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Die Orsons, Ventilator, 00602547421036

Ventilator

(Limited Edition)

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Biografie

19.01.2015

Die Orsons, What's Goes?", 2015

Jeder kennt sie, jeder hat sie schon mal live gesehen, jeder hat eine Meinung zu den vier Jungs aus dem Schwäbischen – Die Orsons sind schlicht und ergreifend eine Größe im deutschen Rap. Und das, ohne auch nur den Hauch eines Zugeständnisses an vermeintliche Konventionen zu machen. Ihre Gigs sind explosive Zeremonien positiver Vibes, ihre Interviews absurde Happenings, ihre Alben kreative  – Die Orsons sind das Gegenteil des gängigen Deutschrap-Klischees. Bei den Orsons geht es nicht um die dicksten Eier und die härtesten Ellbogen. Es geht um Kreativität, Freundschaft, Individualismus, Klugness und Spaß. Wer Die Orsons verstanden hat und mag, kann kein schlechter Mensch sein.

Das neue Album "What's goes" ist in das perfekte Orsons-Album. Tua, Kaas, Maeckes und Bartek: Vier absurd eigensinnige Künstler treffen in einem kreativen Clash aufeinander. Ein Clash der Kulturen aus dem etwas Neues und großes entsteht. Die Musik der Orsons klingt agressiv melancholisch wie Tua, positiv und voller Regenbögen wie Kaas, zynisch und nachdenklich wie Maeckes, witzig und voller Punchlines wie Bartek. Mal entstehen im Prozess chaotisch-geniale Synergien, mal von künstlerischen Alleingängen geprägte Flickenteppiche, mal etwas Kluges, Schönes oder auch einfach etwas sehr Dummes. Mal ist eine brüchige Akustiknummer in Moll der Orsons-Hit der Stunde, dann wieder ein offensiv bassiges Club-Brett, mal trifft ihre Musik den Befindlichkeitsnerv einer ganzen Generation, mal das Zwerchfell, mal den Arsch.

"Bei uns weiß man nie, was als Nächstes kommt", bestätigt Tua. "Aber diesmal gibt es einen klaren musikalischen roten Faden. Wir haben alles, was uns beim letzten Album gestört hat, über Bord geworfen und alles was geil war noch besser gemacht." Soll heißen: "What's goes" ist das finale Die Orsons Album. Die Jungs sind endlich angekommen. Natürlich darf, will und soll jeder immer noch der Tua, Kaas, Maeckes oder Bartek sein, der er ist. Das Unvorhersehbare, das diese Konstellation so unterschiedlicher Künstler mit sich bringt und so einzigartig macht, die unvermittelten emotionalen Brüche, der abgründige Frohsinn, die verschmitzte Deepness, all das bleibt. Aber Die Orsons haben jetzt einen Sound der all das zu einem großen O verbindet.

Und das hört man ab dem ersten Stück von "What's goes": Das berüchtigte Denglisch von EU-Kommissar Günther Oettinger erklingt hier im Loop, untermalt von drückenden Bässen und Drums aus der Roland TR-66, die mit voller Absicht kein zeitgeistiger Trap sein wollen, aber dennoch nach genau hier und jetzt klingen – ein eklektischer, in seiner radikalen Stringenz richtungsweisender Sound, der die Linie von Orsons-Hits wie "Rosa, Blau, Grün", "Vodka Apfel Z" und "Was labersch du" aufgreift und im Sinne der von den Fans freudig erwarteten Live-Abrisse konsequent weiterentwickelt.

Neben den markanten Drums und den immer wiederkehrenden Vocal-Loops gehören auch verfremdete, als Melodieinstrument verwendete Singstimmen zum Sound-Outfit von "What's goes" - ein maßgeblich von Soundtüftler Tua gezimmerter musikalischer Rahmen, der das Album zu einem tatsächlichen Albumerlebnis im Sinne einer musikalischen Reise werden lässt; aber auch ein Rahmen, den die vier Beteiligten auf inhaltlicher Ebene nach allen Regeln der Kunst sprengen. Und so macht hier ein kluges, mit Chiffren gespicktes Stück über die Versuchung genauso Sinn wie eines über die Nettiquette der Scheißhausbenutzung, deshalb findet hier bitterer Zynismus und entwaffnende Selbstironie genauso selbstverständlich statt wie absurder Klamauk und offensives Wohlwollen.

Denn all das sind Die Orsons. Schlau, musikalisch, cool, albern, nachdenklich, liebevoll, zynisch, absurd, ehrlich – und vor allem: einzigartig. Und mit "What's goes" haben sie ihr Meisterwerk vollbracht.