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19.04.2017

Feinsinniger Hochgenuss - Das Album "Unsent Love Letters" von Elena Kats-Chernin und Tamara-Anna Cislowska

Musik ist die Sprache, mit der die Komponistin Elena Kats-Chernin ihre Geschichten erzählt. Ihr neues Album "Unsent Love Letters" dreht sich um die Liebe - und wurde von Liebesbriefen inspiriert, die aus dem Nachlass von Erik Satie stammen.

Elena Kats-Chernin, Feinsinniger Hochgenuss - Das Album Unsent Love Letters von Elena Kats-Chernin und Tamara-Anna Cislowska © Bruria Hammer

Die Komponistin Elena Kats-Chernin und die Pianistin Tamara-Anna Cislowska sind ein eingeschworenes Team, wenn es darum geht, außergewöhnliche musikalische Projekte zu entwickeln, die jede Menge Gefühl transportieren. Elena Kats-Chernin ist einer der bedeutendsten Komponistinnen Australiens und hat nach vielseitigen Studien in Russland, Australien und Deutschland ihre ganz eigene Klangsprache gefunden, die sie in Opernproduktionen, Film- und Ballettmusik, Orchesterkompositionen, Kammermusik und in solistischen Werken zum Ausdruck bringt. Mit dem Album "Unsent Love Letters" bringt die australische Künstlerin die in Briefen festgehaltenen Liebesbotschaften des französischen Komponisten Erik Satie mit ihre eigenen musikalischen Mitteln zum Klingen.

Versierte Tastenkunst

Das differenzierte Spiel, mit dem Tamara-Anna Cislowska die Kompositionen von Elena Kats-Chernin zum Leben erweckt, präsentiert eine Fülle von Klangfarben, die von meditativer Introvertiertheit bis hin zu glühender Intensität reichen. Tamara-Anna Cislowska gehört zu den anerkanntesten Pianistinnen Australiens und hat sich sowohl als Kammermusikpartnerin, als auch als Solistin einen Namen erspielt.

In jedem der 26 Werke offenbart die Pianistin unterschiedliche Nuancen und spielt nach Herzenslust mit der minimalistischen Eleganz von Saties eigener Kompositionskunst und der feinen Poesie, die die Musikerinnen in seinen Briefen aufgespürt haben.

Inspiration und Interpretation

Die kleinformatigen Stücke reihen sich auf dem Album aneinander wie feine Konfiserie und verströmen mal schwelgerische Süße und mal zartbittere Noten, garniert mit leiser Melancholie. Titel wie "Le chat noir", "Eggshell" oder "Maple in the Evening" öffnen den Raum für phantasievolle Bilder, die beim Hören der Musik im Inneren entstehen. "Meditations on Erik Satie" ist der Untertitel des Albums "Unsent Loveletters". Und so reflektiert Kats-Chernins Musik auch ihre Gedanken, die während ihrer Auseinandersetzung mit dem bewegten Leben von Erik Satie entstanden sind, welches von vielen inneren Konflikten geprägt war. Die Kompositionen spiegeln Facetten aus Saties Persönlichkeit wider. Elena Kats-Chernin schafft mit "Unsent Love Letters" eine sehr persönliche künstlerische Annäherung an den bedeutenden Komponistenkollegen Erik Satie.

Farben und Kontraste

Mit dem Album möchte Elena Kats-Chernin unter anderem auch dazu einladen, einmal inne zu halten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dieses persönliche Anliegen hat die Komponistin mit ihrer Musik so eindringlich umgesetzt, dass man von der filigranen Klangsprache unmittelbar in den Bann gezogen wird. Die stilistische Prägnanz der Komponistin ist frei von jedem Pathos, sondern wird vor allem durch eine berührende Klarheit geprägt. In der Pianistin Tamara-Anna Cislowska hat Elena Kats-Chernin die perfekte Partnerin gefunden. Man hört, dass die beiden Musikerinnen nicht zum ersten Mal zusammen arbeiten. Mit einem feinen Gespür für dynamische Varianz kreiert Tamara-Anna Cislowska an den Tasten ein Wechselspiel der Farben.

 


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