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13.03.2012

Chima

Chima, Chima

Ein Antiheld?

Kann jemand, der Drückebergertum, Dinge aufschieben und Decke-über-den-Kopf-ziehen besingt unser Held sein? Ja, verdammt, ja! Kann er! Und zwar genau deshalb!

Wir könnten philosophisch werden. Wir könnten schwafeln davon, daß die moderne Welt mit ihren Möglichkeiten, scheinbar zur Wahl stehenden Optionen, werbungs-verseuchten Idealen von der eierlegenden, drei-Kinder-habenden, vollbeschäftigten, Tennis spielenden, 13tes Monatsgehalt beziehenden Wollmilchsau... wo waren wir? ... ach ja: wir könnten mit Recht sagen, dass diese Welt uns so oft so klein macht. Dass sie uns dazu führt, ein nagendes Gefühl des versagt habens mit uns herum zu tragen. Wir könnten so weit gehen, das zu behaupten.

Wir können es aber auch lassen - und einfach feststellen, daß es uns oft genau so geht: "Ich mach mir 'n Kopf und träume von Dingen die ich mir fürs Leben wünsch', für die ich brenne, aber sonst nichts weiter tue". Bingo! Chima beschreibt in "Morgen" doch tatsächlich genau diesen Zustand, in dem wir am liebsten vor uns und der Welt weg laufen würden.

Aber, keine Angst, wir können durchatmen! Wie erfrischend Chima hier in humorvollen Bildern und in beinah sorgenfrei klingenden Tönen erzählt, das macht Spaß. Ohne Selbstmitleid und Pathos, ohne Zeigefinger und Durchhalteparolen. Einfach so. Ehrlich und klar. Und spätestens beim ersten Refrain fühlt man sich eiskalt erwischt - und schmunzelt, denkt sich vielleicht etwas verschämt "...ja!" - und will verdammt noch mal endlich die eigene Lethargie weg tanzen! "Morgen", von den Berliner Produzenten Beatgees gemacht, klingt wie doch-noch-aufstehen: Echte Streicher schaffen Luft wie's Fenster öffnen, die Synthies knarzen wie der doch noch erwachte Biss, Drums für den Tanzflur sind der Takt in dem die nächsten großen Schritte gemacht werden.

Zu erwähnen, daß Chima weiß wovon er redet, ist hier fast überflüssig: ein Mann, erwachsen, dem gleichen Traum folgend wie jüngere, blau-äugigere Kerle – doch viel länger, und durch ganz andere Widerstände hindurch. Einer, dem das Leben auch schon mal gesagt hat: lass es lieber. Ein Sänger, dessen Lachen laut und voller Herz ist, weil es schwierige Zeiten überdauert hat. Ein Mann, dessen Augen klar sehen, und dessen Lächeln verschmitzt ist. Einer, dessen Geschichte man hören möchte - weil sie inspirierend ist.

"MORGEN nehme ich mein Leben in die Hand, erst MORGEN aber dann richtig, mann. Wenn nicht MORGEN wann denn dann?!"

Chima ist so was von einer von uns. Und heute, HEUTE beginnt das "Morgen", von dem CHIMA singt.

Los, aufstehen!


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