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28.04.2011

Biografie 2011

Es ist vollbracht: Bag Raiders aus Sydney haben ihr mit Spannung erwartetes und längst überfälliges Debütalbum endlich im Kasten. Der Titel: „Bag Raiders“, kein Firlefanz also. Die Jungs können sich demnach nun entspannen, sich zurücklehnen, die Füße hochlegen und genüsslich mitverfolgen, wie der gesamten Welt die kollektive Kinnlade herunterfällt – denn „Bag Raiders“ ist definitiv eines der rundesten und einzigartigsten Popalben des Jahres.

Hinter dem Namen Bag Raiders verbergen sich zwei Kreativköpfe, Jack Glass und Chris Stracey. Gemeinsam erschaffen die beiden australischen Produzenten ein musikalisches Feuerwerk aus satten Beats und elektronischen Klangteppichen, das derzeit rund um den Globus für Furore sorgt und sie zu einem der wichtigsten Newcomer-Duos der Stunde macht. Nach ersten Singleveröffentlichungen auf dem Label Bang Gang 12s (allein die Titel: „Fun Punch“, „Turbo Love“) und Remix-Aufträgen für Künstler wie Cut Copy, Midnight Juggernauts und Kid Sister, tauchte ihr Name schließlich immer häufiger auf, bis der Track „Shooting Stars“ sie endgültig ins Rampenlicht katapultieren sollte: „Shooting Stars“ lief in jeder verrauchten und versifften Ecke der Welt und in jedem Club rauf und runter; spätestens da war der Name Bag Raiders allen Hipstern, Club-Gängern, Szene-Kids und DJs in aller Welt ein Begriff – und sie selbst waren schlagartig „Shooting Stars“ der Electro-Szene.

Das Album „Bag Raiders“ ist extrem vielschichtig, es ist eine Art Ideensammlung, ein musikalisches Erinnerungsstück, wenn man so will. Allein dadurch sprengt es klassische Dance- und Popschubladen. Sowohl Fans der ersten Stunde als auch Neuzugänge kommen hier auf ihre Kosten, denn „Bag Raiders“ gelingt die Balance zwischen eingängigen Mitsing-Refrains, astreinen Hymnen, entspannten Chill-Out-Tunes und der Art von Dancefloor-Tracks, die einen sofort auf die Tanzfläche zwingen. Kurzum: Bag Raiders räumen mal so richtig auf in der Dance-Welt. Hier wird nichts verdünnt, nichts verwässert, Glass und Stracey machen auch nichts, was überflüssig wäre. Ihr Debüt ist einfach mal voll auf die 12.

Und: In Australien ging der Longplayer übrigens nicht nur auf die 12, sondern auch direkt auf die 7 – in den Charts.

Die Aufnahmen machten die beiden in ihrem „Geheimbunker“, wo sie sich Bärte wie einst zur Kolonialzeit stehen ließen und alles natürliche Licht kurzerhand aussperrten; sie verließen diesen düsteren Rückzugsort allenfalls, um eine gute Flasche Wein zu organisieren oder zwischendurch den einen oder anderen Schnorchel-Trip einzulegen. Bei Kerzenschein und dem hämmernden Geräusch tropfender Wasserhähne zerbrachen sie sich dann ewig den Kopf, um die richtigen Songstrukturen und Klangkurven zu finden. Angetrieben wurden sie dabei von einem extremen Verlangen, ein synästhetisches Problem zu lösen: Sie wollten jene wundersamen Landschaften kreieren, die sie sich zwar irgendwie vorstellen, aber noch nicht wirklich „sehen“ konnten. Für ihre Experimente wählten sie zudem den einen oder anderen Albumgast aus, so zum Beispiel Dan Black, Rhys Taylor (Ted & Francis), Simon Jones (The Holidays), Giselle Rosselli („Crave You“) und Martin Solomon (Wim), deren Gastvocals sie dann mit ihren Electro-Tracks zu einer Einheit verbanden.

Als Vorgeschmack auf den Longplayer – und zugleich als direkter Nachfolger zu „Shooting Stars“ – erscheint der Track „Way Back Home“: eine massive Hymne, ein Ruf zu den Waffen, ein Aufruf zum Tanzen, zum die Hände in die Luft schleudern – wobei Gastsänger Martin Solomon von der Band Wim aus Sydney wunderbar mürrisch klingt und alles zwischen Zuneigung, Erschütterung und Ekstase in seiner Stimme vereint. 

Das komplette Album entfaltet sich daraufhin wie ein Kaleidoskop, angefangen mit „Castles In The Air“, einem Stück, das ganz klar in Richtung House-Track geht. Weiter geht’s mit dem zukünftigen Live- und Festival-Klassiker „Sunlight“ feat. Dan Black, woraufhin „So Demanding“ etwas mehr Ruhe ausstrahlt: Was auch sonst will man von einer Electro-Schlaflied-Nummer mit Crooner-Gesang erwarten? Mit „Prelude“ begeben sich die Bag Raiders abermals auf musikalisches Neuland, denn die sich langsam ins Hirn brennende Instrumentalnummer zeugt einfach mal von dermaßen viel Musikverständnis, dass einem fast schon schwindelig wird. Dann geht’s Schlag auf Schlag weiter, den einen Fuß in der Dance-Welt, den anderen im Pop-Himmel, prasseln immer neue Highlights auf einen ein, bis die Single „Way Back Home“ den epischen Schlusspunkt setzt.

Wer in den letzten zwei Jahren irgendeinen Club betreten, auf irgendeiner Party die Hüften bewegt, bei irgendeinem Festival in Richtung Bühne geschaut oder den Regler ein bisschen durch die Radiolandschaft bewegt hat, wird den Sound der Bag Raiders mit Sicherheit schon gehört haben, wenn auch nur beiläufig und unwissentlich. All diese Momente, auch wenn sie längst vergessen sein mögen, fließen auf diesem Album zusammen, werden zu 49 Minuten, die man jetzt gebündelt genießen kann. In voller, funkelnder Pracht. Bon appétit!


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