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18.10.2013

Die Berliner Philharmoniker Jahrhundert-Edition: 10 Journalisten präsentieren ihre Lieblingsaufnahmen

Die Berliner Philharmoniker, Die Berliner Philharmoniker Jahrhundert-Edition: 10 Journalisten präsentieren ihre Lieblingsaufnahmen © Deutsche Grammophon

Endlich ist es soweit: Deutsche Grammophon und die Berliner Philharmoniker feiern ihre 100-jährige Partnerschaft. Aus diesem Anlass gibt es eine Jubiläums-Box mit den besten Aufnahmen der letzten 100 Jahre. Ausgewählt wurden die Werke von 37.000 Klassik-Liebhabern aus aller Welt und darunter befindet sich beispielsweise die erste Gesamtaufnahme eines sinfonischen Werkes: Beethovens 5. Sinfonie unter Arthur Nikisch.

Wir haben zehn Journalisten gebeten, sich durch die 50 Aufnahmen zu hören. Dies haben alle gerne und mit viel Engagement getan und nun ihre zehn Lieblingsaufnahmen auserkoren.

Zehn Lieblingsaufnahmen von Jan Feddersen (Redakteur für die taz) mit exklusiven Hörproben:

  1. Beethoven – Sinfonie Nr. 5 – Arthur Nikisch (CD Nr. 1)
    Der Klassiker sinfonischer Aufführpraxis schlechthin – und dieser als erste Einspielung der „Fünften“ auf Schallplatte überhaupt. Man glaubt, ihre Zeit mithören zu können.

  2. Bruckner - Sinfonie Nr. 7 – Jascha Horenstein (CD Nr. 3)
    Die Dirigentenlegende zu Bruckners Werken überhaupt in Höchstform – Horenstein, damals 30jährig, hatte nie Scheu, sich an moderne Werke heranzutasten. Hier bekam er das Vertrauen geschenkt, diesen Bruckner einzuspielen zu können. Das hat sich gelohnt: Subtil und kraftvoll zugleich ist seine Interpretation noch.

  3. Tschaikowsky – Sinfonie Nr. 6 – Herbert von Karajan (CD Nr. 4)
    Des späteren Meisters und damals noch ambitionierten Dirigiten womöglich stimmigste Interpretation dieser Sinfonie, dieses Komponisten. Das nötige Feingefühl für diesen Stoff muss nicht vermisst werden, die Sinfonie selbst nicht durch Streicherfluten ertränkt.

  4. Beethoven – Sinfonie Nr. 5 – Wilhelm Furtwängler (CD Nr. 5)
    Man glaubt, die Lust des Dirigenten und seines Orchesters am Schwelgen nachempfinden zu können – Furtwängler schien sich in diesen Beethoven-Klassiker hineinattackieren zu wollen, so entschlossen wirkt diese Interpretation. Heutig wäre sie nicht, für einstige Verhältnisse gelang dieses Stück nahezu perfekt.

  5. Smetana – Die Moldau – Ferenc Fricay (CD Nr. 10)
    Schöner, fließender, dramatischer und der Komposition angemessen wurde dieses Lieblingsstück deutscher Nachkriegsinnerlichkeit kaum gespielt. Fricay gab dem Publikum, was es wollte – und das Orchester scheint ihm gut gelaunt zu folgen. Vorbildiche Interpretation!

  6. Mozart – Karl Böhm – Sinfonie Nr. 40 (CD Nr. 16)
    Ein Maestro am Wirken bei einem seiner Lieblinge – mag man die Praxis und Deutung dieser Sinfonie inzwischen als konventionell, ja, bieder verstehen: Hier kommt der großartige Mann zu einem Gelingen, wie es sich für diesen Komponisten geziemt. Absolut fern von Leidenschaft – was der Zeit ihrer Aufnahme entspricht -, doch wie besessen davon, schönen Klang zu ermöglichen.

  7. Grieg – Herbert von Karajan – Suiten Nr. 1 & 2 (CD Nr. 26)
    Dreimal spielte der Österreicher Griegs populärste Arbeit ein – diese hier, aus dem Jahre 1971, war der erste Versuch und der beste zugleich. Was an den „Peer Gynt“-Suiten nur so dräuen kann, wird hier ins Werk gesetzt. Die Harmonie zwischen Karajan und seinen Musikern verblüfft hier besonders.

  8. Mahler – Sinfonie Nr. 9 – Herbert von Karajan (CD Nr. 37)
    Manche haben sich an diesem Werk versucht, Karajan schafft es allerdings perfekt, den Komponisten selbst nicht wie einen Notenarrangeur aufscheinen zu lassen, sondern wie ein Tonsetzer mit Ambitionen. Diese Deutung der Mahlerschen Neunten hat Zugriff von der ersten bis zur allerletzten Note: kein Schwulst, keine falschen Klangwände, die vor dem Zuhörenden aufgebaut werden. Minimalistisch fast.

  9. Mozart – Requiem – Claudio Abbado (CD Nr. 46)
    Zum zehnten Todestag die Aufführung zu Ehren Herbert von Karajans mit dem schwedischen Rundfunkchor und den famosen Sängern Karita Mattila, Sara Mingardo, Michael Schade und Bryn Terfel. Würdiger kann eine Erinnerungsaufführung als Requiem kaum ins Werk gesetzt werden.

  10. Dvorak – Biblische Lieder – Simon Rattle (CD Nr. 50)
    Nicht oft aufgeführt, selten öffentlich zu hören, beweist Magdalena Kozena mit dieser Aufnahme, wie ernsthaft sie als eine der wichtigsten Mezzosopranistinnen ihrer Zeit empfunden. Simon Rattles passioniertes, frei von Capricen gehaltenes Dirigat tut das Übrige, Dvorak stärker denn je Aufmerksamkeit zu schenken.

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