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10.08.2009

Biografie Cecilia Bartoli

Die Voraussetzungen waren gut. Angelo Bartoli und Silvana Bazzoni waren selbst Sänger und als am 6. Juni 1966 ihre Tochter Cecilia in Rom zur Welt kam, wollten sie natürlich wissen, ob das Mädchen das Talent der Eltern geerbt hat. Tatsächlich stellte sie sich als begabt heraus und erhielt Unterricht bei der Mutter. Ihren ersten öffentlichen Auftritt absolvierte Cecilia Bartoli im Alter von neun Jahren als Hirtenjunge in "Tosca" in ihrer Heimatstadt, wo sie daraufhin als Teenagerin am Conservatorio di Santa Cecilia studierte, bis sie sich mit ersten Auswärtsengagements auf die professionelle Bühne wagte. Sie hatte Glück, denn sie traf zum richtigen Zeitpunkt die passenden Leute. Als Bartoli mit 19 Jahren bei einer Talentshow im italienischen Fernsehen mitwirkte, sah Riccardo Muti ihren Auftritt und bat sie sofort zum Vorsingen an die Scala.

Bald darauf wurde sie von Herbert von Karajan aufgefordert, bei den Salzburger Osterfestspielen 1990 mitzuwirken, was allerdings durch den Tod des Dirigenten nicht zustande kam. Zur gleichen Zeit jedoch trat sie in einer Sendung des französischen Fernsehens zu Ehren von Maria Callas auf und dabei wurde Daniel Barenboim auf sie aufmerksam, der das immense Entwicklungspotential, das in der jungen Frau steckte, bemerkte und fortan förderte. Zu den künstlerischen Höhepunkten dieser frühen Jahre gehörten die Zerlina in "Don Giovanni" (Muti/Strehler) an der Scala und bei den Salzburger Festspielen (Barenboim/Chéreau), der Cherubino in "Le Nozze di Figaro" (Harnoncourt/Ponnelle) an der Zürcher Oper, die Titelrolle in "La Cenerentola" (Chailly/de Simone) an der Oper Bologna und die Despina in einer Muti/de Simone-Produktion von "Così fan tutte" am Theater an der Wien.

Ihr Debüt an der Metropolitan Opera gab Bartoli ebenfalls als Despina in einer Neuinszenierung von "Così fan tutte" (Levine/Koenig). Als Rosina im "Il Barbiere di Siviglia" stand sie in Zürich, Barcelona, Hamburg, Rom, Lyon, Houston und Dallas auf der Bühne und als Cenerentola kehrte sie 1997 nach einem Intermezzo in München wieder an die Met zurück, um sich dort unter der Ägide von James Levine in der Inszenierung von Cesare Lievi erstmals auf Bühne dieses Hauses überhaupt zu präsentieren. So entwickelte sich Bartoli zu einem Superstar der klassischen Musik, mit umjubelten Gastspielen, Tourneen und CDs, die sich in Popdimensionen verkaufen. In aller Welt werden ihre neuen Opernpartien, ihre Konzertprogramme und Schallplattenprojekte - exklusiv bei Decca - voller Spannung und Neugier erwartet. Sechs Millionen verkaufte CDs, die mehr als 100 Wochen in den internationalen Pop-Charts standen, zahlreiche Goldene Platten, vier Grammys (USA), sieben Echos und ein Bambi (Deutschland), zwei Classical Brit Awards (UK), der Victoire de la Musique (Frankreich), sieben Echo Klassiks sowie viele andere renommierte Preise spiegeln den enormen Erfolg ihrer Soloalben "Vivaldi", "Gluck", "Salieri" und "Opera proibita" und auch ihren Status als Bestsellerin ihrer Sparte wieder.

