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24.04.2013

Eine NORMA wie man sie so noch nie gehört hat: Cecilia Bartoli auf den Spuren der „originalen“ Norma

Cecilia Bartoli, Eine NORMA wie man sie so noch nie gehört hat © Uli Weber

Bellinis „Norma“ wird gemeinhin assoziiert mit den großen dramatischen Sopranistinnen vom Schlage einer Sutherland, Caballé, Sills, Scotto und – natürlich – Maria Callas! Sie alle haben sich die Aufführungstraditionen der zurückliegenden Jahrzehnte zu eigen gemacht, Interpretationsnormen ihrer Vorgängerinnen übernommen und sich um den Urtext dieses Belcanto-Juwels nur wenig geschert. Dabei dürfte die „Norma“, so wie sie Bellini konzipiert und wie sie – abgesehen von dem fatalen Premierendebakel! – ihre allerersten Liebhaber und Bewunderer gefunden hatte, ganz anders geklungen haben, als wir sie heute normalerweise präsentiert bekommen. Aus der inhaltlich-dramatischen Konstellation Norma-Adalgisa entwickelte sich mehr und mehr eine Schlacht der Diven, die nicht selten in der fragwürdigen Devise kulminierte: Anything you can sing I can sing louder! Mit diesem aufführungspraktischen Spuk räumt Cecilia Bartoli konsequent auf. Sie führt  die inhaltlichen und musikalischen Parameter wieder zu ihrem Ursprung zurück und entdeckt unter der Schicht spätromantischer Aufführungspraxis ein Drama, das vom allerersten Ton der Ouvertüre bis zum ergreifenden Finale durch kluge Dramaturgie, intelligente Besetzungskonstellation und rauschhaften Melodienreichtum fasziniert und berührt. Diese „Norma“, wie man sie bereits vor zwei Jahren konzertant im Konzerthaus Dortmund zu hören bekam,  fügt Bartolis Konzept von der „romantischen Revolution“, welches sie mit ihrem Album „Maria“ erstmals vorstellte, eine in ihrer Konsequenz und Stringenz bezwingende Facette hinzu. Seit Bartolis Norma wird man sagen müssen – Norma ist eben nicht gleich Norma. Eine Sensation!


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