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02.12.2010

Jahresrückblick 2010 (Teil 1/2) - „Ein netter Batzen Geniestreiche“

Chopin stand auf der Agenda, aber nicht nur. Das Jahr 2010 hatte von Max Raabes Solo-Impressionen von Anne-Sophie Mutters Brahms viel Inspirierendes zu bieten. Ein paar Schlaglichter

Diverse Künstler, Jahresrückblick 2010 (Teil 1/2) - Ein netter Batzen Geniestreiche

Januar

Es wurde auch ein Jahr von Alice Sara Ott. Zwar hatte die deutsch-japanische Pianistin schon seit einiger Zeit auf sich aufmerksam gemacht. Ihre Interpretation der Chopin-Walzer jedoch öffnete neu Pforten der Akzeptanz und Bewunderung: "Wenn Ott Klavier spielt, so wird in jedem Ton eine eigene Sicht, eine eigene musikalische Sprache hörbar - ob sie einem nun im Einzelnen gefällt oder nicht, ist dabei egal. [...] Otts Chopin-Spiel besitzt eine behände Leichtigkeit, sie hüllt diese Walzer in Tüll, aber nicht in Kitsch. Sie spielt mit einer wunderbaren Klarheit, verzichtet auf deftigen Pedalgebrauch. Das allein ist schon viel wert und zeugt von der Seriosität ihres Klavierspiels“, konnte man im Rahmen einer Besprechung in NDR Kultur hören, wo Otts Aufnahmen sogar zur „CD der Woche“ gekürt wurden. Wolfram Goertz wiederum schlug dazu ergänzend in der Wochenzeitung Die Zeit ähnlich begeisterte Töne an: „Alice Sara Ott spielt [Chopin] heroisch, selbstbewusst, frei ausgreifend, vital sich reckend, sie murmelt ihn nicht geduckt lyrisch wie die meisten Pianisten. [...] Dieser Moment verrät das reife Verständnis einer jungen Musikerin für das Konfliktpotenzial von Chopins Miniaturklavieropern, es zeigt sich ein wahrlich ungewöhnlicher pianistischer Entwicklungsstand. Nicht viele Künstler sind mit 21 Jahren so weit, dass sie kluge Lösungen sogar in Augenblicken anbieten, in denen man sie nicht erwartet.“

Für viele Fans und Feuilletonisten überraschend war im selben Monat das Album „Übers Meer“, mit dem sich Max Raabe als Solo-Künstler vorstellte. Diesmal ohne das Palast-Orchester, dafür im intimen Ambiente eines modernen, chansonhaften Liederabends ließ der charismatische Sänger die Sinne schweifen und erntete dafür viel Lob von den Spezialisten. „Erstaunlicherweise firmiert die Kunst Raabes in seiner Heimat noch immer oft im Bereich skurriler Schrulligkeit, während der Rest der Welt ihm und seinen Mitmusikern des Palastorchesters längst zu Füßen liegt. Tobende Chinesen etwa belegen diese Einschätzung, und der Ritterschlag erfolgt 2008 mit einer ausverkauften Konzerttour durchs Mutterland der Weltstars, den USA. Wer das verwöhnte Publikum der legendären Carnegie Hall voll und ganz in seinen Bann zieht, ja, der hat schon etwas ganz Besonderes erreicht. [...] So ganz nebenbei glückt Raabe das Unterfangen, dem Umgang mit der dunkelsten Phase jüngster deutscher Geschichte eine nachhaltige und sehr persönliche Note hinzuzufügen“, urteilte beispielsweise Artur Schulz auf der sonst vor allem popafinen Musikseite laut.de. „Die größte Überraschung des Albums ist sicherlich Raabes Entschluss, sich nur von Christoph Israel am Flügel begleiten zu lassen“, hieß es wiederum in einer Besprechung, die es sogar in das Medium Computerbild schaffte. „Eine weitere kleine Sensation ist indes die Auswahl der Songs. Dass fast ausschließlich Kompositionen und Texte aus der Endphase der Weimarer Republik interpretiert werden, ist typisch für den Sänger. Die Traurigkeit der Lieder und ihrer Hintergrundgeschichten jedoch verblüfft.  [...]  Grundsätzlich muss man natürlich diesen etwas altertümlichen Humor, das Liedgut dieser Ära überhaupt erst einmal mögen, um Raabe zu lieben. 'Übers Meer' beweist jedoch einmal mehr, dass derzeit kaum ein ähnlich versierter Chronist deutschen Liedguts existiert.“

