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29.10.2015

BØRNS, Biografie 2015

So wie jeder von uns, sehnt sich auch Garrett Borns am meisten nach dem, was er nicht haben kann. Dieses Hoffen und Warten, dieses von Fantasieszenarien und Vorstellungen gespeiste Verlangen – das alles sind Gefühlszustände, die letztlich noch größer und stärker sind als das, worauf sie abzielen, den Moment, wenn man die begehrte Trophäe in den Händen hält. Dazu kommt, dass wir in dieser Angelegenheit überhaupt nicht das Sagen haben: Die Liebe basiert, wie man inzwischen weiß, schließlich auch nur auf chemischen Reaktionen. Es ist ein winziger chemischer Botenstoff namens Dopamin, der unsere Gefühle in Wallung bringt und immer dann am Werk ist, wenn’s romantisch wird. Nach genau diesem Stoff hat BØRNS sein Debütalbum "Dopamine" benannt, ein Album, auf dem er unglaublich ehrliche, überdimensionale, sehnsüchtige und in Liebeskummer ertränkte Hymnen präsentiert.

"Dopamin wird immer dann ausgeschüttet, wenn du ein Verlangen spürst und es auf irgendeine Belohnung abgesehen hast – das alles basiert also nur auf einer Vorstellung, einem Fantasiebild, das man im Kopf hat", berichtet BØRNS. "Und natürlich hat das auch mit dem alten ‘Man will immer das haben, was man nicht haben kann’-Spruch zu tun. Viele der Songs auf meinem Album handeln davon, sie ‘haben’ zu wollen, sie aber nicht zu bekommen: Es sind Komm-zurück-zu-mir-Songs, Ich-wünschte-wir-wären-zusammen-Songs. Und sie alle sind von dieser chemischen Verbindung zu einem anderen Menschen inspiriert, insofern dreht sich also wirklich alles auf dem Album um Dopamin."

BØRNS, der aus einem Kaff in Michigan stammt und vor seinem Umzug in seine aktuelle Wahlheimat Los Angeles einige Zeit in New York City gelebt hat, ist ein absolutes Ausnahmetalent: Er weiß einfach instinktiv, wie man Melodien miteinander kombinieren muss, um damit die Rezeptoren im menschlichen Gehörgang zu erreichen, und wie man Songs aufbaut, die wirklich abzuheben scheinen in höhere Sphären. Schon 2014 präsentierte er dieses Talent auf der gemeinsam mit dem Produzenten Tommy English aufgenommenen "Candy"-EP und schickte mit Pop-Updates wie "10,000 Emerald Pools" (von Kennedy produziert) und "Electric Love" sonnengetränkt-eingängige Adrenalin-Kicks auf etliche Playlisten rund um den Globus. Letzterer Track sorgte bekanntermaßen dafür, dass selbst Taylor Swift Fan seiner Musik wurde, als die Sängerin die emotionale Wucht von "Electric Love" via Twitter abfeierte und damit Millionen von Followern auf ihn aufmerksam machte. Davon bestärkt in ihrer Sache, machte sich das Dreamteam Borns/English nunmehr also daran, ein ganzes Album aufzunehmen, wobei die Arbeit zwischen den stetig größer werdenden Live-Shows stattfinden musste – was dafür sorgte, dass sie auch im Studio stets die Live-Tauglichkeit der neuen Songs im Auge behielten. Ein noch wichtigerer Einfluss war jedoch BØRNS’ neue Umgebung, die US-amerikanische Westküste, denn der sonnige Vibe von L.A. schimmert ganz klar durch in seinem Songwriting.

Während der Arbeit an "Dopamine" entdeckte BØRNS irgendwann einen Stapel alter Playboy-Magazine im Studio, und die Mischung aus Eleganz und verführerischen, anzüglichen Werbungen und Editorials aus jener längst vergangenen Ära zog ihn sofort magisch in ihren Bann. Da sein Vater eine eigene Werbefirma besitzt, berichtet BØRNS, dass ihn klare, prägnante Messages, schnörkellose Worte, die sich sofort beim Publikum einprägen, schon sein ganzes Leben fasziniert haben – eine Faszination, die man nun auch in seinen Songtexten heraushört. "Mich inspirieren gewisse Wortkonstellationen einfach, Kombinationen, die knapp und klar die Dinge auf den Punkt bringen", erzählt er weiter. "Und diese Playboy-Hefte aus den Sechzigern und Siebzigern, die Art und Weise, wie sie damals analoge Fotografie, die Artikel und auch die Werbung für Produkte miteinander kombiniert haben, damit entführen sie den Leser automatisch an einen anderen Ort: ‘Du entspannst dich gerade auf dem Balkon, den Mai Tai in der Hand, dazu der Sonnenuntergang – und plötzlich kommt sie um die Ecke...’ Das alles ist extrem lustbetont und extrem clever gemacht. Diese ganzen Hefte haben insofern echt die Stimmung beeinflusst, die einige der Songs des neuen Albums auszeichnet."

