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01.03.2013

Beady Belle zeigen Zähne

Beady Belle, Beady Belle zeigen Zähne

Stillstand ist etwas, das Beady Belle fremd ist. Das Ensemble von Sängerin Beate S. Lech und Bassist Marius Reksjø hat seit 2001 eine beneidenswerte Serie von Alben veröffentlicht, auf denen es mit unterschiedlichsten Stilmitteln experimentiert. Nun schlägt es auf seinem sechsten Album “Cricklewood Broadway” wieder einen vollkommen neuen Pfad ein.

Konzeptalbum mit literarischer Vorlage

Das Album basiert auf dem Erfolgsroman “White Teeth” (deutscher Titel:
“Zähne zeigen”) der britischen Schriftstellerin Zadie Smith. Der von der Kritik hochgelobte Roman handelte von in London lebenden Immigranten und den Problemen, die sie haben, sich in ihrer neuen Heimat zu integrieren, während sie sich zugleich bemühen, an ihrer eigenen Kultur festzuhalten.
Beady Belle haben nun versucht, die Themen des Romans musikalisch umzusetzen. Um dies zu schaffen, haben sie auf die üppigen, mit einem leichten Country-Einschlag versehenen smoothen Jazzarrangements verzichtet, die man auf vorangegangenen Alben wie “Belvedere” oder “At Welding Bridge” finden konnte. Stattdessen warten sie hier mit fast schon minimalistischem Soul und Funk auf. Natürlich klingen die Melodien und Akkordfolgen immer noch unverwechselbar nach Beady Belle, aber die diesmal gewählten Klänge sind dennoch anders.

Ein musikalisches Spiegelbild der kulturellen Vielfalt Londons

Beate S. Lechs Stimme dominiert diese Aufnahmen deutlich, während die Instrumentation nie die Grenzen des Nötigen überschreitet. Mal stützen ansteckend funkige Synth-Basslinien entspannte Akkordfolgen (“Saved” und “So Far So Good”), mal treffen kurz aufblitzende Reggae-Einlagen auf Elemente deutlich kühlerer Klimaregionen (“Party-Pooper” und “Poppy Burt-Jones”). Dann wiederum verschmilzt Balladeskes mit Urbanem (“Faith”, “Every Moment” und “Half-Truth”). In “Circlet” hallen Anklänge an Fleetwood Mac und Acid-Jazz nach, während “Song Of Irie” den Bogen von Prince zu klassischem Rhythm’n’Blues zu schlagen scheint. Und in “My Name On The World” wirbelt ein Latino-Rhythmen-Sturm durch einen nahöstlichen Markt auf einen verdunkelten Nachtclub zu. Der stilistische Abwechslungsreichtum spiegelt ganz bewusst die kulturelle Vielfalt wider, die Zadie Smith zu ihrem Debütroman inspirierte.

Trotz seiner hervorragenden Klangqualität erweckt dieses Album oftmals den Eindruck, als wäre es in einem kleinen Heimstudio aufgenommen worden, denn die Aufnahmen strahlen eine ungewöhnliche Intimität und Unmittelbarkeit aus. Zum Kern von Beady Belle - bestehend aus der Sängerin Beate S. Lech, Bassist Marius Reksjø und Schlagzeuger Erik Holm
- stießen der Keyboarder David Wallumrød (der auch schon auf “At Welding Bridge” zu hören war) und als zusätzliche Vokalistin Torun Eriksen.


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