Februar

Till Fellner, Pianist aus Wien und schon lange kein Geheimtipp mehr, stellte sich allen Jubiläen zum Trotz mit einem Beethoven-Programm vor, das sich der beiden späten Klavierkonzerte des Titanen widmete. Und mehr denn je gelang es ihm, die perfekte Balance von Emphase und Reflexion in der Interpretation zu verwirklichen. Die Medien waren begeistert, stellvertretend für das umfassende Lob soll hier Johannes Salzwedel aus dem Kulturspiegel zu Wort kommen: „Zart, ja träumerisch erwachen die Akkorde - auf den Tasten. Erst dann erwidern sanft die Streicher. Gleich am Anfang seines G-Dur-Konzerts dreht Beethoven so das übliche Formprinzip um. Noch viele Überraschungen werden folgen: lyrische Lichtungen, energische Aufschwünge, Zweifel und Jubel, ein wahres Lebenspanorama. Wer es hörbar machen will, muss sich zurücknehmen können. Bei Till Fellner, 38, ist diese Demut eine Grundregel. Noch diskreter als sein Lehrer und Vorbild Alfred Brendel sucht der Wiener Pianist nach dem idealen Klang, meidet jeden simplen Effekt um des großen Ganzen willen. Seine Aufnahme der letzten Beethoven-Konzerte mit dem Montrealer Orchester unter Kent Nagano klingt so vollendet luzide, dass man die enorme Kunst dahinter schier vergisst. Wer Vergleiche sucht, muss jedenfalls weit zurückgreifen. Etwa zum Beethoven-Spiel von Friedrich Wührer (1900 bis 1975), dessen Aufnahmen jetzt wieder erhältlich sind. Seine noble Poesie und Spontaneität sind Fellners abgeklärter Präzision ebenbürtig.“

Die kanadische Sopranistin Measha Brueggergosman war bereits anno 2009 kräftig durchgestartet, als Liedinterpetin aber auch Gastgeberin der TV-Show Arte Lounge. Im Februar meldete sie sich mit einem neuen Programm zurück, thematisch den Nachtstunden zugeeignet und mit dem Charme des versierten Multitalents gesungen. „'Night And Dreams' verspricht Measha Brueggergosman auf ihrem neuen Album, und die Lieder darauf bieten tatsächlich eine traumhafte Reise zu selten angesteuerten Arealen. Komponisten wie Henri Duparc und Peter Warlock stehen neben Mozart, Schubert und Brahms, doch selbst diese sind mit selten gehörten Werken vertreten“, hieß es in einem Portrait bei spiegel.de. „Diese Brückenschläge kennzeichnen Brueggergosmans gesamtes Album: französisch-melancholischer Charme à la Gabriel Fauré, Francis Poulenc und Reynaldo Hahn reibt sich an der kühl-silbrigen Opulenz von Richard Strauss ('Die Nacht') oder Manuel de Fallas lässig-lasziver 'Nana' - was zählt, ist der individuelle Ausdruck. Selbst Liedgesang-Verächter könnte das überzeugen.“

Ein Album mit viel Potential, auch wenn es ein wenig im Chopin-Wirbel verloren ging. Denn als Brueggergosmans Aufnahme erschien, stand das Geburtstagsjubiläum des polnischen Komponisten unmittelbar ins Haus und zahlreiche grandiose Veröffentlichungen zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Dazu gehörten „Argerich Plays Chopin“ mit Wiederveröffentlichungen berühmter Einspielungen von Martha Argerich aus den späten fünfziger Jahren. Ebenfalls famos waren die Chopin-Préludes und Balladen, die Friedrich Gulda Mitte desselben Jahrzehnts präsentiert hatte und die auf CD zugänglich gemacht wurden. International Anerkennung wiederum wurde Nelson Freire entgegengebracht, dessen Chopin-Nocturnes nicht nur vom The New Yorker zur „CD der Woche“ erhoben wurden. So konnte man beispielsweise in der FAZ eine ausführliche Würdigung lesen, die da meinte: „Glasklar und durchsichtig ist Freires Chopin-Lesart, er spielt mit Besonnenheit, nachdenklich, fast zu nüchtern.“

