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14.03.2013

Impressionen und ein Hauch von Jazz - Benjamin Grosvenor spielt Saint-Saëns, Ravel und Gershwin

Benjamin Grosvenor hat seine erste Karriere schon hinter sich. Kaum mehr als 20 Jahre alt ist er seit fast einem Jahrzehnt im Geschäft und in seiner Heimat England ein Star. Das wird mit seinem neuen Album noch mehr werden.

Benjamin Grosvenor, Impressionen und ein Hauch von Jazz © Decca

Das Jahr 2012 war ein gutes Jahr für Benjamin Grosvenor. Sein Debüt-Album für das Label Decca mit Stücken von Chopin, Liszt und Ravel bescherte ihm eine ganze Reihe von Auszeichnungen, einschließlich zwei Gramophone Awards. Die Presse lobte ihn euphorisch unter anderem als das größte Klaviertalent, das Großbritannien seit einem halben Jahrhundert erlebt hat. Die Erfolgsserie hatte bereits rund acht Jahre früher begonnen. Damals war der Knabe, nachdem er bereits vier Wettbewerbe gewonnen hatte, von der BBC zum 'Young Musician Of The Year' gekürt worden, was ihm ebenso Fernsehpräsenz wie zahlreiche Angebote für Konzerte eingebracht hatte. Ein umsichtiges Karrieremanagement mit streng geregelten Bühnenphasen allerdings verhinderten, dass der Newcomer sich gleich in jungen Jahre verbrauchte. Und so kann er heute als einer der viel versprechendsten Künstler seiner Generation antreten, um auf dieses Fundament aufzubauen.

Von der Romantik bis Gershwin

Das neue Album besteht aus Konzertaufnahmen, die zusammen mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung von James Judd entstanden. Für Benjamin Grosvenor war es wichtig, diesen Faktor des Unmittelbaren, Kommunikativen mit auf die Einspielung zu holen. Und außerdem wollte er sich Werken widmen, die er im Vergleich zu den Klassikern von Beethoven bis Brahms für unterrepräsentiert hält: das 2.Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns, das Klavierkonzert G-Dur von Maurice Ravel und die Rhapsody in Blue von George Gershwin, ergänzt um jeweils eine Miniatur der Komponisten als Fugen zwischen den Großwerken. „Ich hatte oft das Gefühl, dass das französische Klavierrepertoire unterschätzt oder höchstens als opulente Stimmungsmusik oder ‘Klanggemälde’ beurteilt wird”, meint Grosvenor. “Aber die Existenz von Beethoven — und seine unbestrittene Größe — bedeutet nicht, dass man auf Musik herabsehen sollte, die andere Ideale und Ziele hat. Ich bewundere die Konzerte von Ravel und Saint-Saëns, seit ich sie zum ersten Mal gehört habe.“

Blick über den Tellerrand

Maurice Ravel und vor allem George Gershwin hatten ein besonderes Verhältnis zur Musik ihrer Zeit. Sie ließen sich faszinieren von der Klangwelt des Jazz und erschlossen auf diese Weise ihrer eigenen Zunft neue Inspirationsräume, die auch Benjamin Grosvenor begeistern: „Die Rhapsody in Blue ist einfach ein Werk von hinreißender Erfindungskraft. Die funkelnde Kreativität ist umwerfend; und wie bei den Werken von Saint-Saëns und Ravel spürt man die Inspiration, die Gershwin durch bestimmte Einflüsse erhielt — kulturelle im weiteren Sinn sowie musikalische, die seinen Stil so sehr erfüllten. Er verstand das Werk als ‘eine Art musikalisches Kaleidoskop dieses schnelllebigen Schmelztiegels namens Amerika, des einmaligen Schwungs unserer Nation, unseres Blues, unseres Großstadtwahnsinns’.” Das macht die Rhapsody im Verbund mit den romantischen und impressionistischen Gegenstücken zu einem Glanzlicht des modernen Konzertsaalrepertoires, das Benjamin Grosvenor mit allem Feuer seiner jugendlichen Wucht in ein Meisterstück dieses Musikfrühlings zu verwandeln versteht.


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