Backstage
Die Berliner Philharmoniker BACKSTAGE EXCLUSIV

Aktuelles Album

Facebook

News

13.09.2013

Die Berliner Philharmoniker Jahrhundert-Edition: 10 Journalisten präsentieren ihre Lieblingsaufnahmen

Die Berliner Philharmoniker, Die Berliner Philharmoniker Jahrhundert-Edition: 10 Journalisten präsentieren ihre Lieblingsaufnahmen © Siegfried Lauterwasser / DG

Endlich ist es soweit: Deutsche Grammophon und die Berliner Philharmoniker feiern ihre 100-jährige Partnerschaft. Aus diesem Anlass gibt es eine Jubiläums-Box mit den besten Aufnahmen der letzten 100 Jahre. Ausgewählt wurden die Werke von 37.000 Klassik-Liebhabern aus aller Welt und darunter befindet sich beispielsweise die erste Gesamtaufnahme eines sinfonischen Werkes: Beethovens 5. Sinfonie unter Arthur Nikisch.

Wir haben zehn Journalisten gebeten, sich durch die 50 Aufnahmen zu hören. Dies haben alle gerne und mit viel Engagement getan und nun ihre zehn Lieblingsaufnahmen auserkoren.

Zehn Lieblingsaufnahmen von Gregor Burgenmeister (concerti - Das Konzert- und Opernmagazin):

  1. Anton Bruckner Sinfonie Nr. 7 – Jascha Horenstein (CD Nr. 3)
    Es ist ein Blick in eine vergangene Zeit: Heutige Interpreten würden Bruckner anders an- und auffassen, als Jascha Horenstein bei dieser ersten Einspielung einer Bruckner-Sinfonie mit elektrischem Mikrofon. Schon die Anfangstöne, wenn sich das Flirren der Geigen nicht aus der Stille, sondern aus dem Knistern der Aufnahme entspinnt und die Celli sich mit dem Thema darüber erheben, sind von einer Leichtigkeit geprägt, die dieses faszinierende Dokument der Unsterblichmachung der Aufnahmegeschichte ausmachen.

  2. Tschaikowskys 6. Symphonie „Pathétique“ – Herbert von Karajan  (CD Nr. 4)
    Diese Einspielung Karajans von Tschaikowskys 6. Symphonie „Pathétique“ im Jahr 1939 markiert zugleich den Beginn wie auch ein zwischenzeitliches Ende seiner Zusammenarbeit mit dem „Furtwängler-Orchester“, die er nach seinem Debüt 1938 bis 1952 nicht mehr öffentlich dirigierte. Doch muss seitens des Orchesters das gemeinsame Wirken und Feilen am einzigartigen Klangideal, wofür diese Einspielung beispielhaft steht, mehr als ein Jahrzehnt später noch so stark nachgeklungen haben, dass sie nach Furtwänglers Tod 1954 ihre samt-seidige Klang-Ehe schlossen.

  3. Schubert Sinfonie Nr. 9 „Die Große“ – Wilhelm Furtwängler (CD Nr.6)
    Woher nahm nur Furtwängler diese Tiefe, den Spannungsreichtum, das extatische Zelebrieren höchsten Glücks und Ausschöpfen größten Leids, das uns heutzutage allzu oft vorenthalten wird? Ihn mit Schuberts „Großer“ zu hören weckt Sehnsucht nach einer anderen Zeit, als aufrichtiges Musizieren und tief empfundenes Erleben der Musik Regel statt Ausnahme war.

  4. Beethoven Violinkonzert op. 61 – Wolfgang Schneiderhan – Eugen Jochum (CD Nr.19)
    Als Solist darf und muss man sich glücklich schätzen, wenn man mit den Berliner Philharmonikern spielen und aufnehmen darf. Zumal wenn es sich wie bei Beethovens Violinkonzert um ein Meisterwerk der Gattungsgeschichte handelt. Wenn der Solist dann auch noch Wolfgang Schneiderhan heißt mit seinem zugleich noblen wie durchdringenden Ton und seiner emotionalen Intelligenz und ihm mit Eugen Jochum ein kongenialer Partner an der Seite steht, gelingt Großes.

  5. Sergei Prokofiev 3.Klavierkonzert + Ravel Klavierkonzert – Argerich – Abbado (CD Nr.22)
    Man spürt die unbändige Kraft eines wilden Pferdes, das wohl dressiert und gezügelt seine Muskeln spielen lässt, die hier immer wieder aufblitzt, wenn Argerich und Abbado in zugleich perfekter Harmonie durch Prokofievs 3. und Ravels Klavierkonzert jagen, ohne dabei je die Kontrolle zu verlieren. Auch nach über 45 Jahren noch eine absolute Referenz-Aufnahme.

  6. Mahler 5. Sinfonie – Herbert von Karajan (CD Nr.29)
    In gemessenem Schritt. Streng. Wie Ein Kondukt. Stürmisch Bewegt. Mit größter Vehemenz. Kräftig, Nicht zu Schnell. Frisch. Nichts könnte besser die Qualitäten dieser Karajanschen Interpretation von Mahlers 5. beschreiben als die Satzbezeichnungen des Komponisten höchstselbst, der angesichts dieser Einspielung seine Einschätzung „die Fünfte ist ein verfluchtes Werk. Niemand capiert sie“ zweifellos revidiert hätte.

  7. Mahler 9. Sinfonie – Leonard Bernstein (CD Nr.32)
    Mit kaum einem Komponisten-Namen ist Leonard Bernstein enger verwoben als mit dem Gustav Mahlers. Zurecht. Die zugleich kammermusikalisch intime wie leidenschaftlich sämtliche Untiefen des Grübelns und Haderns auslotende emotionale Intensität dieses legendären Live-Mitschnitts von 1979 sucht ihresgleichen.

  8. Wagner – Parsifal (Auszüge) – Herbert von Karajan (CD Nr.33)
    Zwar ist es ein Kompromiss, auf nur eine CD gekürzte Auszüge des Parsifal in einer solchen Kollektion aufzunehmen. Doch der ist es wert. Zumal dann, wenn damit wie hier das Orchester der Einspielung zelebriert wird, darf diese Aufnahme nicht fehlen. Der Zauberer „Klingsor“ Karajan am Pult töpfert den Luxusklang der Philharmoniker und lässt die Musik in ihrer orchestralen Pracht sprechen. 

  9. Verdi – Messa da Requiem – Carlo Maria Giulini (CD Nr. 40)
    Man muss nicht Italiener sein, um Verdis Oper im Kirchengewande dirigieren zu können. Und doch ist es die Fusion des Besten zweier Welten, wenn ein ausgewiesener Verdi-Experte wie Giulini auf die schier unbegrenzten klanglichen Möglichkeiten der Berliner Philharmoniker und ein hervorragendes Solisten-Ensemble trifft.

  10. Brahms – 1. Klavierkonzert – Krystian Zimerman – Sir Simon Rattle (CD Nr.47 )
    Es gibt viele herausragende Einspielungen des ersten Klavierkonzerts von Brahms, doch diese hier muss zweifellos zu den Krönungen gezählt werden. Ein Gipfeltreffen wahrer Größen, das exemplarisch die enge Verwebung von Orchester und Klavier dieses Werks darstellt. Zimerman, Rattle und die Berliner Philharmoniker reizen dabei die gesamte klangliche Farbpalette von kraftvollster Wucht und zartester Poesie aus.

KOMMENTARE

Kommentar speichern