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26.10.2012

Biografie

»Der britische Geiger hat einen großen, reichen Ton und einen großen, wissbegierigen Geist.«
Los Angeles Times, 2012

»Das Spiel des britischen Geigers Daniel Hope zeichnet sich nicht nur durch seine Klang-schönheit aus, sondern auch durch seine überzeugende rhetorische Qualität – die Phrasierung des 38-Jährigen scheint oft einen ungeschriebenen Text auszudrücken.«
Wall Street Journal, 2012

Daniel Hope kam 1974 in Durban (Südafrika) zur Welt. Als er ein halbes Jahr alt war, erhielt sein Vater, der angesehene Romancier, Dichter und Kämpfer gegen die Apartheid Christopher Hope, endlich ein Ausreisevisum. Die Familie ging zunächst nach Paris, dann nach London, wo Daniels Mutter Eleanor von Yehudi Menuhin als Sekretärin engagiert wurde. Später war sie viele Jahre Managerin des berühmten Geigers und Dirigenten. 1978 erhielt Hope ersten Geigenunterricht bei Sheila Nelson in London. Sechs Jahre später begann er ein Studium am Royal College of Music bei Itzhak Rashkovsky, Felix Andrievsky und Grigory Zhislin und spielte im britischen Fernsehen. 1985 lud Menuhin ihn ein, mit ihm die Bartók-Duos für das deutsche Fernsehen aufzuführen; es war der Beginn einer langjährigen musikalischen Partnerschaft, während der die beiden Geiger mehr als 60 gemeinsame Konzerte gaben. 1999 führte er bei Menuhins letztem öffentlichen Auftritt das Violinkonzert von Schnittke in Düsseldorf auf. 1992–98 war Hope Schüler von Zakhar Bron an der Royal Academy of Music in London, wo er auch sein Examen machte.

Seither tritt Daniel Hope weltweit mit den angesehensten Orchestern und Dirigenten auf und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Aufnahmen, darunter fünf Echo-Preise, den Classical Brit Award, den Deutschen Schallplattenpreis und eine Reihe von Grammy-Nominierungen. 1995 spielte er die Erstaufführung von Douglas Jarmans kritischer Ausgabe des Violinkonzerts von Berg und arbeitete mit Toru Takemitsu, dessen Violinkonzert Nostalghia er später aufnahm. 2000 trat er als Geiger und Dirigent vor 20 000 Zuhörern auf dem Münchner Königsplatz auf. 2001 wählte der Londoner Evening Standard Hope zum »Klassischen Interpreten des Jahres«. Im Jahr darauf wurde er als jüngster Musiker überhaupt Mitglied des legendären Beaux Arts Trio, mit dem er bis zu dessen Auflösung 2008 regelmäßig auf Tournee ging. Er spielte 2002 die Uraufführung von Jan Müller-Wielands Violinkonzert Ballad of Ariel, eins der vielen Werke, die er regelmäßig bei jungen Komponisten in Auftrag gibt, und 2003 die Uraufführung von Schnittkes neu entdeckter Sonate 1955. Bei den Classical Brit Awards 2004 in London wurde er zum »Jungen Künstler des Jahres« gekürt, und im selben Jahr begann er seine Arbeit beim Savannah Music Festival als Artist-in-residence; später im Jahr ernannte das Festival ihn offiziell zum Stellvertretenden Künstlerischen Direktor, seine Amtszeit reichte bis 2009. 2005 spielte er beim Savannah Music Festival die Uraufführung des Violinkonzerts Abraham, das Roxanna Panufnik für ihn schrieb, und präsentierte die erste Aufführung seines Programms East Meets West mit dem indischen Sitar-Meister Gaurav Mazumdar; in Dachau trat er anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers auf.

In den vergangenen Jahren hatte er u. a. Engagements beim Nederlands Philharmonisch Orkest (in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Tan Dun), der Königlichen Philharmonie Stockholm sowie den Philharmonischen Orchestern von Warschau, Oslo und München, dem Los Angeles Chamber Orchestra sowie dem Schwedischen, Stuttgarter, Zürcher und Münchner Kammerorchester, dem London Symphony Orchestra, City of Birmingham Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, BBC Scottish Symphony Orchestra, den Wiener Symphonikern, dem Symphonieorchester des schwedischen Rundfunks, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, den Symphonieorchestern von Boston und Chicago, NHK Symphony Orchestra, dem Nationalen Dänischen Symphonieorchester und dem Tivoli-Symphonieorchester, dem Concertgebouworkest und dem Orchester des Salzburger Mozarteums, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Orchestre de la Suisse Romande, Orchestre National de Belgique, Orchestre National de France, Concerto Köln, Lucerne Festival Strings und dem Ensemble ACJW.

Auf seinen zahlreichen Tourneen präsentiert Hope ein breites Repertoire und arbeitet mit so unterschiedlichen musikalischen Partnern wie den Pianisten Sebastian Knauer, Jeffrey Kahane und Kristian Bezuidenhout, dem Lautenisten Stefan Maass und der Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter. Mit dem berühmten Schauspieler Klaus Maria Brandauer hat er an Projekten mit Texten von Dietrich Bonhoeffer (»War and Pieces«) und Goethe (»Faust« – mit Musik aus der Goethezeit) sowie in Strawinskys Histoire du soldat zusammengearbeitet. Er ist bei den BBC Proms aufgetreten, bei den Festivals in Ravinia, Savannah, Santa Fe, Tanglewood, Bloomington (Indiana), Aspen und Verbier, beim Menuhin Festival (Gstaad), Schleswig-Holstein Musik Festival, Lucerne Festival, der Schubertiade, dem Bonner Beethovenfest, Mecklenburg-Vorpommern Festival, Rheingau Musik Festival, Bodenseefestival, den Ludwigsburger Festspielen, dem Kissinger Sommer und dem Festival Berlioz (La Côte Saint-André). Hope veröffentlichte mehrere Bücher: das autobiografische Familienstücke. Eine Spurensuche; Toi, toi, toi!: Pannen und Katastrophen in der Musik; und Wann darf ich klatschen?.

Daniel Hope unterzeichnete 2007 einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon. Zu seinen ersten Aufnahmen unter diesem Vertrag gehörte die Originalfassung von Mendelssohns Violinkonzert. Er wirkte mit bei Anne Sofie von Otters Album mit Musik jüdischer Komponisten aus dem Konzentrationslager Theresienstadt. Seine Live-Aufführung von Elgars Violinkonzert mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Sakari Oramo sowie seine Aufführung von Tippetts Tripelkonzert bei den BBC Proms stehen als Download in der Reihe DG Concerts zur Verfügung. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen Air – A Baroque Journey und ein Album mit Violinkonzerten von Vivaldi, beides mit dem Chamber Orchestra of Europe, sowie The Romantic Violinist, ein Tribut an Joseph Joachim mit Werken von Joachim, Schubert, Bruch, Clara Schumann, Brahms und Dvořák.

10/2012


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