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Don Harris - Psycho Cop, Don Harris - Psycho Cop BACKSTAGE EXCLUSIV

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27.09.2010

Interview mit dem Drehbuchautor Gerry Streberg

 

Lieber Gerry, stellst Du Dich den Lesern und Don Harris-Fans, die Dich und Deine Arbeit noch nicht kennen, kurz vor?

 

Kein Problem. Mein Name ist Gerry Streberg. Ich bin Steinbock und komme aus Bochum. Ich arbeite als freiberuflicher Autor. In meiner Funktion als solcher habe ich sowohl fürs Fernsehen gearbeitet (RTL Samstag Nacht, Mystery Challenge) als auch für diverse Hörspiel-Produktionen wie GESPENSTER KRIMI, CAINE und aktuell DON HARRIS. 

 

Gerry Streberg, Autor der neuen DON HARRIS-Hörspiele

 

 

Wie bist Du zum „Psycho-Cop“ gekommen?

 

Der „Psycho-Cop“ ist zu mir gekommen.
Vor ein paar Jahren habe ich schon einmal zusammen mit Oli Döring an einer Hörspiel Serie gearbeitet. Das waren die GESPENSTER KRIMIs. „Das Verließ der blutigen Träume“ war damals mein erster Gehversuch in diesem für mich neuen Medium. Nachdem die Serie leider nicht fortgesetzt wurde, habe ich es mir zur Regel gemacht, Oli alle paar Monate anzurufen, um ihn daran zu erinnern, dass ich sehr gerne wieder mit ihm an einem Projekt arbeiten würde. Tja, meine Geduld hat sich schließlich ausgezahlt. Ende 2009 kam der Anruf mit der Frage, ob ich nicht Lust hätte, für DON HARRIS zu schreiben.

 

Wie sieht die Zusammenarbeit mit Oliver Döring aus?

 

Sehr konstruktiv. Es fängt meist damit an, dass ich mir die Vorlagen zur Brust nehme und mit Oli dann bespreche. Es ist wirklich sehr selten, dass eine Romanvorlage eins zu eins für ein Hörspiel adaptiert werden kann. Gemeinsam finden wir heraus, was funktioniert und was nicht. Was kann ich übernehmen, was lasse ich besser weg. Nachdem wir diese einzelnen Parameter abgesteckt haben, setze ich mich meist vor meinen Computer und haue in die Tasten. Irgendwann kommt dann hoffentlich was dabei heraus, das ich dann Oli zum Lesen geben kann.

 

Wie lange schreibst du an einem Drehbuch?

 

Das ist unterschiedlich. Für die Kotzversion ...

 

Moment! „Kotzversion“?

 

Genau. Kotzversion. So nenne ich immer die erste Version eines Buches. Denn mehr ist es meist nicht. Die erste Version ist immer ein roher, übelriechender Klumpen Wörter, dessen Qualität sich erst in den darauffolgenden Versionen langsam herausschält. Das ist ein sehr mühsamer, aber auch lohnender Prozess. 

Zurück zu deiner Frage: Also, für die Kotzversion brauche ich zwischen ein und zwei Wochen. Dann noch mal eine Woche, mehr oder weniger. Wenn es eine Deadline gibt, also einen festen Abgabetermin, kann es sein, dass ich früher fertig werden muss.

 

 

Hattest Du im Vorfeld die sechs bisherigen Don Harris Hörspiele gehört oder sogar Bücher gelesen?

 

Gelesen nicht, aber gehört. Natürlich. Ich musste mich ja irgendwie in die Materie einfinden.

 

Wie sehr weichen die kommenden Hörspiele von den Buchvorlagen ab?

 

Hmm. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, nicht wirklich viel. Es ist ja so, während sich Jason bei der Figurenentwicklung Zeit lassen kann, haben wir diesen Luxus nicht. Bei der Adaptierung eines Stoffes habe ich ein Zeitfenster von 50 bis 60 Min. zur Verfügung. Das bedeutet, dass ich gezwungen bin, Teile der Story zu streichen oder zu kondensieren. Aber im Großen und Ganzen kann ich den Fans der Romane versichern, dass die neuen Hörspiel-Episoden sich sehr nahe an die Romanvorlagen halten.

 

Für Folge 10 gibt es keine Buchvorlage mehr. Wie gestaltete sich diese Arbeit? Wie viel „Gerry Streberg“ hast Du in dieses Skript mit eingebracht?

 

Es ist natürlich schade, dass Jason die Serie nicht fortsetzt, aber ich müsste lügen, wenn mich dieser Umstand nicht auch reizen würde. Die Story von Folge 10 stammt von Oli Döring. Er hat mir ein Exposé vorgegeben, an dem ich mich dann so richtig auslassen konnte. Folge 10 ist sehr viel düsterer, als die anderen Folgen und wartet mit ein paar tollen Twists auf. Auf Folge 10 bin ich besonders stolz.

 

Wie gefällt Dir selbst der „Psycho Cop“?

 

Sehr gut. "Gebrochene Helden" sind für mich als Autor besonders reizvoll. Ich kann es kaum erwarten, DON HARRIS in den kommenden Episoden an den Rand des Wahnsinns zu treiben.

 

Ohne zuviel von den kommenden Folgen zu verraten, auf welche Szene bist Du in der Hörspielumsetzung am meisten gespannt?

 

Da brauche ich gar nicht lange zu überlegen. Das ist die, in der ein Einsatz es verlangt, dass Don Harris sich zu einer Frau umoperieren lässt, um so eine polynesische Untergrundarmee zu infiltrieren. 

 

Waaaaassss?

 

Keine Angst. Das war nur ein Scherz.

 

Puhh. Gott sein Dank.

 

Es ist eine slawische Untergrundarmee.

Nein, im Ernst, es gibt in den einzelnen Teilen so viele tolle Szenen, dass ich mich da unmöglich festlegen möchte.

 

Hmm, ja. Hört sich super an.  Letzte Frage: Hättest Du gern Don Harris’ Gabe?

 

Klar. Eine beherrsche ich sogar schon.

 

Ach ja? Welche?

 

Ich kann in die Zukunft sehen.

 

Ach, tatsächlich?

 

Tatsächlich.

 

Da bin ich aber mal gespannt. Dann verrat mir doch mal, was ich als Nächstes sagen werde.

 

Okay, das ist einfach. Warte, ich muss mich konzentrieren. .... Okay. Jetzt! Du wirst sagen: Gerry Streberg, vielen Dank für das Interview!

 

Das ist unglaublich! Gerry Streberg, vielen Dank für das Interview!

 

Immer wieder gern.

 

 

(September 2010)


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