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14.08.2013

Popsongs aus dem 16. Jahrhundert - Stings „Songs from the Labyrinth“ in einer Deluxe Edition

2013 wird der 450. Geburtstag von John Dowland gefeiert. Aus diesem Anlass erscheint das dem elisabethanischen Komponisten und Lautenisten gewidmete Album „Songs from the Labyrinth“ von Sting und Edin Karamasov als Deluxe Edition.

Edin Karamazov, Popsongs aus dem 16. Jahrhundert

Sting zählt zu den intelligentesten und stilistisch vielseitigsten Rockmusikern. Er hat seinen musikalischen Horizont mit jedem Album erweitert und seine Lieder mit Einflüssen aus Jazz, Klassik und Weltmusik veredelt. Doch mit „Songs from the Labyrinth“ irritierte er 2006 selbst eingefleischte Fans. Sting präsentierte gemeinsam mit dem bosnischen Lautenisten Edin Karamasov Alte Musik, ein Album mit Kompositionen des englischen Renaissancemusikers John Dowland, veröffentlicht vom Klassiklabel Deutsche Grammophon. Hatten bei aller Entdeckerlust stets Schlagzeug, Gitarre und Bass das solide Rückgrat der Soloalben des ehemaligen Bassisten und Sängers des Rocktrios The Police gebildet, überraschte Sting nun in der Rolle eines Troubadours - puristisch, introspektiv, begleitet allein von Karamasovs virtuosem Lautenspiel.

Unausweichliche Begegnung

Sting vergleicht die Vorgeschichte der Aufnahme in seinem fesselnden Begleitessay mit dem Eintreten in ein Labyrinth. So verschlungen der Weg auch war, führte er doch unvermeidlich in Richtung auf ein Zentrum, hin zu Dowland und Stings persönlicher Auseinandersetzung mit dessen Person und Werk. Nach einer ersten Begegnung mit Dowlands Musik Anfang der 1980er erwärmt ihn Jahre später erstmals Katja Labèque für die Idee, einige Stücke Dowlands für Gesang und Laute mit ihr einzustudieren. Sein „ungeschulter Tenor“, so die Pianistin, eigne sich wunderbar für diese Musik aus der Zeit vor der Erfindung des Belcanto-Gesangs. Eine weitere Dekade darauf erhält Sting als Geschenk eine Laute, versehen mit einer von einem Labyrinth umgebenen Rosette - für ihn ein weiterer Anlass, sich erneut Dowlands Musik zuzuwenden. Gemeinsam mit Edin Karamasov, den er während eines Konzerts kennenlernt, studiert Sting schließlich Dowlands „Firste Booke of Songes“ ein und die Idee zum Album entsteht.  

Archetyp des Songwriters

Doch wer war John Dowland? Der erste Singer-Songwriter, meint Sting. Dowland, einer der angesehensten Lautenisten seiner Zeit, verarbeitete die Worte bekannter und anonymer Dichter in seinen Stücken und besaß eine besondere Gabe dafür, ihren Versen passende musikalische Gewänder zu schneidern. Bevor er 1612 Lautist am Hof von James I. wurde, verbrachte er viele Jahre als hoch dotierter Hofmusiker europäischer Könige und Herzöge. Dennoch der scheinbar erfolgsverwöhnte Dowland ein zutiefst melancholischer Mensch und seine Musik voll unerfüllter Sehnsucht, Trauer und Todesahnung. Als Grund vermutet man seinen lange vergeblich gehegten Wunsch, am englischen Hof zu dienen. Zu Herzen gehend bekundet er ihn in einem 1595 verfassten Gesuch an den Staatssekretär Queen Elisabeths I., in dem er seine Treue schwört und eine Einladung an den Royal Court erbittet. Ganze 17 Jahre musste er darauf warten.

Soundtrack zu Dowlands Leben

Sting und Edin Karamasov bezeichnen ihr Album als „Soundtrack in Worten und Musik“ zum Leben von John Dowland. Neben den Liedern und Instrumentalstücken vermitteln die von Sting vorgetragenen Auszüge aus dem Bittbrief Dowlands ein lebendiges Bild dieses Komponisten und seiner Zeit. „Ich bin kein Sänger, der für dieses Repertoire geschult ist“, sagt Sting. „Doch ich hoffe, diesen Stücken eine Frische zu verleihen, die ein erfahrener Sänger vielleicht nicht einzubringen vermag. Für mich sind sie Popsongs, geschrieben um 1600, mit wundervollen Melodien, fantastischen Texten und großartiger Begleitung.“

Erscheinen der Sonderedition

Anlässlich des 450. Geburtstags von John Dowland erscheint „Songs from the Labyrinth“ nun als Deluxe Edition inkl. CD + DVD. Die CD enthält neben dem Album Auszüge vom St. Luke’s Church Concert in London 2007. Die DVD „The Journey and the Labyrinth“ beinhaltet Auftritte, Proben, Interviews, historische Hintergründe und gelesene Auszüge aus Dowlands Briefen. Stings Notizen und ein Artikel des Journalisten Adam Sweeting runden diese Special Edition ab.


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