Backstage
Benyamin Nuss BACKSTAGE EXCLUSIV

Aktuelles Album

Facebook

News

16.09.2010

Synergien - Das ungewöhnliche Debüt des Benyamin Nuss

Die Welt der Spielekonsolen löst jenseits der Adoleszenz schnell kulturkritische Reflexe aus. Dabei wissen die wenigsten über 30, was wirklich in den virtuellen Welten passiert. Oder gar wie es sich anhört

Benyamin Nuss, Synergien - Das ungewöhnliche Debüt des Benyamin Nuss © Dieter Eickelpoth

Man kennt die Bilder: Ungepflegte Nerds neben Pizzakartons, verwahrloste Süchtige, die angesichts des Bildschirms die Realität vergessen. Bei manch einem wird das auch zutreffen. Das Gros der Computerspieler jedoch nützt die Möglichkeiten der animierten Welten vor allem zur Unterhaltung. Und dazu wiederum braucht man, soll sie denn nicht im Lautlosen stattfinden, zunächst Geräusche, darüber hinaus auch Musik. Der Markt für Soundtracks, die die digitalen Phantasiereisen umrahmen, gehört daher seit Jahren zu den Wachstumsbranchen, weitgehend unbemerkt vom Kulturbetrieb. Dabei haben vor allem die Japaner schon lange auf dieses Segment hingewiesen und es, womöglich ein wenig ernster als anderswo, auch im realen Leben präsentiert. So gab es zu Beginn der Neunziger in Tokio eine erfolgreiche Reihe mit Orchestral Game Music Concerts, die Melodien zahlreicher Komponisten des Genres in die Hallen der Hochkultur brachten. In Leipzig nahm man 2003 diese Idee auf und veranstaltet seitdem alljährlich Symphonischen Spielemusikkonzerte im Gewandhaus, in Verbindung mit der Branchenmesse Games Convention.

Benyamin Nuss nun ist einer, der sich gern auf beiden Seiten der Szene tummelt, zum einen als Solist auf der Bühne des Gewandhauses (demnächst auch wieder am 23. Oktober im Rahmen seiner Tournee), aber auch am Rechner und an den Konsolen in den Messehallen. Für den 21-jährigen Pianisten war das noch nie ein Gegensatz, denn er kennt beide Sphären von Kindesbeinen an. Auf der einen Seite war er als Sohn des Posaunisten der WDR Big Band Ludwig Nuss schon als kleiner Junge mit den Heroen der Musikgeschichte von Johann Sebastian Bach über Stevie Wonder bis John Coltrane konfrontiert. Mit sechs Jahren bekam er ersten Klavierunterricht, mit acht mochte er Bebop, mit zehn entdeckte er die Impressionisten für sich. Und daddelte, wenn Zeit dafür war.

So wurde ihm auch die Musik von Nobuo Uematsu vertraut, der seit Mitte der Achtziger Kultspiele wie „Final Fantasy“, „Rad Racer“ oder „Blue Dragon“ mit Melodien und Klangsphären versorgte. Der Schritt vom Konsum zur Interpretation war daher nahe liegend, zumal die musikalischen Verknüpfungen wieder auf den Kulturkreis verwiesen, den Benyamin Nuss bei seinem Studium vermittelt bekam. Auch Uematsu kennt seinen Liszt und seinen Ravel, hat Brahms und Beethoven gehört und die Farbwelt der Moderne à la Debussy oder Satie verarbeitet, aber eben nicht nur das und deshalb entwickelt sich „Benyamin Nuss Plays Uematsu“ zu einem in vieler Hinsicht außergewöhnlichen Projekt. Zunächst sdpielt hier einer mit großer Emphase vierzehn Kompositionen (und ein eigenes Widmungsstück) des kulturellen Crossovers, die Generationen wie Regionen marginal werden lassen.

Darüber hinaus haben ihm von Torsten Rasch über Bill Dobbins bis Alexander Rosenblatt und Shiro Hamaguchi wichtige Arrangeure der Gegenwart geholfen, Uematsus Ideen wirkungsvoll auf sein Instrument Klavier zu übertragen. Vor allem aber führt Benyamin Nuss den Beweis, dass man Menschen dort abholen muss, wo sie stehen. Seine Konzerte sind in der Regel voll mit jungen Leuten, die man sonst an den Bildschirmen trifft, ebenso wie mit Connaisseuren, die wissen, dass die Zukunft in der Kreativität des unkonventionellen Miteinanders cleverer Visionäre liegen kann. Das Uematsu-Tribute jedenfalls überrascht und Benyamin Nuss wird es vom Auftakt am 12.September in Oldenburg an bis Ende November in vielen großen Sälen der Konzertkultur präsentieren.

Eine exklusive Version von "Benyamin Nuss Plays Uematsu" inklusive des Bonusstücks "Rad Racer Medley" können Sie bei iTunes kaufen.

Tourneeplan Benyamin Nuss:

Nuss Plays Uematsu

    * 25.09.2010 Trier (Deutschland), Tufa
    * 01.10.2010 Dortmund (Deutschland), Konzerthaus
    * 02.10.2010 Bonn (Deutschland), Beethoven Haus
    * 03.10.2010 Hamburg (Deutschland), Laeiszhalle
    * 06.10.2010 Luxembourg (Luxemburg), Philharmonie
    * 10.10.2010 Stuttgart (Deutschland), Schloss Solitude
    * 14.10.2010 München (Deutschland), Gasteig
    * 15.10.2010 Freiburg (Deutschland), Historisches Kaufhaus
    * 17.10.2010 Heidelberg (Deutschland), Kongresshaus Stadthalle
    * 22.10.2010 Frankfurt am Main (Deutschland), Alte Oper
    * 23.10.2010 Leipzig (Deutschland), Gewandhaus
    * 27.10.2010 Beginn der Japan-Tournee
    * 10.11.2010 Ende der Japan-Tournee
    * 12.11.2010 Kaiserslautern (Deutschland), SWR Funkhaus
    * 13.11.2010 Ulm (Deutschland), Stadthaus
    * 14.11.2010 Nürnberg (Deutschland), Meistersingerhalle
    * 24.11.2010 Berlin (Deutschland), Philharmonie
    * 27.11.2010 Göttingen (Deutschland), Aula der Universität Göttingen
    * 28.11.2010 Düsseldorf (Deutschland), Tonhalle Düsseldorf

Mendelssohn-Bartholdy - Klavierkonzert Nr. 1 g-moll op. 25, Vogtland Philharmonie

    * 02.02.2011 Meppen (Deutschland), Aula Windthorstgymnasium
    * 03.02.2011 Stade (Deutschland), STADEUM
    * 04.02.2011 Uelzen (Deutschland), Theater an der Ilmenau
    * 05.02.2011 Oberhausen (Deutschland), Luise Albertz Halle
    * 06.02.2011 Lüdenscheid (Deutschland), Kulturhaus


KOMMENTARE

Kommentar speichern