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28.08.2014

"Escape to Paradise": Daniel Hopes Hommage an Emigranten in Hollywood

Sie flohen, um der Verfolgung durch die Nazis zu entgehen, und wurden Wegbereiter der Filmmusik. Daniel Hope hat Musik von Emigranten eingespielt, die als Komponisten für die Traumfabrik arbeiteten. Sting und Max Raabe sind die Gaststars des neuen Albums

Daniel Hope, Escape to Paradise: Daniel Hopes Hommage an Emigranten in Hollywood © Margaret Malandruccolo / DG

Hollywood ist ein Sehnsuchtsort. Für Filmschaffende aus aller Welt ist es das höchste Ziel, dort erfolgreich zu arbeiten. In den frühen 1920er Jahren, als Hollywood zum strahlenden Zentrum der Filmindustrie aufstieg, setzte ihr unablässiger Zustrom ein. Chaplin, Garbo und Lubitsch gehörten zu den ersten großen europäischen Künstlern, die in der Traumfabrik den finalen Karriereschritt machen wollten, nachdem sie in ihren Heimatländern bereits alles erreicht hatten. Sie suchten Weltruhm, Höchstgagen und modernste Arbeitsbedingungen.

Hollywood: Ort der Zuflucht

Die meisten kamen, als sich in Europa der Faschismus ausbreitete. Viele waren Juden. Sie sahen sich stetig wachsender Diskriminierung ausgesetzt und wurden mit rassistischen Gesetzen, wie 1935 in Nürnberg und 1938 mit Mussolinis "Manifesto della razza" erlassen, aus ihren Berufen gedrängt. Im kalifornischen Exil suchten sie nicht allein neue Arbeits- und Aufstiegsmöglichkeiten, die sie in ihrer Heimat verloren hatten. Für viele wurde Hollywood ein Zufluchtsort, wie das Beispiel Billy Wilders zeigt, dessen Familie in Auschwitz ermordet wurde.

Emigranten: Pioniere der Filmmusik

Daniel Hope ging für sein neues Album "Escape to Paradise - The Hollywood Album" (ab 29.08. im Handel) jenen Spuren nach, die Komponisten nach ihrer geglückten Flucht in Hollywood hinterlassen haben. Er wollte verdeutlichen, wie nachhaltig europäische Emigranten zur Entwicklung der Filmmusik beigetragen haben, deren Geschichte mit dem Aufkommen des Tonfilms in den 1930er Jahren erst eigentlich begonnen hatte. Der Sound von Hollywood, so Daniel Hopes These, speist sich aus den leidvollen persönlichen Erfahrungen und aus den Träumen emigrierter Komponisten.

Gefällig: Korngold und Rósza

Bei der Auswahl von Komponisten und Werken zeigte sich der Geiger gewohnt treffsicher und geistreich. Daniel Hope hat eben einen besonderen Blick für interessante Zusammenhänge und zugleich das sichere Gespür, Musikstücke mit gehobenem Genussfaktor ausfindig zu machen und zu einem schlüssigen Programm zu vereinen. Sein "Hollywood-Album" beginnt gefällig mit dem berühmten Violinkonzert von Erich Wolfgang Korngold, das für Hope den Schlüssel zur Filmmusik darstellt, und drei "Love Themes" des Ungarn Miklós Rózsa aus "Ben Hur", "El Cid" und "Spellbound".

Ausschweifend: Sting und Max Raabe

Anschließend taucht Hope mit Erich Zeisl, Franz Waxman, Walter Jurmann und Kurt Weill ins ausschweifende Nachtleben von Berlin und Wien in den 1930 Jahren ein, das einen so wichtigen kreativen Nährboden für die Exil-Szene von Hollywood bildete. Hier trifft er auch auf die Stargäste des Albums. Gemeinsam mit Sting interpretiert er das Stück "The Secret Marriage", eine umgedichtete Fassung von Hanns Eislers bissigem Liedchen "An den kleinen Radioapparat", und an der Seite von Max Raabe Weills Evergreen "Speak Low".

Perspektivenwechsel: Morricone, Williams und und Newman

Im dritten Viertel von "Escape to Paradise - The Hollywood Album" stellt Hope drei Komponisten vor, die nicht zur Generation der Emigranten gehören. Mit ihren Titeln nimmt er das Phänomen Flucht schlechthin in den Blick. Ennio Morricones "Love Theme" stammt aus dem Film "Nuevo Cinema Paradiso", in dem es laut Hope um eine Realitätsflucht in die Scheinwelt Kino geht. "Schindlers Liste" mit Musik von John Williams beschreibt er als "eine der außergewöhnlichsten Fluchten aus der Shoah" und "American Beauty" mit einem Soundtrack von Thomas Newman handelt für ihn von der "Flucht von einem Leben in ein anderes".

Sehnsucht: "Irgendwo auf der Welt"

Daniel Hope und das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Alexander Shelley beschließen dieses faszinierende Album mit den sehnsuchtsvollen Klängen von Werner Richard Heymanns "Irgendwo auf der Welt" und Herman Hupfelds "As Times Go By" aus "Casablanca", dem wohl schönsten filmischen Denkmal für Menschen auf der Flucht.

Live: Daniel Hope auf Tournee

Daniel Hope geht mit der Musik aus "Escape to Paradise - The Hollywood Album" im September und November auf Tournee:

20.09.14 Meistersingerhalle Nürnberg
21.09.14 Musikfest Opus 131, Alte Oper Frankfurt
22.09.14 Musikfest Opus 131, Alte Oper Frankfurt
20.11.14 Funkhaus Hannover
23.11.14 Tonhalle Düsseldorf
24.11.14 Stadthalle Braunschweig
25.11.14 OsnabrückHalle
28.11.14 Konzerthaus Berlin

Weitere Live- und TV-Termine:

Live:

01.09.14 um 19:00 Uhr wird Daniel Hope sein neues Album im Apple Store Berlin am Kurfürstendamm vorstellen
02.09.14 um 19:00 Uhr im Kulturkaufhaus Dussmann in der Friedrichstrasse Berlin

TV-Termine:

01.09.14 ZDF Morgenmagazin (zwischen 8:00 und 9:00)
01.09.14 NDR Kulturjournal (22:45 Uhr)
05.09.14 NDR Talkshow Tietjen & Hirschhausen (22:00 Uhr)

Einen kleinen Eindruck vorab gibt es in dem TTT - Beitrag vom 24.08. zu sehen:


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