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20.08.2009

NOCHMAL, NUR ANDERS. Das Album.

Barbara Schöneberger, NOCHMAL, NUR ANDERS. Das Album. (c) Universal

Barbara Schöneberger

NOCHMAL, NUR ANDERS. Das Album.

Ich geb dir kein Versprechen
Um’s irgendwann zu brechen
Bei mir ist drin was drauf steht!
Wenn man drauf steht
An mir ist alles echt
(aus: „Alles echt“)

Barbara dies, Barbara das – Barbara Schöneberger ist in aller Munde. In den Klatschspalten, im Feuilleton, im Netz, im Fernsehen sowieso und überhaupt. Und dann singt sie auch noch. Ende 2007 veröffentlichte die Entertainerin ihr erstes Album. Titel: „Jetzt singt sie auch noch“. Ein Riesenerfolg. Und dann ging sie 2008 auch noch auf Tour! Ausverkauft! Die „Bunte“ schrieb: „Diese Frau ist der einzige deutsche Vulkan, der noch tätig ist.“ Deutschland hat endlich wieder eine Diva – und zwar eine mit Herz, Verstand und der göttlichen Gabe der Selbstironie. Wie aktiv dieser Show-Vulkan ist, zeigt Barbara Schöneberger ab dem 25. September 2009: An diesem Tag erscheint ihr zweites Album „Nochmal, nur anders“.

Auf ihrer Reise durch die Popgeschichte des 20. Jahrhunderts macht Barbara Schöneberger diesmal auch Station in den Discos der 70er. Denn zu den großen musikalischen Themen von „Nochmal, nur anders“ gehört der legendäre Philly-Sound – also Tanzmusik mit großem Orchester. Angetrieben von dynamisch pumpenden Grooves bereiten coole Streicher-Riffs und kraftvolle Bläser die Basis für die Songs, in denen sich Barbara Schöneberger charmant und frech, eloquent und witzig dem merkwürdigen Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit widmet. Mit diesem Album macht die Tochter eines Konzertklarinettisten klar, dass Musik für sie mehr ist als ein glamouröser Zeitvertreib. Man hört sofort: Musik macht ihr Spaß, aber sie macht Musik nicht nur zum Spaß. Barbara Schöneberger 2009 – das ist eine ernsthafte, selbstbewusste Künstlerin, eine hervorragende Sängerin und überzeugende Interpretin deutschsprachiger Popmusik auf der Höhe der Zeit. Und außerdem gilt, was die Schriftstellerin Ildiko von Kürthy nach dem Besuch eines Barbara-Schöneberger-Konzerts sagte: „Ihre Musik macht einfach gute Laune.

Dass Barbara Schöneberger zwischen Januar und Juni immer wieder bestens gelaunt ins Hamburger Peer Studio ging, um das neue, das in der Karriere eines Musikers so wichtige zweite Album einzusingen, hört man. Und das hat Folgen: Die Aufnahmen knüpfen mühelos am Vorgängeralbum an, lassen dabei aber die Ballsäle des Revue-Jazz weitgehend hinter sich. Und nicht nur stilistisch hat sich was getan. Barbara Schöneberger ist als Künstlerin ungeheuer gewachsen. Ihre Stimme ist noch beweglicher geworden: Intonation, Interpretation, Artikulation – perfekt. Die Zeichen stehen auf kreatives Wachstum.

Hilfreich ist dabei natürlich immer ein klares Konzept. Dann fühlen sich alle Beteiligten wohl und geben ganz locker ihr Bestes. Merke: sehr gute Texte plus sehr gute Musik ergeben ein sehr gutes Album. Zur Umsetzung dieses Rezeptes bedarf es jedoch der richtigen Zutaten, und die kommen von einigen der besten Komponisten und Texter des deutschen Sprachraums. So stammen sechs Titel von Frank Ramond und Matthias Haß, Deutschlands meistgefragtem Songwriter-Duo, das u.a. bereits mir Roger Cicero und Annett Louisan gearbeitet hat. Außerdem dabei: drei Songs von der Sängerin Pe Werner und ihrem Co-Autor Peter Koobs sowie je ein Song des Autorenkollektivs Tinseltown (Christina Stürmer, Till Brönner) und William Wahl, Songwriter der Kölner A-capella-Band Basta. Zu den Höhepunkten des Albums zählt sicherlich Barbara Schönebergers Interpretation des Udo-Jürgens-Klassikers „Ich weiß, was ich will“. Als Produzenten zeichnen einmal mehr Frank Ramond und Matthias Haß verantwortlich, die bei aller Eingängigkeit komplexen Arrangements stammen wie schon beim Debütalbum von Professor Wolf Kerschek. Es spielt das äußerst versierte Wolf Kerschek Studio Orchester.

„Nochmal, nur anders“ ist eine Sammlung von zwölf Songs, bei denen sprühender Sprachwitz und feine Ironie, enorme Musikalität und selbstsicheres Stilbewusstsein für Hochstimmung ohne Pause sorgen. Als Opener macht „Verboten gut“ zu einem bestens gelaunten Up-tempo-Beat gleich zu Anfang klar, dass im Zusammenleben von Männern und Frauen jede Menge Spaßpotenzial steckt.

„Liebesleben“ empfiehlt der geneigten Hörerschaft, auch mal ein bisschen an sich selbst zu denken. „Man muss sein Liebesleben pflegen / Sonst wird sich bald gar nichts mehr regen / Man muss sein Liebesleben lieben / Beim Thema Liebe wird so häufig untertrieben“ heißt es im Refrain – erfrischender und höchst sympathischer Aufforderungs-Pop mit einer großzügigen Portion Motown-Appeal.

„Berlin Mitte“ entlarvt mit beißender Ironie einen (nicht nur) in der Hauptstadt weit verbreiteten Lifestyle der großen Ankündigungen. „Willkommen auf dem Olymp der großen Schritte / Einen vor und zwei zurück: / Berlin Mitte“, heißt es im Refrain über die putzige Welt pseudo-kreativer Metropolenbewohner. Dass diese in dem Song von Frank Ramond und Matthias Haß wiederum nur Kleinstadtfantasien hinterher jagen, macht sie schließlich auch ein bisschen bedauernswert und damit irgendwie doch ganz sympathisch: „Ick will mir frei betäjen / Irjentwat mit Medien / Und politisch sowieso“.

Bei „Denk jetzt bitte an ein Nilpferd“ geht es nicht um den Traum vom perfekten Zoobesuch, sondern schlicht und einfach um Sex. Aber so platt kommt der Song nicht auf den Punkt. Zu sanften Bossa-Klängen besingt Barbara Schöneberger die vielfältigen Gedankenspiele, die einen Mann dazu befähigen könnten, beim Liebesspiel Rhythmus und Tempo behutsam an die Bedürfnisse seiner Partnerin anzupassen. Auf dem Weg zum Höhepunkt wechselt die Sängerin überzeugend für einen Moment in den Sopran, das Schlagzeug beschleunigt lustvoll die Schlagzahl und gibt sich sogar Ravels einschlägig bekanntem Bolero-Rhythmus hin… und dann fängt alles wieder von vorne an. Das Ganze noch mal, aber vielleicht ein bisschen anders.


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