März

Der März war ein Aktionsmonat, vollgepackt mit großen Themen, die in den folgenden Wochen die Besprechungen bestimmten. Zum Beispiel Anne-Sophie Mutter. Die Geigerin widmete sich zusammen mit Lambert Orkis der Violin-Sonaten von Johannes Brahms, sowohl als Album als auch auf DVD. Dazu exemplarisch hieß es in der Thüringer Allgemeinen: „Einblicke werden gewährt, hier in den Empfindungsreichtum des bedeutenden Romantikers, der im Grunde seines Herzens immer ein Klassiker geblieben ist. Und das wiederum macht diese Interpretation, die durch lebendige Erfüllung aller Zeichen und Anmerkungen des Komponisten und durch sicheres Stilgefühl an große Traditionen anknüpft, so einmalig wertvoll: Sie legt den Kern der Werke frei, und das in einer Zeit des Wandels, in der die Individualität des Solisten immer stärker zum alleinigen Maßstab wird.“

Ebenfalls inspiriert wagte sich Mutters Jung-Kollegin Hilary Hahn auf neues Klangterrain. „Violin and Voice“ brachte sie nicht nur mit Johann Sebastian Bach zusammen, sondern auch mit der Sopranistin Christine Schäfer und dem Bariton Matthias Goerne. Es war ein Wagnis, das aber auch im Sinne von Publikum und Presse gelang. „So kennt man Bach noch nicht“, lobte Uwe Golz bei Deutschlandradio Kultur. „Die amerikanische Violinistin Hilary Hahn wagt es, Bachs Kantaten vordergründig auf das Zusammenspiel von Geige und Stimme zu reduzieren. Doch zusammen mit ihren Mitstreitern, dem Bariton Matthias Goerne und der Sopranistin Christine Schäfer, wird aus diesem scheinbar Weniger ein Mehr. Ein Mehr an Emotion, an Verstehen und Durchdringen des Bachschen Mikrokosmos.“

„Wunderkind“ nannte das Fauré Quartet seine Würdigung früher Kammermusik von Felix Mendelssohn. Wundervoll waren auch die Reaktionen auf diese Einspielung, der der Spiegel auf seiner Onlineseite ein eigene Portrait zugestand, wo es hieß: „Wer immer diese beiden Quartette interpretiert, muss neben mannschaftsdienlichem Ensemblespiel vor allem dem eruptiven Klavierpart volle Priorität schenken. Dirk Mommertz, der Pianist des Fauré Quartetts, spielt mit der nötigen Leichtigkeit und Präzision, die den weit schwingenden Melodiebögen die Eleganz und Biegsamkeit verleihen, die für die innere Spannung dieser Musik sorgen. Denn die Jugendwerke gefallen sich nicht in vordergründiger Melodienseligkeit. Stets tun sich Abgründe auf, wie etwa im Andante des h-moll Quartetts, das von Schubertscher Klang-Finesse und beherrschter Trauer gezeichnet ist.“

Und schließlich gab es im März auch noch einen wichtigen Geburtstag zu feiern. Pierre Boulez, Komponist, Dirigent und Visionär der zeitgenössischen Moderne, wurde 85 Jahre alt. Die Deutsche Grammophon und Decca verneigten sich mit gleich drei Boxen vor dem Genius, die historische Aufnahmen mit Werken von Bartók und Stravinsky, aber auch Brandneues mit Stücken von Karol Szymanowski präsentierten. Nicht nur für Die Zeit waren das eine längst überfällige Würdigung des polnischen Gegenwartskomponisten, die dementsprechend gut ankam: „Das 'Violinkonzert' dirigiert Boulez fließend, hellt den Klang der Wiener Philharmoniker auf, macht ihn durchlässig für die Solovioline von Christian Tetzlaff. Der musiziert mit wunderbar schlankem Ton und doch ungemein sinnlich. Und die 'Dritte' mag noch so begeistert die Nacht besingen, man hört darin auch, dass der feingeistige Szymanowski sehnsüchtig nach Süden blickte und das helle Licht Siziliens liebte. Boulez bündelt es wie in einem Brennspiegel.“

