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02.11.2001

Gramophone Awards 2001

Cecilia Bartoli, Gramophone Awards 2001

Große Künstler verdienen große Preise. Besondere Künstler aber verdienen es schon mal, die Ehrung aus außergewöhnlichen Händen überreicht zu bekommen.it der Costello in diesem Jahr das umjubelte Songbook "For the Stars" (DG 469 530-2) einspielte. Oder eben für Madonna Cecilia, mit der Costello auch gerne mal musika

Immerhin besitzt dieser Schubert des Rock'n'Roll eine ausgesprochene Schwäche für Mezzosoprane. Sei es nun für die Schwedin Anne-Sofie von Otter, mit der Costello in diesem Jahr das umjubelte Songbook "For the Stars" (DG 469 530-2) einspielte. Oder eben für Madonna Cecilia, mit der Costello auch gerne mal musikalisch fremdgehen würde. Der Preis, der übrigens mit ihrem Debüt am Londoner Covent Garden zusammenfiel, beweist jedenfalls, dass die Bartoli zur Zeit das Maß aller Arien-Dinge ist. Ob livehaftig im Opernhaus oder im Aufnahme-Studio - die Römerin elektrisiert. Und vergoldet selbst in Repertoire-Raritäten. Ihre Entdeckung von unbekannten "Italienischen Arien" (Decca 467 248-2) von Christoph "Ritter" Gluck war da ein gewichtiges Argument für die Preisrichter des renommierten Magazins "Gramophone", ihr den Klassik-Oscar zu verleihen.

 

Das andere wurde zudem gleichzeitig in der Kategorie "Editor's Choice" prämiert: "Rinaldo" (Decca 467 087-2) von Georg Friedrich Händel. Denn dieser von Dirigent Christopher Hogwood eingespielte Opern-Trüffel bietet mehr als nur etwas für Musikphilologen. In der nach allen federnden Prinzipien der historischen Aufführungspraxis wiederbelebten Originalversion von 1711 sorgt ein neues Traumpaar für reinsten Ohrenschmaus: der Countertenor David Daniels und naturalmente Cecilia Bartoli! In der Begründung heißt es: "In der Titelrolle bestätigt David Daniels erneut seine Klasse als ein Countertenor, der höchstes Stil-Bewußtsein mit einer Stimme von größter Schönheit vereint. Und Bartoli zeigt, dass diese Musik ganz ihrem künstlerischen Naturell entspricht. Was für eine Wonne ist es allein, die Arie «Lascio ch«io panga« von solch einer verzaubernden Stimme zu hören."

 

Dass auf- und anregende Musikgeschichte durch neue, interpretatorische Frischzellen gerade aus dem Hause Universal unsterblich bleibt, dafür sorgen aber nicht nur solche Barock-Ausgrabungen. Dank des Exklusivkünstlers Pierre Boulez ist auch die Moderne in den allerbesten Händen. Er hat es noch vor Claudio Abbado und Simon Rattle geschafft, selbst den klassischen Konzertabonnenten von nicht immer leichter Kost zu überzeugen. Die zweite Wiener Schule und Igor Strawinsky, Edgar Varse und György Ligeti sind durch ihn geradezu rehabilitiert worden, wofür Boulez sich die entsprechenden Luxus-Orchester aussuchen kann. Die Berliner und die Wiener Philharmoniker, das Chicago Symphony oder das Cleveland Orchestra - alle wollen ihn! Und das zu Recht, wie zwei Gramophone Awards belegen.

 

In der Kategorie "Zeitgenössische Musik" wurde der Dirigent und Komponist Boulez geehrt, der mit dem Ensemble Intercontemporain seine Orchesterwerke "Anthmes", "Messagesquisse" und "Sur incises" innerhalb der Edition "20/21" eingespielt hat (DG 463 457-2).

 

Der Preis der "Besten Konzertinterpretation" ging an die Aufnahme des Klavierkonzertes von Arnold Schönberg mit Boulez, dem Cleveland Orchestra und der Grande Dame des Klavierspiels, Mitsuko Uchida (Philips 468 033-2). Gerade Uchida ist damit endgültig in die Hall of Fame der vielseitigen Musiker eingezogen. Neben ihren vielfach gerühmten Auseinandersetzungen mit Mozart und Schubert hat sie zwar sporadisch schon mit dem 20. Jahrhundert geliebäugelt. Nun ist aber eine Referenz-Aufnahme entstanden, die den Geist Schuberts und die tonalen Kontraste Schönbergs mit Herzblut verbindet. Glücklicherweise gibt es auf der CD mit Klavierstücken und der Sonate Anton Weberns noch weitere Trumpfkarten ihres Klavierspiels.

 

Für ähnliche Brückenschläge im Repertoire ist mittlerweile auch die tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kozená ein Garant. Obwohl sie vorrangig in Barock-Produktionen von Marc Minkowski und Sir John Eliot Gardiner ihre Stimme leuchten läßt, wurde sie jetzt in der Kategorie "Beste Vokal-Einspielung" wegen ihres Lied-Recitals mit Werken von Dvorák und Janácek geadelt (DG 463 472-2). Was die Jury zu Jubelstürmen hinrieß: "Ihre Diktion ist bemerkenswert. Aber das größte Geschenk ist ihre einzigartige, vokale Schönheit, die reich an Kraft, genauer Intonation und Frische ist". In diese Mezzo-Sopranistin hat sich Elvis Costello wahrscheinlich auch schon längst verliebt.


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