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22.03.2012

Curtis Stigers wird persönlich

Curtis Stigers, Curtis Stigers wird persönlich © by Mali Lazell

Was haben die beiden Songwriter-Legenden Bob Dylan und Richard Thompson mit den Rhythm’n’Blues-Pionieren Eddie Floyd und Clyde Otis sowie modernen Pop-Stars wie Neil Finn von Crowded House und Jeff Tweedy von Wilco gemein? Sie alle steuerten einen Song zu dem Repertoire bei, das der Sänger und Saxophonist Curtis Stigers auf seinem neuen Album “Let’s Go Out Tonight” präsentiert. Und obwohl er darauf - erstmals seit “You Inspire Me” von 2003 - keinen eigenen Song interpretiert, bezeichnet Stigers “Let’s Go Out Tonight” paradoxerweise als

“das vielleicht autobiographischste Album, das ich je gemacht habe”.

Seine Erklärung dafür ist, dass er mit allen Songs sehr persönliche Erfahrungen verbindet. Seit er 2001 mit “Baby Plays Around” vom Pop- ins Jazzlager wechselte, schürfte er für seine Alben im Great American Songbook stets nach den Gold-Nuggets, denen er seinen eigenen Touch verleihen könnte. Auf “Let’s Go Out Tonight” ist dies erstmals nicht der Fall: diesmal bietet Stigers eine aufregende Mischung aus Pop-, Folk-, Country- und Soul-Nummern. Auf dem Album gibt er unter anderem Bob Dylans “Things Have Changed” und Richard Thompsons “Waltzing’s For Dreamers” ein neues Gewand. Dylan schrieb sein Stück vor zwölf Jahren für den Film “Die WonderBoys” und gewann damit den Oscar für den besten Filmsong des Jahres. Das Stück des britischen Folkrockmusikers Richard Thompson stammt von dessen 1988er Album “Amnesia”. Ziemlich aktuell ist die Nummer “You Are Not Alone”, die Jeff Tweedy 2010 für Mavis Staples’ gleichnamiges Album schrieb. Clyde Otis’ “This Bitter Earth” wiederum wurde 1961 durch die große Dinah Washington bekannt, während Eddie Floyds “Oh, How It Rained” 1971 ein Riesenhit für das Stax-Label war. “Into Temptation” komponierte Neil Finn 1988 für das zweite Crowded-House-Album “Temple Of Low Men”. Zusammengestellt hat Stigers das farbenfrohe Programm mit dem Produzenten Larry Klein.

Wandel vom Kontrollfreak zum Klein-Künstler


Die Kooperation mit Klein war für Stigers, der seine sechs bisherigen Alben für Concord entweder ganz alleine oder koproduziert hatte, ein Aufbruch zu neuen Ufern. “Es war eine vollkommen andere Erfahrung”, gesteht Curtis. “Auf meinen letzten Alben hatte ich [Keyboarder] Larry Goldings und [Trompeter] John ‘Scrapper’ Sneider mit Freuden als Koproduzenten genannt. Aber da ich ein Perfektionist und Kontrollfreak bin, war es letztendlich immer ich, der die Entscheidungen traf, wobei ich die Arrangierkünste der beiden gerne ausbeutete.”

Erfüllung eines langgehegten Wunsches

Stigers’ Zusammenarbeit mit Klein bahnte sich tatsächlich schon vor vierzehn Jahren an. “Ich lernte Larry vor einer halben Ewigkeiten kennen”, berichtet der Sänger. “Wir sprachen schon 1998 davon, einmal gemeinsam eine Platte zu machen. Damals hatte ich gerade Arista verlassen und war für ein Album [‘Brighter Days’] bei Columbia untergeschlüpft. Ich fragte Larry, ob er das Album produzieren wolle. Aber er hatte schon die jazzigere Aufnahmen von mir gehört, die später auf ‘Baby Plays Around’ erscheinen sollten, und dachte eher an ein wirkliches Jazzalbum. Dafür war ich aber noch nicht bereit, ich wollte ein Singer/Songwriter-Album machen. Jetzt, vierzehn Jahre später, haben wir endlich ein Album zusammen aufgenommen.”

Für “Let’s Go Out Tonight” tauschte Stigers seine fantastische Band gegen eine noch fantastischere

Mit von der Partie waren wieder einmal Larry Goldings und John “Scrapper” Sneider. “Ich habe eine fantastische Band, mit der ich auf Tourneen gehe und auch die letzten paar Alben aufgenommen habe... und sicher noch weitere Alben aufnehmen werde”, meint Curtis Stigers, “aber dieses Album sollte wie eine Larry-Klein-Produktion klingen. Und die Idee, ihm zu sagen: ‘Du musst Musiker benutzen, mit denen du nie gearbeitet hast, um die Platte zu machen, die dir vorschwebt.’... nun das kam mir etwas absurd vor.” Also ließ Stigers Klein die Musikerwahl vornehmen: Der Produzent lud zu den Sessions Musiker ein, mit denen er regelmäßig zusammenarbeitet: Gitarrist Dean Parks, Keyboarder Patrick Warren, die Bassist David Piltch und Kaveh Rastegar sowie Schlagzeuger Jay Bellerose. “Das sind Leute, mit denen es ungeheuer aufregend ist zusammenzuarbeiten”, sagt Stigers, der bei den Sessions natürlich selbst auch zu seinem Tenorsaxophon griff, mit leuchtenden Augen.


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