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01.09.2011

Kühle und Leidenschaft - Diego el Cigala entdeckt den Tango

Diego el Cigala ist ein Weltreisender. Und er nimmt den Flamenco-Gesang mit sich. Bei „Dos Lágrimas“ traf er auf die Musikwelt Kubas, nun zieht er weiter nach Argentinien entdeckt den Tango

Diego el Cigala, Kühle und Leidenschaft - Diego el Cigala entdeckt den Tango © Deutsche Grammophon

Diego El Cigala stammt aus Madrid. Geboren 1968 wuchs er im Marktviertel Rastro mitten in der Stadt auf, hörte Flamenco in den Bars und begann selbst zu singen, zunächst auf der Straße, dann in Bar und einschlägigen Musiklokalen. Seinen Künstlernamen „El Cigala“ bekam der von Flamencomeister Camarón de la Isla persönlich verliehen, dessen früherer Begleiter Paco de Lucia ebenfalls so begeistert von ihm ist, dass er ihn als einen der größten Sänger seiner Generation lobt. Inzwischen ist aber darüber hinaus auch die kubanische Klangwelt ein fester Teil von Diego El Cigalas Leben. Der spanische Sänger sah den Film „Calle 54“, den Fernando Trueba 2000 als eine Hommage an die Latin Jazz gedreht hatte, hörte die wunderbare Musik und musste daraufhin einfach in die Karibik fliegen, um mit den Musikern dort zu arbeiten.

Er fand sich mühelos in die dortige Klangwelt zurecht, was man an der Selbstverständlichkeit merkt, mit der er seine Phrasierungen und Vokalisten in die rhythmischen Geflechte der Kollegen einfügt. Es entstand „Dos Lágrimas“, ein einzigartiges Album, das Geschichten von Liebe und Rache, von Passion und Enttäuschung erzählt und das Spanisches, Kubanisches und an einer Stelle sogar eine Prise Tange mühelos und einleuchtend verknüpft. Damit aber wirbelte Diego El Cigala vor drei Jahren ordentlich Staub in der Flamenco-Welt auf, denn seine musikalischen Verknüpfungen mussten von der traditionell orientierten spanischen Szene erst einmal verdaut werden. Die Reaktionen darauf waren aber bald so euphorisch, dass der Sänger sich darin bestätigt sah, seiner Reise fortzusetzen.

Denn er hatte schon eine neue Leidenschaft entdeckt. Er las Bücher von Jorge Luis Borges, hörte Musik aus Argentinien und war sich bald klar darüber, dass auch der Tango zu den Vorstellungen passen würde, die er von Intensität, Theatralik, musikalischer Leidenschaft hat. Fäden wurden gesponnen, Kontakte geknüpft, das Autumn Festivals signalisierte Interesse. Diego El Cigala reiste nach Buenos Aires und traf im Teatro Gran Rex auf eine ausgesuchte Riege herausragender Musiker wie die Gitarristen Diego del Morao, Juanjo Dominguez, den Bandoneonspieler Néstor Marconi und als Gastsänger Andés Calamaro. Gesungen und gespielt wurden einen umjubelten Abend lang, in wechselnden Kombinationen vom intimen Duo bis zum opulenten Oktett. Heraus kam „Cigala & Tango“ ein geglücktes Experiment der Stilfusion. Denn hört man den Sänger und sein Team, wird schnell klar, dass dieses Konzert in Buenos Aires schon jetzt zu den legendären Momenten der spanischen wie der südamerikanischen Musikgeschichte gehört. 


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