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10.06.2013

Biographie Brooklyn Rider

Wenn das Streichquartett auch zu den beständigsten Gattungen der klassischen Musik zählt, hat sich Brooklyn Rider über das gesetzte Image grandios hinweggesetzt und gezeigt, dass es ein modernes Medium sein kann, das der heutigen Welt etwas Wichtiges zu sagen hat. Die vier Musiker – Johnny Gandelsman, Colin Jacobsen, Nicholas Cords und Eric Jacobsen – sind im Jazzclub ebenso zu Hause wie im Konzertsaal, und die Breite ihres Repertoires hat neue Maßstäbe dafür gesetzt, was man von einem Streichquartett erwarten darf.

Zu den Stärken des Ensembles gehört, dass es sich der Interpretation der vorhandenen Quartettliteratur mit dem gleichen Engagement widmet wie der Aufführung neuer Werke. Brooklyn Riders Repertoire erscheint bunt zusammengewürfelt, aber der Kern seiner Kraft liegt in der Lebhaftigkeit der Auseinandersetzung mit jeglicher Musik. So kommt es, dass wir längst vertraute Werke wie Bartóks Streichquartett Nr. 2 auf Brooklyn Riders erstem Album für Mercury Classics mit neuen Ohren zu hören scheinen.

Dieser immer wieder aufs Wesentliche zurückkehrende Ansatz, gepaart mit einem packenden Aufführungsstil, hat den Beifall der Fans und der Kritiker über alle musikalischen Gattungsgrenzen hinweg gefunden. National Public Radio zufolge »schuf Brooklyn Rider die 300 Jahre alte Form des Streichquartetts neu als ein lebendiges, kreatives Ensemble des 21. Jahrhunderts«, und Vice verglich die Spieler mit »Motocross-Draufgängern, denen jeder Stunt gelingt«. Time Out New York sagte, die Gruppe »entmystifiziert die klassische Musik der Gegenwart und lädt jeden ein teilzunehmen.«

Die erste Veröffentlichung des Quartetts bei Mercury Classics, A Walking Fire, zeigt nachdrücklich die Vielseitigkeit der Musiker, wenn hier eine von allem Ballast befreite Interpretation des wegweisenden Werks von Bartók neben neuen Stücken des zeitgenössischen russisch-amerikanischen Komponisten Lev »Ljova« Zhurbin und von Brooklyn Riders Ensemblemitglied Colin Jacobsen steht. Davor hatte die Gruppe bereits Werke von Komponisten wie Christopher Tignor, Philip Glass und Kayhan Kalhor sowie Beethoven und Debussy eingespielt.

In den letzten Jahren hat Brooklyn Rider verschiedene Bastionen der klassischen Musik erobert: Neben Debüts in der Zankel Hall der Carnegie Hall und im Lincoln Center gab das Ensemble Konzerte überall in den USA, in Europa, China und Japan. Es hat eine dreijährige »residency« an der University of North Carolina Chapel Hill inne, zuvor »residencies« am Williams College, MacPhail Center for the Arts, Dartmouth College, an der Texas A&M University und der Denison University. Nach dem Debüt im Lincoln Center im Rahmen des ersten Tully Scope Festivals unternahm das Quartett eine Europatournee mit dem iranischen Kamancheh-Virtuosen Kayhan Kalhor, spielte beim Tennisturnier U.S. Open, in der Kölner Philharmonie, der American Academy in Rom, beim Malmö-Festival in Schweden, beim Spoleto Festival USA, im Kimmel Center in Philadelphia und beim SXSW Festival, wo es als einziges klassisches Ensemble offiziell auftrat.

Im Januar 2013 brachte die Gruppe neue Kompositionen von Nik Bärtsch, Padma Newsome, Greg Saunier, Ethan Iverson und Bill Frisell am Dartmouth College zur Uraufführung. Andere musikalische Partner waren die Komponisten Derek Bermel, Lisa Bielawa, Ljova, Philip Glass, Osvaldo Golijov, Jenny Scheinman und Dmitri Yanov-Yanovsky, um nur einige zu nennen, und regelmäßig spielt das Quartett Stücke, die von eigenen Mitgliedern komponiert oder arrangiert wurden. Wichtiger Teil der Arbeit des Ensembles sind darüber hinaus Projekte mit anderen Künstlern wie der chinesischen Pipa-Virtuosin Wu Man, dem syrisch-armenischen Performancekünstler Kevork Mourad, dem japanischen Shakuhachi-Spieler Kojiro Umezaki (der sich traditioneller und elektronischer Musik widmet), dem irischen Fiddle-Spieler Martin Hayes, dem Trio 2 Foot Yard sowie den Sängerinnen/Liedermacherinnen Christina Courtin und Suzanne Vega.

Angesichts des tabufreien Aufführungsstils und der Offenheit für ein breites musikalisches Spektrum ist leicht zu begreifen, warum die Zeitschrift Strings über die Gruppe sagt: »Verzeihen Sie meinen Enthusiasmus, aber ich habe die Zukunft der Kammermusik gesehen, und sie heißt Brooklyn Rider.«

4/2013


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