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01.11.2011

Culcha Candela

Culcha Candela sind zurück! Nein, das ist kein guter erster Satz für eine Biografie der Band im Jahr 2011. Vielleicht besser so: Culcha Candela sind einfach dageblieben! Seitdem ihnen mit der Single "Hamma!" im Jahr 2007 der endgültige Durchbruch gelang, haben sich Culcha Candela dauerhaft in der Top-Etage der deutschen Musikszene niedergelassen – und machen keinerlei Anstalten, diese in nächster Zeit wieder zu verlassen.

In Zahlen liest sich das so:  Insgesamt über 2,2 Millionen verkaufte Tonträger, alleine in den letzten fünf Jahren zwei Platinalben, zwei Goldalben, eine Platin- und drei Goldsingles. Dazu konstant alle Singles in den Airplay-Top100, meistens sogar mehrere in den Top30 und eine davon in den Top5. Das ist – in Punkto Konstanz und Konsequenz – vielleicht die herausragende Erfolgsstory, die die deutsche Musiklandschaft in den letzten Jahren zu bieten hatte.

Daneben sind sie vielleicht die engagiertesten musikalischen Unterstützer von deutschen und globalen Charity-Projekten, insbesondere für Jugendliche: Aktionen wie Africa Rise, Action Kidz oder die UN Millenniumkampagne sind nur einige der von Culcha Candela mit Herzblut geförderten Hilfsprogramme.
Was aber ist das Geheimnis des konstanten Erfolges des Berliner Sextetts? Wie meistens gibt es hierauf keine einfache und schon gar keine alleinige Antwort.

Sicher war es gut für die Band, erst bei ihrem dritten Album mit einer massiven, alles verändernden Hitsingle konfrontiert worden zu sein. Sicher war es auch gut, sich vorher in verschiedenen Richtungen ausprobiert zu haben, verschiedene Wege und Irrwege gegangen zu sein, um im Moment des Erfolges nicht den Blick für das Wesentliche zu verlieren.

Und natürlich sind es die Charaktere innerhalb der Band, die das „System Culcha Candela“ in zehn Jahren Bandgeschichte zu einer so präzise operierenden Organisation machen. Sechs Berliner mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln, die verschiedener kaum sein könnten und von denen jeder einzelne auf seine Weise völlig unersetzlich für das Funktionieren der Band ist: Itchy, Band-Kraftwerk und unablässig vorneweg marschierender Bannerträger, Larsito, ruhend-lässiger Smooth-Operator und Hookline-Meister, Mr. Reedoo, nachdenklicher Kopf der Band, Johnny Strange, liebenswert-chaotischer Soulbrother, Don Cali, Typ zum Pferde (und mehr?) stehlen, sowie der smarte und charismatische DJ Chino.

Ebenfalls kaum wegzudenken aus dem Culcha-Universum ist auch das hauptverantwortliche Produzententeam WIR, das beständig für absoluten cutting-edge-Sound, Druck und Tanzbarkeit sorgt. Auch die Mitarbeit von Gastproduzenten ist mittlerweile Tradition: Diesmal haben u.a. Martelli, BeatGees, Paul NZA und Crada ihr Scherflein beigetragen. Mit ihrer einzigartigen Formation – sechs gleichberechtigte Sänger/Frontmänner – und ihrer Stilistik haben Culcha Candela eine völlig neue Schublade aufgemacht, beziehungsweise diese gleich mal wieder zugemacht, ohne sich hineinzubegeben.

Vielleicht ist es viel einfacher, als man denkt, dem Phänomen Culcha Candela auf die Spur und ihrem Erfolgsrezept nahe zu kommen: dazu kaufe man sich ein Ticket zu einem ihrer Konzerte. Hier merkt man sofort, dass man die Band quasi bei sich zu Hause besucht. Sie sind ein absolutes Live-Phänomen! Und natürlich: Der Zusammenhang zwischen ihrem seit knapp einer Dekade konstanten Tourprogramm und ihrer Fähigkeit, dem Publikum Hit nach Hit um die Ohren zu hauen, ist unübersehbar.

Culcha Candela sind alles andere als ein Pop-Retortenprojekt, sie gleichen in gewisser Hinsicht alten Rock'n'Roll-Recken, die ihre Studioalben ganz klar mit dem Ziel produzieren, bei der nächsten Tour/Festivalsaison das richtige Material zur Verfügung zu haben, um die Bühne abzufackeln. Und was kommt dabei raus, wenn man so an die Sache herangeht?

Ein deutschsprachiges Pop-Album, bei dem einem die Spucke wegbleibt. "Flätrate" spielt gekonnt und ironisch mit der eigenen Kommerzialität, oszilliert zwischen gewaltigen Großraum-Dampfhämmern und fein-souligen Tunes zum hinhören, ist erwachsen und souverän, hat aber trotzdem den ungetrübten Fun-Faktor einer gelungenen Party. Voll auf die Zwölf, aber manchmal eben trotzdem nicht nur die kürzeste Strecke zwischen A und B.

Das liegt natürlich auch an der seit Jahren immer noch großen musikalischen Diversität zwischen den Protagonisten und dem inzwischen bestens eingespielten Entstehungsprozess eines Culcha Albums (bitte nachschlagen unter: Entscheidungsfindung, basisdemokratische). Und so stehen treffsichere Top-10-Bretter wie "Hungry Eyes", "Am Start" oder "Dieses Gefühl" auch einträchtig neben nachdenklichen und gefühlvollen Songs wie "Morgen Fliegen" und "Big Fat Smile".

Funktioniert das? Ja, das funktioniert. Vielleicht auch deswegen, weil man sich inzwischen einfach daran gewöhnt hat, dass Culcha Candela es einfach machen. Und machen dürfen. Wie jede große Band ist auch diese zu etwas geworden, das man mit nichts mehr vergleichen kann: ein einmaliges Bandkonzept, ein unverwechselbarer Sound, vielleicht sogar ein eigenes Genre. Besondere Kennzeichen: Spaß, Hitsingles und Teamwork. Spätestens mit „Flätrate“ sind Culcha Candela in ihrer eigenen Liga angekommen.


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