Einer dieser Songs heißt "Holy Ghost", ein mit schillernden Keyboards, sattem Funk (à la Zapp), digitalem Trommelwirbel und lässig-präzisen Macho-Riffs durchzogener Track, über dem BØRNS mit selbstbewusster Falsett-Stimme singt: "Let me satisfy your soul/I’m not a saint but do I have to be/Baby, you’re my holy ghost/and I need you close, come back to me." Da wäre also einer von diesen Komm-zurück-zu-mir-Songs.

Für ein anderes Stück, "American Money", hat BØRNS die Strophen im Alleingang auf der Akustikgitarre geschrieben und erst danach mit English weitergearbeitet, wobei er hier eines der wichtigsten Themen im aktuellen Pop-Geschehen anspricht – Cash natürlich – und dem Ganzen daraufhin eine überraschende Wendung gibt. "Ja, der Refrain basiert auf der Zeile ‘The paradise in your eyes, green like American money’, so als ob man sagen würde, ‘Darling, you look like a million bucks’, es geht also um das Grüne in ihren Augen, um das Grün der Natur und grüne Auen... sie selbst wird sozusagen zum gelobten Land. Und als Tommy die Melodie dann mit diesem düsteren, gedrosselten HipHop-Beat unterlegte, entstand diese ganz besondere, echt eindringliche Stimmung."

Während die Grundstimmung von "Dopamine" durchweg vom Thema Liebe und deren chemischen Grundlagen dominiert wird, vermeidet BØRNS es jedoch, sein Thema allzu offensichtlich zu präsentieren. Überhaupt schreibe er nie eine "bestimmte Art von Song", so der Sänger, sondern lasse vielmehr die Stimmung des jeweiligen Augenblicks die Richtung vorgeben. "Nur denke ich mal, dass die Liebe oder das Verlangen nach so einer Verbindung etwas ist, bei dem ich ganz automatisch lande, wenn ich Songs schreibe. Mir ist einfach wichtig, dass die Songs etwas Poetisches haben, wie kleine Gedichte in Form von Popsongs, und sie sollen auch ohne die Musik wie Gedichte funktionieren und Bilder beim Zuhörer hervorrufen. Ich mag sie auf dem Papier genauso gern wie vertont, um ehrlich zu sein." 

Ein perfektes Beispiel dafür ist folgende Zeile aus dem Song "The Emotion": "Shadows fill my mind up/Zeroes tell me my time’s up/I lost count so long ago/Maybe my heart’s numb/Don’t hold my hands accountable/They’re young and they’re dumb." Schatten über einem betäubten Herzen und Hände, die man nicht zur Rechenschaft ziehen kann, weil noch jung, noch dumm: Wie viel Tiefgang in diesen Worten liegt, zeigt, was für eine Rolle die Lyrics auf "Dopamine" spielen, und dieselbe Elektrizität ist auch im Fall von "Electric Love" am Werk, einem Song, den er selbst als "das Fantasiebild von einem Mädchen im verwunschenen Wald meines Geistes" bezeichnet: "Drown me, you make my heart beat like the rain/Surround me, hold me deep beneath your waves." Was für Erfolge ihm dieser verführerische Song, der durchaus auch an T. Rex erinnert, bereits beschert hat, ist sicherlich beeindruckend, dabei war es vielleicht auch erst der Anfang, denn die Zahl der Streams und Shares wächst weiterhin mit jedem Tag. "Ich hätte nie damit gerechnet, dass sich so viele Leute mit dem Stück identifizieren können", meint BØRNS, wobei sein Gesichtsausdruck eine Mischung aus Verwunderung, Ehrfurcht und Stolz verrät.

Abschließend ist es BØRNS extrem wichtig, auch auf die Leistungen derjenigen zu verweisen, die an den Aufnahmen zu "Dopamine" beteiligt waren, allen voran sein Produzent Tommy English: "Ich bin echt wahnsinnig froh darüber, dass ich mein erstes Album mit so einem guten Freund wie ihm aufnehmen konnte. Tommy ist einfach unglaublich talentiert, und wir haben zusammen so viel Zeit, so viele Gedanken, so viel Blut und Schweiß in dieses Album gesteckt. Wir waren dabei echt gnadenlos ehrlich, was für mich die wichtigste Regel für einen Künstler ist. Es fühlt sich gut an, in L.A. gelandet zu sein, in einer komplett anderen Umgebung, und hier eine dermaßen enge musikalische Verbindung gefunden zu haben."

Die leuchtenden, majestätischen, liebeskranken Hymnen, die BØRNS auf "Dopamine" versammelt hat, gehen dermaßen unter die Haut, dass sie selbst wie Botenstoffe funktionieren – und ganz sicher auch unsere eigenen zukünftigen Romanzen und Liebschaften begleiten und anfeuern werden...


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