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28.02.2013

"Wir können alles machen, was solln wir machen": Die Orsons live in Berlin - ein Rückblick

Wir schreiben den 27. Februar 2013. Wir befinden uns in Berlin, genauer gesagt am Flughafen Tempelhof. Wo die Air Force einige Jahrzehnte lang die neuesten Hollywoodstreifen zeigte, öffnen sich an diesem Abend die Pforten eines alten Kinos für zahlreiche Die Orsons Fans. Der C-Club ist ausverkauft, denn "Das Chaos und die Ordnung" stehen auf dem Programm.

Marten ohne Bühnenerfahrung? Marteria supportet Die Orsons

Den etwa 750 Feierwütigen wurde zunächst eines der wohl kürzesten, aber wohl auch überraschendsten Supportprogramme geboten: Von Tua als "Marten", der bislang kaum Bühnenerfahrung hat, angekündigt, sorgte Marteria für einen gekonnten Einstieg in einen gelungenen Abend - und das mit nur einem einzigen Song. Denn dann hieß es bereits: 

"Hier sind das Chaos und die Ordnung - hier sind Die Orsons"

Was gut als Openingsong des aktuellen Die Orsons Albums klappt, funktioniert natürlich noch besser als erster Song beim Konzert: "Das Chaos und Die Ordnung" wärmte auf und "Rosa, blau, grün" heizte ein. Was folgte, war ein bunter Mix aus mehreren Jahren Die Orsons, bei dem natürlich auch das Vorgängeralbum "Die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Orsons" nicht zu kurz kam. 

 

Video: Die Orsons "Rosa, blau, grün"

 

"Das Leben ist schnell vorbei, also lass uns übertreiben"

Die Orsons sind nicht nur "auf's Maul fliegen und so tun als wars absichtlich", sondern vorallem vier sympathische Schwaben in den Zwanzigern, die ungeschriebene Hip-Hop-Regeln umkehren und das mit Ironie, Fantasie und einer sehr positiven Grundeinstellung kombinieren. Auf einem Konzert von Kaas, Maeckes, Plan B und Tua gehören fette Hip Hop Beats und witziges Zwischenprogramm also genauso zum gewollten Pflichtprogramm, wie ausgewählte ruhigere Töne und musikalische Experimente. 

"Ich hab es erst jetzt erfahr'n, Rap ist ja gar nicht tot. Also los Jungs, let's have fun!"

Einen wunderbaren Beweis dessen lieferten Die Orsons mit der folgenden Episode, die rückwirkend sicherlich als kleines Highlight des kompletten Konzerts beschrieben werden kann: Sie ließen es sich nicht nehmen, ihren Track "Zambo Kristal Merkaba" inklusive der beiden ihn auf dem aktuellen Album ummantelnden Hiddentracks zu präsentieren. Spätestens beim Einsatz des ersten Refrains waren alle Hände oben und spätestens nach den ersten zehn Sekunden "Was ist das Wichtigste, bevor ich aus dem Hause geh" in allen Gesichern ein breites Grinsen zu finden. 

"Wir waren so hoch oben, wir war'n schon drüber hinaus"

Dass es auch weniger derb und beinahe schon gefühlvoll werden kann, zeigte eine gelungene, teils sogar gänzlich akustische Performance der aktuellen Single "Lagerhalle". Im Anschluss präsentierte Tua seine Solo-Single "Raus" und der C-Club bebte wieder. Übrigens: Einmal aufs Neue wurde damit bewiesen, dass manche Auftritte nicht mehr als ein Stroboskop brauchen, um perfekt unterstrichen zu werden. Und weil wir gerade von Tua sprachen: Wie sich im späteren Verlauf des Konzerts herausstellte, kann Tua nicht nur rappen und singen, sondern auch gewaltig beatboxen und ein "R" über 20 Sekunden rollen. 

 

Video: Die Orsons "Lagerhalle"

 

Background-Sängerinnen im Vordergrund und ein DJ, ohne den nichts geht

An dieser Stelle verdienen zwei Damen, die Die Orsons auf der Bühne unterstützen, eine besondere Betonung: Die Background-Sängerinnen Lena und Jasmin machten ihren Job nicht nur verdammt gut, sondern bekamen auch genügend Raum eingeräumt, um ihr Können im Vordergrund zu beweisen. Was für Stimmen! Ebenfalls zumeist im Hintergrund, aber mindestens genauso wichtig war DJ Jopez, der die Beats für Die Orsons lieferte. 

Ein talentierter Türsteher als Zwischenprogramm

Ein kleines Highlight aus dem Hintergrund war darüber hinaus der Gastauftritt von Roger Baptist, einigen vielleicht besser bekannt als Rummelsnuff. Der Musiker und Texter kommt euch eventuell durch ein Die Orsons Pressefoto bekannt vor, oder vielleicht auch, weil er euch als Türsteher vor dem Berliner Club Berghain mal nicht reingelassen hat. Jedenfalls war er sich nicht zu schade, um zwischen zwei Songs im Stroboskop-Gewitter mit Schweinsmaske bekleidet, einmal über die Bühne zu laufen und Begeisterung auszulösen. 

"Sollten uns're Kinder irgendwann mal meckern, früher war alles viel besser, dann meinen sie damit jetzt"

Tristan Brusch, der Die Orsons beim Schreiben ihrer Major-Debütsingle "Jetzt" unterstützte, supportete die Band auch in Berlin auf der Bühne - und verschwand direkt nach seiner Ankündigung erstmal auf die Toilette. Bei der sich anschließenden Performance begleitete er live mit der Gitarre und machte damit auch diesen Song zu einer bleibenden Erinnerung. 

 

Video Die Orsons "Jetzt"

 

"Und schiebt auch die ganze Welt Krise, wir bleiben die Rap-Band der Liebe"

Als sich Die Orsons nach etwa einer Stunde mit ihrem letzten Track verabschiedeten, konnte keiner ahnen, wie umfangreich ihre Zugabe ausfallen würde. Es schlossen sich weitere sieben Tracks an das Konzert an, was zur Folge hatte, dass die Luftfeuchtigkeit im Berliner C-Club ins Unermessliche stieg. Zunächst spielten Die Orsons "Ode an die Fans" vom Vorgängeralbum - eigentlich ein Zugaben-Muss. 

"Was würdest du tun, wenn alles möglich wär?"

Aus den zahlreichen Zugaben, zu denen unter anderem "Wodka Apfel Z" und ein Medley zahlreicher an diesem Abend gespielten Songs zählte, sollen an dieser Stelle zwei noch einmal besonders betont werden: Zum einen die Performance des Albumtracks "Wir können alles machen (Was sollen wir machen?)", bei der dem Publikum beinahe schon mantra-artig klargemacht wurde, dass jeder die Freiheit hat, zu tun und zu lassen, was er oder sie will. Zum Anderen die Darbietung des bislang wohl größten Orsons-Hits "Horst und Monika".

"Alles ist möglich, wenn du willst"

Vor dieser Zugabe erwartete die Anwesenden eine deutliche Erklärung, wie genau der durch Stefan Raabs Bundesvison Song Contest in weiten Teilen Deutschlands bekannt gewordene Song "Horst & Monika" zu verstehen ist. Kurz zusammengefasst: In keinem Fall in irgend einer Weise menschenverachtend. Somit konnten auch die im Vorfeld des Konzerts aufgetauchten Flugblätter entkräftet und das komplette, gelungene Konzert wunderbar abgerundet werden. 

 

Video Die Orsons "Horst & Monika"

 

(Text: Jessica Schöberlein)


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