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Biografie

14.10.2010

Biografie

Dass Stillstand im Musikbusiness Rückschritt bedeutet, wissen auch Sängerin Beate S. Lech und ihr Bass spielender Partner Marius Reksjø. Als sie 2000 ihr gemeinsames Projekt Beady Belle ins Leben riefen, lag ihr musikalischer Fokus noch ganz auf NuJazz-Klängen mit elektronischen Beats. Ein Sound wie geschaffen zum jazzigen Chillen in hippen Clubs. Zwei Alben nahmen Beady Belle als Duo in diesem Stil auf: 2001 “Home” und zwei Jahre später den Nachfolger “CEWBEAGAPPIC”. Dann holten sie weitere Musiker fest an Bord und änderten sie nach und nach ihren musikalischen Kurs.

Kennengelernt hatten sich Beate S. Lech und Marius Reksjø schon geraume Zeit, bevor sie Beady Belle gründeten. Die beiden arbeiteten bereits miteinander, als sie in Oslo noch Musik studierten. Beate war damals unter anderem Mitglied der Bands Insertcoin, Metropolitan und Folk & Røvere, aus der sie erst 1999 als Leadsängerin ausstieg, trat aber auch mit Bugge Wesseltoft, den Brazz Brothers und Jon Eberson auf. Auch Marius war vor Gründung von Beady Belle Mitglied von Insertcoin gewesen und sammelte als Bassist Spielerfahrung an der Seite von Eivind Aarset, Bugge Wesseltoft, Jan Eggum und in der Bobby Hughes Experience.

1999 fragte Bugge Wesseltoft Beate Lech, ob sie nicht ein Soloalbum für sein noch junges Label Jazzland Recordings machen wolle. Er versprach ihr vollkommene künstlerische Freiheit. Und die wollte die junge Künstlerin ausgiebig nutzen. Also nahm sie sich vor, ihr Debütalbum im Alleingang zu machen: vom Schreiben der Songs und Texte über das Programmieren und Arrangieren bis hin zum Aufnehmen und Produzieren in ihrem eigenen Studio. Doch dann trat Marius Reksjø in Erscheinung. Beate spielte ihm irgendwann die bis dahin fertigen Aufnahmen vor und im Nu entspann sich zwischen den beiden ein fruchtbarer Gedankenaustausch, der dazu führte, dass Marius in das noch unfertige musikalische Projekt involviert wurde. Dies war die Geburtstunde von Beady Belle.

2001 brachte die zwei, das beinahe im Alleingang aufgenommene Debütalbum “Home” heraus,das nicht nur in ihrer Heimat Norwegen sofort einschlug, sondern wenig in ganz Europa sowie in Japan, Kanada, Korea und Australien für Furore sorgte. Nicht nur die Kritiker überschlugen sich vor Begeisterung. Im Handumdrehen konnten Beady Belle unter scheuklappenlosen Pop-, Clubmusik- und Jazzfans eine eingeschworene Hörerschaft für sich gewinnen. Den Erfolg konsolidierten sie 2003 mit ihrem zweiten Album “CEWBEAGAPPIC”. Der unausprechbare Titel, der zusammengescrabblet zu sein schien, hatte in Wirklichkeit ein Bedeutung, das bandwurmartige Kürzel stand für eine Reihe von Gegensätzen: Complex + Easy, White + Black, Electronic + Acoustic, Groovy + Ambient, Played + Programmed, Improvised + Composed.

2005 erschien mit “Closer” der dritte Streich des sich so hervorragend ergänzenden Gespanns Beady Belle, das mittlerweile auch privat ganz offiziell ein Paar war. Aufgenommen wurde dieses Album in enger Kooperation mit Keyboarder Jørn Øien und Schlagzeuger Erik Holm (die Beady Belle schon seit geraumer Zeit bei Live-Auftritten unterstützt hatten) und einigen Gastmusikern (u.a. Bugge Wesseltoft am Fender Rhodes). Die neuen Songs bestachen durch stilistischen und atmosphärischen Abwechslungsreichtum. Beady Belle hatte sich vom elektronischen NuJazz-Duo zu einer organischen, von Soul und Funk inspirierten Band gemausert.

Drei Jahre später - Beate und Marius waren inzwischen Eltern geworden - gab es auf dem vierten Album “Belvedere” einen neuen musikalischen Richtungswechsel, diesmal hin zu einem poppigeren Format und Einflüssen moderner Country-Musik. Mit Jamie Cullum und India.Arie präsentierten Beady Belle auf dem Album als Gäste außerdem zwei internationale Stars.

In den seither verstrichenen beiden Jahren ist Beady Belle als Band immer mehr zusammengewachsen. Und Beate S. Lech ist, wie man nun auf dem neuen Album “At Welding Bridge” hören kann, stimmlich erstaunlich weitergereift. Sie klingt zielstrebiger, kraftvoller, erdiger und verführerischer - aber sie hat sich zugleich ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Auch stilistisch offenbaren Beady Belle auf ihrem fünften Album jede Menge neue Facetten, von denen sie einige zuvor nur angedeutet hatten. Mit “At Welding Bridge”, ihrem bislang poppigsten und abwechslungsreichsten Album, beweisen Beady Belle, dass sie noch lange nicht an musikalischen Stillstand denken.