Newsletter

Hol Dir jetzt den offiziellen Daniel Barenboim Newsletter

OK
Backstage
Daniel Barenboim, Daniel Barenboim BACKSTAGE EXCLUSIV

Aktuelles Album

Facebook

News

20.05.2011

Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra: Tschaikowsky & Schoenberg

Nun ist Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra an sich schon ein Phänomen. Spielt es aber in Salzburg Tschaikowsky und Schoenberg, so prallen neben den kulturellen auch musikalische Welten aufeinander

Daniel Barenboim, Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra: Tschaikowsky & Schoenberg

Die Geschichte ist ebenso symbolträchtig, wie verpflichtend: Zwölf Jahre sind bereits vergangen, seit der Dirigent und Kulturvisionär Daniel Barenboim, der 2003 verstorbene amerikanisch-palästinensische Intellektuelle Edward Said und der Generalbeauftragte der damaligen europäischen Kulturhauptstadt Weimar, Bernd Kauffmann, mit dem West-Eastern Divan Orchestra ein ganz besonderes Beispiel für die Kraft der Versöhnung schufen. Denn das Ensemble, dessen Mitglieder sich aus jungen Musikerinnen und Musikern aus Palästina, Ägypten, Syrien, dem Libanon, aus Jordanien, Israel und Andalusien zusammensetzt, sollte zeigen, dass Kultur im Allgemeinen und Musik im Besonderen die Kraft hat, über alle Gegensätze hinweg die Menschen zu verbinden. Das Projekt wurde ein phänomenaler Erfolg. Das Orchester ist seitdem nicht nur einmal im Jahr weltweit auf Tournee unterwegs, sondern hat sich unter der erfahrenen Leitung seines Chefs zu einem der besten jungen Klangkörper entwickelt.

Und so war das Orchester im August 2007 auch im Rahmen der Salzburger Festspiele im Großen Schauspielhaus zu Gast, eine der anspruchsvollsten Adressen der internationalen Musikwelt. Auf dem Programm standen zwei Werke, deren jedes auf seine Weise einen Schlusspunkt im Schaffen ihrer Komponisten setzte. Peter Tschaikowskys 6. Symphonie "Pathétique" beispielsweise wird noch heute von manchen Biographen aufgrund ihrer Vehemenz und Nachdrücklichkeit als mögliche Todesahnung gedeutet, genährt durch die Tatsache, dass der Komponist nur wenige Tage im Anschluss an die von ihm selbst dirigierte Uraufführung 1893 starb. Arnold Schoenbergs „Variationen für Orchester“ wiederum entstanden 1926 als erste Komposition, die der frisch gebackene Nachfolger von Busoni an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin niederschrieb. Für den Komponisten war das eine Phase der Anerkennung, nicht nur durch seinen Aufstieg in die Oberklasse der akademischen Hierarchie, sondern auch darüber hinaus durch die wachsende Hochachtung der Musikwelt für seine Form- und Klangexperimente.

Wenn nun also das panorientalische, von einem Kosmopoliten wie Daniel Barenboim geleitete West-Eastern Divan Ochestra, in einem der Zentren der internationalen Hochkultur Werke eines Russen und eines deutschen Avantgardisten spielt, feiern die Künstler mit dem Programm auch die Macht der Musik, die politische Klüfte überwinden und traditionelle Feinde versöhnen kann. So wurde es auch ein rauschender, von Kritik und Publikum euphorisch gefeierter Erfolg, der einmal mehr bewies, wie grenzüberschreitend inspirierend Musik wirken kann. Damit ist diese Aufnahme auch ein würdiger Einstieg in die Zusammenarbeit des West-Eastern Divan Orchestras mit Daniel Barenboim als Exklusivkünstler mit Decca Classics.

Orchester und Dirigent gastieren im Zuge ihrer gemeinsamen Europatournee am 22. Mai 2011 um 16 Uhr mit einem Benefizkonzert zugunsten von Bildungsprojekten in Israel und Palästina in der Berliner Philharmonie.



KOMMENTARE

Kommentar speichern