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08.02.2016

Wunderwerk einer Wunderband - Charles Lloyd stellt The Marvels vor

Charles Lloyd, Wunderwerk einer Wunderband - Charles Lloyd stellt The Marvels vor

"Ich suche immer noch nach neuen Klängen", meinte Charles Lloyd, als er letztes Jahr sein Album "Wild Man Dance" vorstellte, mit dem er eine neue Schaffensphase bei Blue Note einläutete. "Der Weg ist für mich das Ziel. Ich nenne mich selbst einen 'Klangsucher'. Je tiefer ich in den Ozean der Klänge eintauche, desto mehr wird mir bewusst, dass ich immer noch tiefer und weiter tauchen muss." Und was wäre besser, als sich bei seinen Tauchgängen nach neuen Klängen mit neuen Partnern zu umgeben, die ihn in noch unerforschte Tiefen und Weiten zu locken verstehen. Genau das hat der Saxophonist, der am 15. März 2016 78 Jahre alt wird, auf seinem zweiten Blue-Note-Album "I Long To See You" getan. In seine neue Band, die er passend The Marvels taufte, holte er sich gleich zwei namhafte Gitarristen, die sich optimal komplementieren: den großartigen Bill Frisell und Greg Leisz, einen Meister der Pedal-Steel-Gitarre. Zur Seite stellte er ihnen mit Bassist Reuben Rogers und Schlagzeuger Eric Harland allerdings zwei Musiker, die man schon von vielen Lloyd-Aufnahmen der letzten zehn Jahre kennt. Außerdem lud er zwei überraschende Gastvokalisten ein: Norah Jones lieh Billy Prestons "You Are So Beautiful" ihre Stimme und Willie Nelson interpretiert Ed McCurdys Antikriegslied "Last Night I Had The Strangest Dream".

So exquisit wie die Band ist auch die Kollektion der Songs von "I Long To See You". Neben den beiden bereits genannten Stücken enthält sie noch Bob Dylans "Masters Of War" sowie ein paar traditionellen Hymnen und Lieder ("La Llorona", "All My Trials", "Abide With Me" und "Shenandoah"). Neu eingekleidet hat Lloyd aber auch frühere Eigenkompositionen wie das Stück "Of Course, Of Course", das der Saxophonist 1965 ursprünglich mit Gábor Szabó, Ron Carter und Tony Williams eingespielt hatte. Oder die unvergesslich melodische Nummer "Sombrero Sam", die er erstmals 1966 mit Keith Jarrett, Cecil McBee und Jack DeJohnette für das Kultalbum "Dream Weaver" aufnahm. "Diese Sücke haben meinen Werdegang markiert, und diese Band wirft nun ein aufregendes neues Licht auf sie." Ausklingen lässt Lloyd das Album mit dem epischen Stück "Barché Lamsel", das nach einem buddhistischen Gebet benannt ist, mit dem um die Beseitigung von Hindernissen - äußeren, inneren und auch geheimen - gebetet wird. "Der Titel des Stücks ergab sich wie von selbst während der Aufnahme", verrät dre Saxophonist. "Mir schien, dass einfach nichts den Fluss der Noten und Ideen aufhielt. Es ist ein Gebet für den Frieden, eine Sutra für die Zärtlichkeit."


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