April

Ein wenig ruhiger startete der April 2010, wenn auch er ebenfalls mehrere wichtige Musikperlen zu bieten hatte. Anna Netrebko etwa stellte sich nach dem Live-Solo-Debüt in Salzburg erstmals als Recital-Künstlerin vor und ließ gemeinsam mit ihrem musikalischen Partner Daniel Barenboim den gefeierten Abend bei den Festspielen Revue passieren. Und sie setzten das Experiment auf der Bühne fort, ganz zum Entzücken von Rezensenten wie Frederik Hanssen, der im Tagesspiegel frohlockte: „Doch wenn Anna Netrebko Einblicke in die Gefühlswelten unterm schwellenden Teenagerbusen gewährt, lässt man sich nur allzu gern verzaubern, verweilt selig im Schatten junger Mädchenblüte. Denn diese Balladen scheinen der Russin auf die Stimmbänder komponiert zu sein. Hat man sie überhaupt je so schön, technisch so makellos singen gehört wie an diesem Abend in der restlos ausverkauften Philharmonie?“

Böse, ganz böse hingegen wollte Bryn Terfel sein, zumindest als Darsteller seiner Rollen. Die Arien der „Bad Boys“ der Operngeschichte versammelte der walisische Bariton auf seinem Album im April. Und die schienen ihm gut zu stehen, jedenfalls lobte ihn dafür beispielsweise Volkmar Fischer im Bayerischen Rundfunk: „Da sich der vom Programm geschlagene Bogen von Mozart (Jahrgang 1756) bis Claude-Michel Schönberg (Jahrgang 1944) spannt, von Beethoven bis Sondheim, viersprachig die gegensätzlichsten Facetten von "Bad Boys" aufblitzen lässt, ist für Kurzweil gesorgt. Das hohe Interpretenniveau erstreckt sich auf Dämonisches und Zynisches, Hinterhältiges und Durchtriebenes. Bryn Terfel bleibt, was er schon immer war: ein stimmgewaltiger Charakterdarsteller erster Güte.“

Mai

Der Wonnemonat startete mit jungen Künstlerinnen im Programm der Deutschen Grammophon. Mit „Rosso“ präsentierte die in Frankreich bereits verehrte Sopranistin Patricia Petibon ihren Einstand beim neuen Label und huldigte ausführlich der gestalterischen Opulenz den Barock. „Das Wortspiel 'Ba-Rock' ist alt, Patricia Petibons Interpretation dessen jedoch frisch und temporeich“, meinte dazu Gesa Dördelmann im rbb Kulturradio. „Ein Tambourin und Kastagnetten gehören zu ihrem Instrumentarium. Sie rhythmisiert ihre Stimme zu perkussivem Murmeln, Sprechen, Stöhnen. Eine beinahe rauschhafte Einheit. Wem das zu viel ist, dem bleiben auch pure Gesangspassagen: Ihre flexible Stimme kadenziert zwischen klaren Höhen und satten Tiefen. Spielt mit Vibrato und geradem Ton. Mit ihrem intensiv emotionalen Ausdruck spinnt sie die barocke Affektenlehre weiter. Das Venice Baroque Orchestra unter der Leitung von Andrea Marcon steht dabei in ständigem Dialog mit ihr.“

Die chinesische Pianistin Yuya Wang wiederum knüpft mit „Transformations“ an die Erfolge der voran gegangenen Monate an. Es wurde ein komplexes, forderndes Album mit Aufnahmen von Brahms, Strawinsky und Ravel. Umso mehr lohnte sich die Beschäftigung damit. Vier von fünf Sternen vergaben beispielsweise der britische Independent und meinte dazu: „Not for Yuja Wang the mandatory selection of Chopin preludes and ballades; instead, she's chosen a theme, Transformation, here realised in various forms: most obviously, Brahms' famously tortuous Variations on a Theme by Paganini, but also Ravel's deconstruction of the waltz in La Valse, and most impressively, the gradual humanisation of the puppet in Stravinsky's Petrushka (and its subsequent reversion to wood). Wang's command and artistry is never in doubt right from the opening Allegro Giusto section, described in delicate little left-hand runs against a pointilliste upper-register, the combination lifting the piece in a weightless, dizzying dance“

