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05.09.2013

Box der Meilensteine - die Jahrhundertedition der Berliner Philharmoniker

Kaum ein anderes Orchester hat so viel Geschichte, so viele Legenden, so viele Meilensteine zu bieten. Das zeigt die “Jahrhundert-Edition“ der Berliner Philharmoniker, zusammengestellt mit der Hilfe von 37.000 Klassik-Freunden.

Die Berliner Philharmoniker, Box der Meilensteine - die Jahrhundertedition der Berliner Philharmoniker © Deutsche Grammophon

Ein Orchester zu führen, war auch im bürgerlichen Zeitalter der Spätromantik eine Herausforderung. Anno 1882 zunächst aus der „Früheren Bilseschen Kapelle“ hervorgegangen, schaffte es der Konzertagent Hermann Wolff, dass das umbenannte „Berliner Philharmonische Orchester“ den Weg in die internationale Klassikwelt fand. Er engagierte den Dirigenten Hans von Bülow, der die Standards setzte, die sein Nachfolger Arthur Nikisch von 1895 an über einen Zeitraum von 27 Jahren mit einem Repertoireschwerpunkt auf Tschaikowsky, Berlioz, Liszt, Strauss, Mahler und Bruckner hinweg ausbauen konnte. Nach dessen Tod kam 1922 mit Wilhelm Furtwängler ein weiterer großer Maestro ans Pult der Berliner Philharmoniker, der durch seine Vorliebe für klassische, romantische und aktuelle Komponisten das Orchester zum Maßstab für Interpretationen von Beethoven, Brahms und Bruckner machte, zugleich aber auch zeitgenössische Klänge etwa von Strawinsky, Schönberg, Hindemith oder Prokofjew auf den Spielplan nahm.

Von Wilhelm Furtwängler bis Sir Simon Rattle

Furtwängler, der immer versuchte, die Kunst über die Politik zu stellen, musste nach dem Krieg zunächst den Taktstock abgeben. Es folgten Leo Borchard, Sergiu Celibidache, dann 1952 wieder der rehabilitierte Furtwängler, der allerdings bereits 1954 starb. Das Orchester wählte Herbert von Karajan zum Nachfolger, der es schaffte, die Berliner Philharmoniker bis zu seinem Tod 1989 als ein Ensemble von Weltgeltung fortzuführen. Als Nachfolger trat Claudio Abbado an dessen Stelle, selbst bereits ein arrivierter Dirigent, der 1966 zum ersten Mal mit den Philharmonikern arbeitete. Ihm gelang es, die von Perfektion und Virtuosität geprägte Ära Karajan durch emotionale und zeitgenössische Komponenten souverän zu ergänzen, das Orchester sinnvoll zu verjüngen und es fit für das nächste Jahrhundert zu machen. Mit dem Ende der Spielzeit 2001/2 übergab Abbado die Leitung an den derzeitigen Chef des Orchesters Sir Simon Rattle, der mit der gleichen Kraft der Überzeugung die Berliner Philharmoniker in die Gegenwart geführt hat.

Eine Edition der Superlative

So sind die Berliner Philharmoniker nicht nur eines der angesehensten und fortschrittlichsten Orchester der Welt, sondern haben auch ein Füllhorn brillanter Aufnahmen zu bieten, die im Laufe ihrer Geschichte entstanden sind. Und da sich das Ensemble bereits 1913 unter das Dach der Deutschen Grammophon begeben hatte, ist ein opulent bestücktes Archiv entstanden, aus dem heraus sich die “Jahrhundert-Edition“ auf 50 CDs speist. Sie beginnt mit der legendären Aufnahme von Beethovens “Symphonie Nr.5“ unter der Leitung von Arthur Nikisch aus dem Jahr 1913 und endet mit einem aktuellen Mitschnitt der Berliner Philharmoniker unter Gustavo Dudamel, dem jungen Star am internationalen Dirigentenhimmel. Mit zum Programm gehören Referenz-Aufnahmen der Chef-Dirigenten des Orchesters von Furtwängler über Karajan und Abbado bis Rattle, aber auch maßgebliche und wegweisende Dokumente von Bernstein und Boulez über Böhm, Fricsay, Giulini, Kubelik bis hin zu Leitner, Markevich, Hindemith und Szell. Das Repertoire umfasst dabei Symphonik ebenso wie Oratorien, Opern-Höhepunkte und zahlreiche Solokonzerte, die mit internationalen Stars wie Geza Anda, Martha Argerich, Renée Fleming, Dietrich Fischer-Dieskau, Pierre Fournier, Barbara Hendricks, Anne-Sophie Mutter, Wilhelm Kempff, Maurizio Pollini, Mstislav Rostropovich oder auch Krystian Zimerman durch Einzigartigkeit brillieren.

Eine weitere Besonderheit: Die “Jahrhundert-Edition“ kam in ihrer vorliegenden Form zustande, indem insgesamt rund 37.000 Klassik-Hörer ihre Vorschläge für die wichtigsten Aufnahmen abgaben, aus deren Votum sich schließlich die Zusammenstellung der einzelnen, in Originalcovern verpackten Alben der Box ergab. So ist die “Jahrhundert-Edition“ zum einen ein Monument einer wegweisenden Zusammenarbeit zwischen einem Weltklasse-Orchester und einer Plattenfirma internationaler Geltung. Darüber hinaus aber ist es eine Box der Meilensteine, die die Welt der klassischen symphonischen Musik in bestmöglicher Form unter einem Signum zusammenfasst.


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