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19.12.2003

Charlie Parker - The Complete Verve Master Takes

Charlie Parker, Charlie Parker - The Complete Verve Master Takes

In einer bemerkenswert kurzen Zeitspanne gelang es Charlie Parker, die Regeln des Jazz umzuschreiben und sich als einer der wichtigsten Musiker des 20. Jahrhunderts zu etablieren. Sowohl als virtuoser Altsaxophonist, innovativer Komponist, trendsetzender Bandleader und Triebfeder bei der Entwicklung des modernen Jazz setzte er Zeichen. Als er 34jährig verstarb, war er schon längst "unsterblich".

Dabei war Parkers Karrierestart, wie Phil Schaap im Begleittext von "The Complete Verve Master Takes" schreibt, alles andere als vielversprechend. Als er bei einer Session mit Schulkameraden erstmals mit seinem zusammengeflickten Altsax mitjammen wollte, erntete er von diesen nur schallendes Gelächter. Charlies Repertoire bestand damals gerade mal aus "Honeysuckle Rose" und "Body And Soul", die er auch nur in einer Tonart spielen konnte. Nicht besser erging es ihm, als er Jahre später - nun bereits 15 Jahre alt - dreist zu seinem Idol Lester Young auf die Bühne stieg und mitspielte. Young hörte sich Parkers Gemurkse kurz an und läutete dann die Glocke, die er für solche Ignoranten bei sich trug, um ihn zu stoppen. Der Teenager spielte indes unbeirrt weiter, bis ihm schließlich Drummer Jo Jones in demütigender Weise ein Becken vor die Füße knallte. Das Ego Charlies, der sich schon damals für den weltbesten Saxophonisten gehalten haben soll, erhielt einen immensen Knacks. Nachdem er den Schock überwunden hatte, übte er wie versessen... der Rest ist Jazzgeschichte.

 

Viele der wichtigsten Aufnahmen Parkers wurden zwischen 1947 und 1954 bis wenige Monate vor Parkers Tod für von Norma Granz für Verve produziert. Die jetzt erscheinende 3-CD-Box enthält die 73 Mastertakes von allen Studiosessions, die Parker unter Granz' Regie machte. Der Altsaxophonist ist hier mit Miles, Dizzy, Monk, Mingus, Oscar Peterson, Max Roach und zahlreichen anderen Jazzgrößen zu hören. Das 56seitige Booklet enthält neben dem Text des Charlie Parker-Experten Phil Schaap zahlreiche O-Töne von an den Sessions beteiligten Musikern (u.a. von Roach, Hank Jones, Red Rodney, Neal Hefti und auch Parker selbst) sowie unveröffentlichte Fotos.


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