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02.10.2013

Die Berliner Philharmoniker Jahrhundert-Edition: 10 Journalisten präsentieren ihre Lieblingsaufnahmen

Die Berliner Philharmoniker, Die Berliner Philharmoniker Jahrhundert-Edition: 10 Journalisten präsentieren ihre Lieblingsaufnahmen © Deutsche Grammophon

Endlich ist es soweit: Deutsche Grammophon und die Berliner Philharmoniker feiern ihre 100-jährige Partnerschaft. Aus diesem Anlass gibt es eine Jubiläums-Box mit den besten Aufnahmen der letzten 100 Jahre. Ausgewählt wurden die Werke von 37.000 Klassik-Liebhabern aus aller Welt und darunter befindet sich beispielsweise die erste Gesamtaufnahme eines sinfonischen Werkes: Beethovens 5. Sinfonie unter Arthur Nikisch.

Wir haben zehn Journalisten gebeten, sich durch die 50 Aufnahmen zu hören. Dies haben alle gerne und mit viel Engagement getan und nun ihre zehn Lieblingsaufnahmen auserkoren.

Zehn Lieblingsaufnahmen von Bjørn Woll (Chefredakteur von FonoForum) mit exklusiven Hörproben:

  1.  Beethoven Sinfonie Nr. 5 – Arthur Nikisch (CD Nr. 1)
    Diese Aufnahme ist ein echtes Zeitzeugnis, ist sie doch die erste Einspielung von Beethovens fünfter Sinfonie – damals ein Ritterschlag für die noch junge Schallplatte. Auch wenn es schlüssiger Interpretationen des Werkes gibt, atmet sie doch den besonderen Geist der Pionierzeit der Tonaufzeichnung.
  2. Beethoven Sinfonie Nr. 5 – Wilhelm Furtwängler (CD Nr. 5)
    Ebenfalls ein Zeitdokument: Furtwänglers Beethoven-Lesart ist weit entfernt von einer modernen, historisch informierten Aufführungspraxis und kennt auch keine Diskussion um Metronomangaben – und trotzdem ist sie in sich absolut stimmig. Klingendes Vermächtnis eines Musikers, der nicht vor Ausdrucksextremen zurückschreckte.
  3. Beethoven Missa solemnis – Karl Böhm (CD Nr. 12)
    Diese Einspielung der „Missa“ von Böhm ist nicht so berühmt wie diejenige mit Price und Ludwig, dabei konserviert sie zwei Ausnahmestimmen für die Ewigkeit, deren Namen heute weitgehend verblasst sind: Maria Stader und Anton Dermota. Was für eine Stimmkultur!
  4. Beethoven Klavierkonzerte Nr. 4 & 5 – Wilhelm Kempff (CD Nr. 18)
    Die Aufnahme ist ein echter Klassiker und entstammt der Gesamtaufnahme von 1962. Das vierte Konzert gehörte zu Kempffs Lieblingsstücken – und das kann man hören. Zauberisch singend und in schwelgend-romantischem Duktus bringt er das Werk zum Klingen. Und auch im letzten Konzert erweist sich Kempff als Poet und Zauberer an den Tasten.
  5. Beethoven, Mozart Violinkonzerte – Jochum (CD Nr. 19)
    Wolfgang Schneiderhan gelang hier unter Eugen Jochum eine zeitlose Interpretation der Violinkonzerte von Beethoven und Mozart. Als Solist stellt er sein Können ganz in den Dienst der Musik und der Komponisten und verzichtet auf jegliche „Mätzchen“. Faszinierend zudem der typisch „leuchtende“ Ton Schneiderhans.
  6. Mozart Zauberflöte – Böhm (CD Nr. 21)
    Böhms breite Tempi wirken für unsere an die historische Aufführungspraxis gewöhnten Ohren gelegentlich zwar etwas statisch, aber die Aufnahme hat eine Raison d‘être: und die heißt Fritz Wunderlich. Sein Tamino ist vollkommen – aufgenommen zwei Jahre vor seinem Tod.
  7. Prokofjew, Ravel Klavierkonzerte – Martha Argerich (CD Nr. 22)
    Die große Martha Argerich setzt mit dieser Einspielung bis heute gültige Maßstäbe. Mit Witz und Verve schmeißt sie sich in Prokofjews Klavierkonzert und setzt mit sensiblem Ausdruck und tiefer Empfindung bei Ravel einen impressionistisch-lyrischen Kontrapunkt. Wahrscheinlich die beste Aufnahme der Konzerte.
  8. Mahler Sinfonie Nr. 9 – Leonard Bernstein (CD Nr. 32)
    Diese Einspielung trägt die Aura des Außergewöhnlichen, dokumentiert sie doch die einzige Zusammenarbeit von Leonard Bernstein mit den Berliner Philharmonikern. Sie ist eine gelungene Mischung aus kammermusikalischer Transparenz und großer Emotionalität. Wie Bernstein sich dem Sog von Mahlers Musik ausliefert, raubt auch heute noch den Atem.
  9. Bizet Carmen – Herbert von Karajan (CD Nr. 39)
    Auch wenn die Aufnahme im Schatten von Karajans Einspielung mit dem illustren Solistentrio Price-Corelli-Freni steht, hat sie mit Agnes Baltsa eine nahezu ideale Protagonistin. Feurig mit einem gehörigen Schuss Erotik gestaltet sie die Titelrolle mit rauchiger Stimme.
  10. Mahler Sinfonie Nr. 6 – Claudio Abbado (CD Nr. 48)
    Abbados zweite Aufnahme von Mahlers 6. Sinfonie zeigt einen gereiften Maestro, der trotz aller emotionalen Kontrolle und fest gefügten Subjektivität zahlreiche idyllische Momente zum Blühen bringt. Minutiös legt er dabei das Humanum von Mahlers Komposition frei.

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