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09.03.2016

Erhebend – Daniel Barenboim interpretiert Elgars erste Sinfonie

Für den Meisterdirigenten Hans Richter war sie "die größte Sinfonie unserer Zeit". Jetzt erscheint Daniel Barenboims furiose Interpretation von Edward Elgars Sinfonie Nr. 1 in As-Dur.

Daniel Barenboim, Erhebend – Daniel Barenboim interpretiert Elgars erste Sinfonie © Decca / Karina Schwarz

Seine Musik geht unter die Haut. Man spürt, dass sie aus tiefstem Seelenerleben herrührt. Edward Elgar war ein hochempfindsamer Mann, der einen steinigen Weg beschritt. Doch am Ende ging er als einer der größten britischen Komponisten in die Geschichte ein.

Allerhöchste Ansprüche: Edward Elgar (1857–1934)

Elgar hat es sich nie leicht gemacht. Er haderte oft mit seinem Leben und stellte die allerhöchsten Ansprüche an seine Kunst. So war es auch mit seiner Sinfonie Nr. 1 in As-Dur, die er zwischen 1907–1908 komponierte. Obgleich er spätestens seit der Uraufführung der "Enigma Variations" im Jahre 1899 ein bekannter und hochangesehener Künstler war, tat er sich in jenen Jahren wie vor schwer mit dem Komponieren.

Elgar fühlte sich oft einsam. In den einflussreichen, musikfördernden Kreisen seiner Zeit kam der in Worcester geborene Sohn eines protestantischen Musikalienhändlers und einer katholischen Mutter innerlich nie wirklich an. Er sah sich als Außenseiter, weit weg vom Establishment, aber so sehr er auch darunter litt, er zog auch Kraft und schöpferische Energie aus seiner Sonderrolle.

Moderne Romantik: Gewaltige Stimmungen

Elgar war ein unabhängiger Geist. Er verbog sich nicht, und die vielschichtigen Stimmungen seines Seelenlebens legte er in seine Musik. Die "Sinfonie Nr. 1 in As-Dur" pulsiert vor Leben. Sie ist geprägt von heftigen Gegensätzen. Mal klingt sie hoffnungstrunken, nach vorne gerichtet und überaus optimistisch. Ein anderes Mal fließt sie elegisch und träumerisch mit wundervollen Melodien dahin. Dann wieder braust sie wild auf. Es ist ein Wahnsinnswerk, und wer gefühlsstarke Musik liebt, der wird nicht genug kriegen können von dieser hochgespannten Sinfonik.

Daniel Barenboim weiß damit umzugehen. Er hat eine besondere Nähe zu Elgars offenherziger Kompositionskunst. Wie Edward Elgar selbst, so macht auch Daniel Barenboim keinen Hehl aus seinen romantischen Neigungen, und ist doch zugleich ein moderner Mensch, der sich dem Gang der Zeit nicht verschließt. Das tat auch Elgar nicht, der sich noch im hohen Alter mit den Neuerungen der Schallplatte und des Rundfunks befasste.

Mitreißendes Album: Barenboim trifft Elgar

Daniel Barenboim führt mit seinem neuen Album eindrucksvoll vor, dass der britische Komponist nicht in der gängigen Charakterisierung "spätromantisch" aufgeht. So melodisch, träumerisch und sehnsuchtsvoll Edward Elgar klingt, er ist auch ein Neuerer, in dessen hoher Reizbarkeit sich das moderne, pulsierende Leben ankündigt. In kaum einem anderen Werk kommt dies so großartig zur Geltung wie in seiner ersten Sinfonie, und Daniel Barenboim birgt diesen Schatz des 20. Jahrhunderts mit viel Geschick.

"Edward Elgar (1857–1934): Symphonie Nr. 1" ist ein mitreißendes Album. Daniel Barenboim lotet mit der Staatskapelle Berlin alle Tiefen von Elgars Werk aus. Die elegische Anfangsmelodie, die Elgars Frau Alice so sehr liebte, wird von Barenboim sanft und klar entfaltet, und die dramatische Dynamik des Werkes hat bei dem großen Dirigenten immer das rechte Maß. Erfreulich ist, dass dem Album mit Anthony Burtons kompaktem Booklet-Essay auch eine hervorragende Einführung in Elgars erste Sinfonie beigefügt ist. Kurz: Sinfonische Kunst vom Feinsten, präsentiert in einem ansprechenden Rahmen.

 


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