Ein Monolith der gesamten Frühjahrsmusiken wiederum war das Album von Matthew Herbert, der sich in der Reihe „Recomposed“ der zehnten Symphonie von Gustav Mahler widmete und sie aus der Perspektive der Remix-Künstler einer radikalen, aber faszinierenden Deutung unterzog. Damit erreichte Herbert eine sehr gemischte Klientel über den engen Kreis der Klassiker hinaus wie etwa die Journalisten des Electronic-Magazines Raveline, die allerdings beeindruckt rezensierten: „Matthew Herberts Recomposing vermittelt mit einer eindringlichen Bedrohlichkeit phasenweise klaustrophobische Enge und Irritation abgewechselt von trügerischer Ruhe. Im Gesamteindruck klingt Matthew Herberts Recomposed wie das Klangbild eines unter dem Einfluss der 10. Sinfonie stehenden Fiebertraums.“

Demgegenüber traditionell mag die Rückkehr des Pianisten Vladimir Ashkenazy vom Pult an den Flügel erscheinen, der sich mit den „6 Partiten“ von Johann Sebastian Bach aber als Souverän der erfahrenen Interpretation empfahl. Die Resonanz war international beachtlich. „Bach’s Partitas do sound better when sensitively played on harpsichord: Some of the effects clearly require strings that are plucked, not struck, and registration changes between movements add color. But Ashkenazy’s eminently listenable recording is an excellent choice for anyone wanting to hear these masterworks performed by a truly thoughtful pianist“, meinte Mark J. Estren in der Washington Post und auch hierzulande wurde Ashkenazys Bach von den Kennern der Materie geschätzt: „Das Ergebnis ist berührend, denn man glaubt, dem jungen Ashkenazy wieder zu begegnen. Technisch makellos, weniger 'philosophisch', dafür vital, tänzerisch, kurz: diesseitig - so erscheint sein Bach. Er demonstriert wie seine Kollegen, dass Bachs oft nur zweistimmigen Stücke einen ganzen Kosmos eröffnen, wenn man über das notwendige Können und Wissen verfügt“, kommentiert Cornelia Schönberg die Einspielung für rbb Kulturradio und vergibt bei der Gelegenheit auch noch die Höchstwertung an das Album

Juni

Noch ein paar Anmerkungen zum Juni. Dietrich Fischer-Dieskau, der weltberühmte Bariton, feierte  seinen 85.Geburtstag und wurde von der Deutschen Grammophon mit einer eigenen Best-Of-Edition geehrt. Überhaupt gab es in diesem Monat viele Compilations, die um die Gunst des Publikums warben. „Heroes & Villains“ brachte die spannendsten Arien von Rolando Villazón bis Plácido Domingo auf einer Doppel-CD zusammen. Die Drei Tenöre feierten ihr Zwanzigjähriges und wurden mit einer exklusiven CD/DVD-Box „The Three Tenors“ bedacht. Die Serie „Schöne Stimmen“ wurde frisch gestartet und präsentierte faszinierende Vokalkunst von Renée Fleming bis Thomas Quasthoff.

Einer der Höhepunkte des Monats aber waren die Aufnahmen, die zum 80.Geburtstag des 2004 verstorbenen Dirigenten Carlos Kleiber veröffentlicht wurden. „Die demütige Ehrfurcht des Sohnes hielt ihn uneitel, machte ihn aber grenzenlos ehrgeizig“, meine spiegel.de und ergänzte: „Einige seiner besten Interpretationen gibt es jetzt von der Deutschen Grammophon auf 12 CDs - ein netter Batzen Geniestreiche“. Die Badische Zeitung ging noch mehr ins Detail und fragte angesichts von Kleibers Schubert: „Beim Beginn der 'Unvollendeten' dagegen muss man wieder die Ohren spitzen. Können Streichbässe und Celli wirklich so leise und gleichzeitig spannungsreich spielen? Und kann das melancholische Klagethema der Violinen so viel Zartheit und Zerbrechlichkeit in sich vereinen? Was hier passiert, ist noch immer außerordentlich und sorgt für eine Gänsehautwelle nach der anderen.“

(Fortsetzung folgt)


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