forderte und offenbarte, dass sie als Kind viele Jahre hindurch sexuell missbraucht worden war. Danach wurde sie eingeladen, beim alljährlichen Hindustan Times Leadership Summit in Neu-Delhi 2013 an einer Podiumsdiskussion über Gewalt gegen Frauen teilzunehmen. In anderen Projekten der jüngsten Zeit moderierte sie eine Rundfunksendung über die Gleichheit der Geschlechter, um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu unterstützen, und koordinierte einen Aufruf an die britische Regierung im Hinblick auf die europäische Flüchtlingskrise, der von über 100 führenden Persönlichkeiten des kulturellen Lebens in Großbritannien unterzeichnet und im September 2015 in einer ganzseitigen Anzeige in der Tageszeitung The Guardian veröffentlicht wurde.

In der Saison 2015/16 unternimmt sie eine Indientournee mit ihrem klassischen Ensemble, um für das Album Home zu werben, hinzu kommen Auftritte im Berliner Konzerthaus und der Royal Albert Hall in London. Ihr neues Album, "Land of Gold", das eine Reaktion auf das humanitäre Trauma der vielen entwurzelten Menschen auf der Flucht vor Kriegen und Armut darstellt, wird im März bei Deutsche Grammophon veröffentlicht. Es folgen Tourneen durch Nordamerika (April 2016), Europa (Sommer und Herbst 2016) und Indien (Winter 2016). Konzertauftritte sind mit dem MDR Sinfonieorchester und dem Beethoven Orchester Bonn geplant.

Anoushka Shankar lebt mit ihren Ehemann und ihren beiden Söhnen in London, und ihre Karriere ist ganz von dem Wunsch geprägt, stetig als Künstlerin zu lernen und zu wachsen. Auf verschiedenen Kontinenten und in den unterschiedlichsten Kulturen reagieren die Menschen positiv auf das, was Anoushka als "Ehrlichkeit" in ihrer Musik bezeichnet und was unabdingbar zu ihrer Arbeit im Bereich der klassischen wie auch der modernen Musik gehört. Nitin Sawhney schrieb über sie: "Niemand verkörpert den Geist der Innovation und des Experimentierens augenfälliger als Anoushka Shankar."

1/2016