Das alles aber wäre nicht möglich gewesen, wenn Bartoli nicht von Anfang an mit Neugier und stetem Innovationsdrang an sich und ihrem Repertoire gearbeitet hätte. Sie grub sich in Archive ein, sammelte verkannte und unbekannte Werke zusammen, die sie neben den Hits veröffentlicht. Bartoli ist deshalb nicht nur eine der berühmtesten, sondern auch eine der vielseitigsten Sängerinnen unserer Zeit. Das zeigt sich auch an der prominenten Riege ihrer Begleiter. Sie ist mit zahlreichen großen Dirigenten aufgetreten, darunter Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Nikolaus Harnoncourt, Christopher Hogwood, James Levine, Sir Neville Marriner, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Giuseppe Sinopoli und Sir Georg Solti. Seit 1988 steht sie exklusiv bei Decca unter Vertrag und hat seitdem eine Diskografie aufgebaut, die sich sehen lassen kann. Zu ihren Opernaufnahmen zählen Rossinis "Il Barbiere de Siviglia" (Patanè) und "La Cenerentola" (Chailly), Mozarts "La Clemenza di Tito" (Hogwood), Haydns "Orfeo" (Hogwood) sowie ein Gastauftritt mit Luciano Pavarotti und Mirella Freni in Puccinis "Manon Lescaut" (Levine).
 
In den letzten Jahren hat sie begonnen, sich auf die Zusammenarbeit mit den bedeutendsten Alte Musik-Ensembles zu konzentrieren (Akademie für Alte Musik, Les Arts Florissants, Concentus Musicus Wien, Freiburger Barockorchester, Il Giardino Armonico, Kammerorchester Basel, Les Musiciens du Louvre, Orchestra of the Age of Enlightenment, Orchestra La Scintilla). Projekte mit Orchestern, bei denen Cecilia Bartoli die volle künstlerische Verantwortung übernimmt, sind immer wichtiger für sie geworden und wurden von den gemeinsam entwickelten und aufgeführten Programmen mit den Wiener Philharmonikern gekrönt.
 
Cecilia Bartoli singt regelmäßig in den bedeutendsten Konzertsälen in Europa, den Vereinigten Staaten und Japan. Sie ist in berühmten Opernhäusern und Festspielen wie der New Yorker Metropolitan Opera, dem Royal Opera House Covent Garden London, der Mailänder Scala, der Bayerischen Staatsoper München, den Salzburger Festspielen sowie dem Züricher Opernhaus (an dem sie viele ihrer Opernpartien erstmals gesungen hat) aufgetreten. Zu ihren Partien in jüngster Zeit gehören die Fiorilla in Rossinis Oper Il Turco in Italia am Covent Garden und zwei Händel-Heroinen: Cleopatra (in Giulio Cesare mit Marc Minkowski) und Semele (mit William Christie) in Zürich.
 
In den Jahren 2007 und 2008 widmet sich Cecilia Bartoli vor allem dem frühen 19. Jahrhundert, der Epoche der italienischen Romantik und des Belcanto. Im Mittelpunkt steht dabei das spektakuläre Hommage-Projekt "Maria" (2007), mit dem sie sich vor einer der größten Sängerinnen dieser Ära verneigt, der Sopranistin und Operndiva Maria Malibran (1808-1836). Darüber hinaus hat sie die "Cecilia Bartoli - Musikstiftung" gegründet, die sich der Förderung von Musik widmet. Das umfasst unter anderem die Erforschung, die Aufführung und Verbreitung von Musik, außerdem den Aufbau von Sammlungen, die Durchführung von Ausstellungen und die Unterstützung von Musikprojekten jeglicher Art.

Regelmäßig persönlich in musikalischen Archiven aktiv, konzentriert Cecilia Bartoli ihre künstlerische Arbeit in der Öffentlichkeit auf einzelne Phasen. Im Oktober 2008 erscheint etwa eine komplette Opernaufnahmen von Bellinis "La Sonnambula" mit dem peruanischen Startenor Juan Diego Flórez. Auch in diesem Fall hat Bartoli besonderen Wert darauf gelegt, historische Kadenzen des 19.Jahrhunderts in die Interpretation ihrer Rolle aufzunehmen, zumal diese erstmals überhaupt von einer Mezzo-Sopranistin übernommen und von einem Orchester mit Originalinstrumenten für eine Einspielung gerahmt wurde. Die Veröffentlichung des Albums ist begleitet von einer umfangreichen Konzerttournee durch die großen Konzertsäle in Europa, den USA und Japan.

Cecilia Bartoli wurde bereits mit zahlreichen Preisen und Ehrungen bedacht. In Italien wurde sie zum "Cavaliere" ernannt und ist "Accademico effetivo" von Santa Cecilia in Rom. In Frankreich wurde sie als "Chevalier des Arts et des Lettres" und in London als "Honorary Member" der Royal Academy of Music ausgezeichnet.

9/2008


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