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13.02.2013

Spheres

Daniel Hope über Sphärenmusik

Als ich klein war, gab es nur eines, das mich so stark in den Bann ziehen konnte wie die Musik, und das war der Nachthimmel. Im Alter von acht Jahren kaufte ich mir mein erstes Teleskop und betrachtete stundenlang den Mond und die Sterne. Und ich stellte mir vor, wie es wohl gewesen sein mag, als die Menschheit erkannte, wie winzig sie im Angesicht des großen Ganzen ist.

In meiner Jugend stellte mir Yehudi Menuhin, der damals an seinem Projekt The Music of Man arbeitete, den großen Astronomen Carl Sagan vor. Er öffnete mir die Augen für die unendlichen Weiten des Universums und für die Idee der »Sphärenmusik«.

In diesem Album möchte ich Musik und Zeit zusammenbringen, Werke von Komponisten aus verschiedenen Jahrhunderten, die vielleicht nicht alle aus der gleichen »Galaxie« stammen, die aber eine uralte Frage eint: Ist da draußen irgendetwas?

Wahrscheinlich war es Pythagoras, der als erster der Theorie nachging, die Harmonie des Universums könne mathematisch erklärbar sein, nachdem er zufällig entdeckt hatte, dass die Höhe eines Tons von der Länge der Saite abhängt, die ihn erzeugt. Doch kann man ein so magisches, unerklärliches Phänomen wie die Musik rein durch Formeln erklären? Und wenn wir an den Weltraum oder die Planeten denken, hören wir dann einen bestimmten Klang, sei er in Dur oder Moll, oder ist da Stille? Viele Komponisten haben sich mit der Möglichkeit eines solchen Phänomens beschäftigt. Wir wissen, dass sich Haydn mit dem britischen Astronomen William Herschel traf, bevor er sein Oratorium Die Schöpfung vollendete, und beide gemeinsam den Himmel durch ein Teleskop betrachteten. Josef Strauss’ Walzer Sphärenklänge brachte eine romantische Sicht des Himmels ins Spiel, und Philip Glass, dessen Echorus – eine Hommage des amerikanischen Komponisten an Yehudi Menuhin – Teil dieses Albums ist, beschäftigt sich schon seit Langem mit Rätseln wie dem, ob Musik an der Schwelle eines schwarzen Lochs wohl höher oder tiefer klingt. Und auch heute noch bemühen sich Wissenschaftler, die Zahlensymbolik in Bachs Werken zu ergründen, vom klaren B-A-C-H-Motiv bis hin zu versteckteren Elementen, die sich um die Zahl 3 als musikalische Darstellung der Dreieinigkeit drehen.

Also, ist da draußen irgendetwas? Ich fände es schön . . .

Daniel Hope


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